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Im ältesten Haus Steinas zieht wieder Leben ein

Die Mühle in Harthas Ortsteil Steina steht schon lang leer und ist sanierungsbedürftig. Nun soll ein Verein neuen Schwung in das Objekt bringen.

Michael Berr, Bettina Böhme und Stefanie Rathmann (von links) bilden den neuen Vorstand des Fördervereins für die Steinaer Mühle.
Michael Berr, Bettina Böhme und Stefanie Rathmann (von links) bilden den neuen Vorstand des Fördervereins für die Steinaer Mühle. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer

Hartha. Es tut sich was in Steina: Ein Plakat lässt schon von weitem vermuten, dass hier etwas passiert. Die Bachmühle in Steina soll nun wieder zum Leben erweckt werden. Denn es gibt Tradition in dem alten Gebäude: Die Technik der Mühle ist aus dem 19. Jahrhundert, bis in die 1990er Jahre wurde die Mühle von einem Textilfabrikanten betrieben und bereits um 1300 erstmals öffentlich erwähnt.

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Diese Geschichte hat Bettina Böhme gemeinsam mit Steffi Rathmann und zwölf weiteren Gründungsmitgliedern dazu bewegt, hier etwas zu verändern. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von Thorsten Kühnrich-Bentin, der im Amt für Denkmalschutz in Mittelsachsen tätig ist: „Eine Mühle in diesem Zustand ist etwas tolles. Wir wollen hier was tun! Da ich aus Steina komme, liegt mir die Mühle natürlich besonders am Herzen.“

Er berichtet, dass viele Teile der Mühle noch nicht langfristig erhalten sind. So könne die Mühlenwelle, die derzeit gebrochen ist, wieder intakt gesetzt werden.

Immobilie in Steina gehört dem Freistaat

Sabine Mayer hat es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, als Gründungsmitglied die Mühle wiederzubeleben, immerhin zählte sie zu den letzten Bewohnern der Mühle. Bis in die 70er Jahre hinein wurde das Gebäude noch genutzt, bis es dann nach der Wende in ein Schattendasein fristete.

Dabei wurde nicht immer nur Mehl hier gemahlen. Der Textilfabrikant Möbius aus Hartha kaufte in frühen Jahren die Mühle, um die Wasserrechte zu erwerben, da seine Textilfärberei große Mengen davon verbrauchte.

Die Technik in der Mühle ist aus dem 19. Jahrhundert. Mittlerweile sieht das Objekt teilweise sehr heruntergekommen aus.
Die Technik in der Mühle ist aus dem 19. Jahrhundert. Mittlerweile sieht das Objekt teilweise sehr heruntergekommen aus. © Lars Halbauer

Heute gehören die Immobilie sowie das Grundstück mittlerweile dem Land Sachsen und soll bestenfalls dem Verein wieder zugeführt werden. Der erste Arbeitsschritt an der Mühle ist nun die Gebäudesicherung, da kein Wasser ins Objekt eindringen soll. Dazu sollen die Regenrinnen, das Dach und die Fenster abgedichtet werden.

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Steffi Rathmann, die ebenfalls in Steina lebt, schwärmt: „Wir wollen den Kindern zeigen, wie eine Mühle funktioniert, wie Mehl gemahlen wird. Später könnten wir auch für Radfahrer und Wanderer einen Imbiss anbieten. Die Lage hier wäre sehr einladend dafür!“

Ebenso will der Verein auch Hartha mit seinen Ortsteilen gut präsentieren! Das Objekt soll nun Stück für Stück ins Leben zurückgeholt werden. Etwas Hightech gibt es allerdings heute schon. Um ungebetene Gäste fernzuhalten, ist die Mühle bereits mit Überwachungskameras ausgestattet.

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