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Kirche Waldheim: Nur die Orgel fehlt noch

Die Stadtkirche Waldheim erstrahlt innen in neuem Glanz. An einem wichtigen Detail wird aber noch gearbeitet.

Die Orgelbauer Matthias Sandig (links) und Andreas Lindner haben als zusätzliche Serviceleistung die Waldheimer Truhenorgel gestimmt. Ihre eigentliche Aufgabe ist aber der Einbau der Kreutzbach-Orgel auf der Empore.
Die Orgelbauer Matthias Sandig (links) und Andreas Lindner haben als zusätzliche Serviceleistung die Waldheimer Truhenorgel gestimmt. Ihre eigentliche Aufgabe ist aber der Einbau der Kreutzbach-Orgel auf der Empore. © Dietmar Thomas

Waldheim. Am Pfingstwochenende hat Pfarrer Reinald Richber erstmals wieder zu Gottesdiensten in die Stadtkirche Waldheim einladen können. Mehrere Jugendliche sind konfirmiert worden.

Dabei haben die Besucher erstmals den neugestalteten Innenraum bewundern können. Alles erstrahlt in klassischem Weiß. Die Holzvertäfelungen sind dabei genauso aufgearbeitet worden wie die Goldverzierungen, die durch einen Restaurator gereinigt worden sind, um die spezielle Glanzvergoldung zu erhalten. „Wir haben den Anstrich nach der ursprünglichen Fassung anbringen lassen“, sagt Reinald Richber.

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Wer genau hinschaut, sieht jedoch, dass der Bereich der Orgel in Elfenbeinweiß gehalten ist. „Die Orgel war eingehaust, deshalb ist es zu diesem Unterschied gekommen“, erklärt der Pfarrer.

Neue Heizkanäle für Wärme aus dem Fußboden

Während der Innensanierung wurde aber teilweise auch die Heizung modernisiert. Die Plattenheizkörper im Altarraum wurden entfernt. So konnte erreicht werden, diesen Platz harmonischer zu gestalten. Außerdem wurden dort Heizkanäle eingebaut, sodass die Wärme aus dem Boden strahlt. Des Weiteren wurde der Porphyr-Fußboden gereinigt.

Die Innensanierung der Stadtkirche Waldheim ist weitestgehend abgeschlossen. Wände, Altar und Emporen erstrahlen in klassischem Weiß.
Die Innensanierung der Stadtkirche Waldheim ist weitestgehend abgeschlossen. Wände, Altar und Emporen erstrahlen in klassischem Weiß. © Dietmar Thomas

Zuletzt sind die Kirchenbänke gestrichen worden. Dafür hatte der Förderverein zur Sanierung der Stadtkirche noch einmal zusätzliches Geld „lockergemacht“. Gleichzeitig wurden auch die Sitzkissen erneuert. Auf jeder Bank liegt nun ein durchgehendes Kissen. Die Zeit der vielen einzelnen Sitzunterlagen ist damit vorbei. Die sollen jetzt verschenkt werden.

Traditionelle Kirchweihe mit Orgelkonzert in Waldheim

Bei aller Freude über die Restaurierung müssen die Waldheimer aber vorerst noch auf ein wichtiges Detail verzichten. Die Orgel muss erst noch eingebaut werden. Das wird im Laufe des Sommers passieren. „Richtig eingeweiht wird sie dann am 7. November zur traditionellen Kirchweihe. Dann wird Organist Miklos Teleki aus der Partnerstadt Siofok auf der historischen Kreutzbach-Orgel spielen“, sagt Pfarrer Richber.

Bis es so weit ist, haben die beiden Orgelbauer Matthias Sandig und Andreas Lindner von der Firma Rühle in Moritzburg noch einiges zu tun. Die Restaurierung der Orgel begann im Oktober 2019, als Orgelbauer Rühle mit seinem Team das Instrument ausbaute. In seiner Werkstatt in Moritzburg wurde es aufgearbeitet.

Prospektpfeifen werden ersetzt

Bei der Sanierung war eine große Anzahl Prospektpfeifen aus Zink zu ersetzen, weil die Pfeifen aus Zinn während des Krieges eingeschmolzen worden waren. Der ursprüngliche Klang des Instrumentes soll nun mit dem Einbau von neuen Zinnpfeifen wiederhergestellt werden.

„Eingebaut wird auch ein zweites Windsystem mit höherem Winddruck, wodurch sich die Spielbarkeit verbessert“, erklärt Andreas Lindner. Die beiden Orgelbauer hoffen, dass sie im August fertig werden.

„Eine genaue Prognose wollen wir aber nicht abgeben“, sagt Matthias Sandig. Das liege auch daran, dass es Probleme bei der Materiallieferung geben könnte. So müssten die Porzellanschilder der Registerzüge neu bemalt werden. „Derzeit ist es jedoch schwierig, einen Fachmann zu finden, der das übernehmen kann“, so Sandig.

Die Arbeiten in der Stadtkirche Waldheim sind mit einer Fördersumme in Höhe von 230.000 Euro von Bund, Land und Landeskirche unterstützt worden. Der Förderverein investierte in dieses Projekt ebenfalls rund 30.000 Euro an Eigenmitteln.

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