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Döbeln

Gegen das Vergessen und Verleugnen

In der Gellertstadt Hainichen macht die Wanderausstellung ihren sechsten Halt.

Der Holocaust-Überlebende Thomas Geve hatte eine Zeichnung einer Gaskammer angefertigt.
Der Holocaust-Überlebende Thomas Geve hatte eine Zeichnung einer Gaskammer angefertigt. © privat

Von Dagmar Doms-Berger

Region Döbeln. Thomas Geve (91) konnte lange Jahre nie über das sprechen, was er in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald erlebt hat. Seinen Kindern erzählte er davon, als sie 13 Jahre alt waren, sagte er in einem Interview mit Sächsische.de.

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Mit 13 Jahren war er noch ein Kind, als er zusammen mit seiner Mutter nach Auschwitz deportiert wurde. 22 lange Monate verbrachte er hinter Stacheldraht. Im April 1945 wurde er aus dem KZ Buchenwald befreit. Das Lagerleben hat er in Bildern festgehalten.

Unter der Schirmherrschaft des Landrats des Landkreises Mittelsachsen Matthias Damm (CDU) und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora präsentiert die François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur die Bilder und Zeichnungen von Thomas Geve. Zudem zeigt die Ausstellung historische Fotografien von dem damaligen Gefangenen Alfred Stüber.

Hainichen hatte Konzentrationslager

Die Wanderausstellung ist ab 30. Juni im Rathaus von Hainichen zu sehen. Eröffnet wird sie 18 Uhr, vor der Stadtratssitzung. Hainichen ist die sechste Station der Wanderausstellung.

Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD): „Ich hoffe, dass mit der Wanderausstellung ‚Gegen das Vergessen‘ ein weiterer Beitrag eben gegen das Vergessen geleistet wird, dass gerade in unserer Region, aber auch in ganz Deutschland ein verantwortungsvollerer Umgang mit unserer Geschichte und auch unserer heutigen Stellung in Europa und in der Welt einhergeht.“

In Hainichen wurde bereits im Frühjahr 1933 ein Konzentrationslager für politische Schutzhäftlinge errichtet, eines der ersten KZ in Deutschlands.

Das gleichnamige Begleitbuch zur Ausstellung beinhaltet die Zeichnungen von Thomas Geve und die Fotografien von Alfred Stüber sowie ein Geleitwort des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und Gedanken der Stadtoberhäupter zur Ausstellung.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses Hainichen zu besichtigen: Montag und Freitag 9 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr.

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