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"Lorbeeren" für Klosterchef Heiner Stephan

Kulturministerin Barbara Klepsch hat am Montag 25 Sachsen für ihr Ehrenamt im Museumswesen geehrt. Auch ein Mittelsachse ist darunter.

Heiner Stephan (rechts) repräsentiert als Vorsitzender nicht nur den Förderverein Kloster Buch. Er macht sich auch regelmäßig die Finger schmutzig..Seinen Einsatz hat der Freistaat Sachsen am Montag gewürdigt.
Heiner Stephan (rechts) repräsentiert als Vorsitzender nicht nur den Förderverein Kloster Buch. Er macht sich auch regelmäßig die Finger schmutzig..Seinen Einsatz hat der Freistaat Sachsen am Montag gewürdigt. © Christian Essler

Leisnig. Sein unermüdlicher Einsatz als Vorsitzender des Fördervereins Kloster Buch hat sich mittlerweile bis nach Dresden herumgesprochen. Nicht zuletzt deshalb gehörte der Leisniger Heiner Stephan am Montag zu den Männern und Frauen, die Barbara Klepsch, Staatsministerin für Kultur und Tourismus, am Montag in Dresden ausgezeichnet hat.

Dem Freistaat ging es darum, Sachsen zu würdigen, die sich in ihrer Freizeit im Museumswesen oder in museumsähnlichen Einrichtungen für „Kulturgüter“ einsetzen. In letztgenannte Kategorie fällt auch das ehemalige Kloster St. Marien, das unter diesem Namen in der Region allerdings kaum noch bekannt ist. 

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Das Kloster Buch dagegen steht für ein vielfältiges Veranstaltungsangebot, für Bildung, Kunst in verschiedenen Facetten und ganz viel mehr. Allerdings auch nur deshalb, weil sich nach der Wende immer ausreichend Engagierte und Unterstützer gefunden haben, die sich anfangs mit den Leisniger Heimatfreunden und ab 1997 mit den Förderern des Vereins für die einstige Wirkungsstätte der Zisterzienser eingesetzt haben.

Erste Berührungen im Bürgermeister-Amt

Als 1990 gewählter Bürgermeister für Leisnig gehörte Heiner Stephan zu den ersten, die sich für das Kloster interessieren wollten oder vielmehr mussten. Nach der landwirtschaftlichen Nutzung waren die verbliebenen Gebäude in teilweise bemitleidenswertem Zustand. Eine Ausstellung hat vor Kurzem einige wenige Fotodokumente aus jener Zeit gezeigt.

Als Sitzkommune unterstützten Stadträte und Verwaltungsmitarbeiter seit jeher die Bemühungen, das Kloster vor weiterem Verfall zu retten, es zu erforschen und wieder einer Nutzung zuzuführen. Vieles davon ist schon gut gelungen – nicht zuletzt dank Heiner Stephan. 

Seit er seit 2008 Bürgermeister im Ruhestand ist, hat er sein Amtszimmer zwar nicht ins Kloster verlegt, aber einen Großteil seiner Kraft setzt er für das Denkmal an der Mulde ein: Bei vielen Erntedankfesten schlüpfte er selbst in die Mönchskutte und schenkte im Keller des Abthauses Wein aus. Häufig führt Stephan Besucher durch die Anlage. Zuletzt durfte er einen kleinen Kreis Neugieriger bei einer Sonderführung am Tag des offenen Denkmals in die kürzlich gelüfteten Geheimnisse des Abtzimmers einweihen.

Schlaflose Nächte wegen fehlendem Geld

Ansonsten repräsentiert er als Vorsitzender aber nicht nur den Förderverein, nimmt Spenden entgegen. Er ist nahezu immer auf der Suche nach Fördermöglichkeiten. Denn die Finanzierung nötiger Erhaltungen hat ihm mehrfach schlaflose Nächte beschert. Schlimm sei es beispielsweise gewesen, als bei den Dachdeckerarbeiten am Abthaus weiterer Sanierungs- und damit Geldbedarf festgestellt worden ist, erzählte er einmal. Doch woher die fehlenden zehntausende von Euro nehmen?

Vor große Herausforderungen haben den Vereinschef und auch die Mitglieder die Fluten in den Jahren 2002 und 2013 gestellt. Nachdem das Wasser weg war, standen sie vor allem 2002 vor einem Scherbenhaufen. Mittlerweile, nachdem alle damaligen Schäden beseitigt sind, schätzen die Förderer allerdings ein, dass sie ohne die Fluten lange noch nicht so weit gekommen wären mit der Sanierung des Komplexes.

 Eine große Baumaßnahme – die Neueindeckung des ehemaligen Kuhstalldaches – hat ebenfalls eine Art Naturkatastrophe befeuert: der Sturm 2018. Der hinterließ großflächig Löcher im Kuhstalldach, und der Verein musste handeln. Mittlerweile sind fast alle Dächer dicht. Zu erneuern ist lediglich noch das Dach der früheren Krankenkapelle. Darüber hinaus gibt es aber auch sonst noch reichlich zu tun. 

Das bisherige Engagement Heiner Stephan hat 2016 schon der Landkreis Mittelsachsen gewürdigt und ihn mit der ersten Verdienstmedaille geehrt. Anfang vergangenen Jahres zeichnete die Stadt Leisnig den Förderverein aus.

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