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Theater: Kontaktintensive Branche muss Abstand halten

Mittelsächsiches Theater eröffnet die neue Spielzeit und will Freiräume als Chance sehen.

Mit Abstand standen die Schauspieler am Sonntag auf der Bühne des Döbelner Theaters. So geht es auch bei den nächsten Veranstaltungen der neuen Spielzeit weiter. Dafür weckte das Ensemble bei den Zuschauern Verständnis.
Mit Abstand standen die Schauspieler am Sonntag auf der Bühne des Döbelner Theaters. So geht es auch bei den nächsten Veranstaltungen der neuen Spielzeit weiter. Dafür weckte das Ensemble bei den Zuschauern Verständnis. © Thomas Kube

Döbeln. Maskenball – so haben die Mitarbeiter des Mittelsächsischen Theaters die neue Spielsaison 2020/2021 nicht überschrieben. Dabei wird es aber vor allem am Anfang für die Besucher nötig sein, Alltagsmasken zu tragen: an der Kasse, im Foyer, im Treppenhaus und auf den Fluren bis zu den Plätzen. Die Reihen werden wegen der Corona-Abstandsregelungen nur spärlich besetzt: einem Doppelplatz folgen drei freie Plätze, dann darf wieder ein Paar Platz nehmen.

Dafür und anderes mehr hat Intendant Ralf-Peter Schulze am Sonntag versucht, Verständnis zu wecken. Dabei hatte hinter ihm diesmal nicht das Orchester Platz genommen. Es wird solange nicht in dem Haus in Döbeln in voller Besetzung spielen können, bis die Abstandsregelungen aufgehoben sind. Dass es sich trotzdem lohnt, des Musikgenusses wegen ins Theater zu kommen, stellte das Bläserquartett der Mittelsächsischen Philharmonie am Sonntag unter Beweis.

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An die neue Situation haben sich die Schauspieler offenbar schon ein wenig gewöhnt. Sie rezitierten in gebührlichem Abstand voneinander Texte. Der Intendant zeigte sich aber davon überzeugt, dass dies leichter aussieht, als es tatsächlich für die Schauspieler ist. „Theater ist ein sehr kontaktintensives Unternehmen, das bei verschiedenen Szenen nun mitunter aber bis zu sechs Meter Distanz erfordert.“ Das dürfte schwer sein. Immerhin stünden die Theaterleute mit Leidenschaft auf der Bühne, so Ralf-Peter Schulze.

Schauspieldirektorin Annett Wöhlert versprach, dass der geforderte Abstand die Arbeit nicht lähmen soll. Im Gegenteil. „Die Frage ist: Was machen wir aus dem neu gewonnenen Raum?“ Das Ensemble sei erprobt im Improvisieren. „Deshalb sind wir gerade dabei, uns den Freiraum zu erobern.“ Die Schauspieldirektorin machte in diesem Zusammenhang auf die Inszenierung von „Träume!“ neugierig, in der zwei Geschichten erlebbar werden. Die deutsche Theater-Erstaufführung von „Zwei Lügen, eine Wahrheit“ musste im Frühjahr wegen Corona abgesagt werden. Wenn es weniger Einschränkungen gibt, soll diese Premiere Anfang 2021 nachgeholt werden.

Sobald es die Regelungen zulassen, will das Theaterensemble auch wieder in Schulen und Kitas gehen. Für die Jüngsten hat es unter anderem „Der kleine August“ oder „Die Bremer Stadtmusikanten“ und ab nächstem Sommer „Dornröschen“ im Programm.

Mehr als 50 Aufführungen wird es in der neuen Saison im Döbelner Theater geben, die Sinfoniekonzerte im Volkshaus in Döbeln. Außerdem ist sowohl in Döbeln als auch in Freiberg ein Sommernachtsball geplant. Außer „Träume!“ haben die Operngala „Eine Zeitreise“, der komische Einakter „Der häusliche Friede“ oder auch ein Spiel aus Goethes „Faust“ in dieser Saison in Döbeln Premiere.

Die erste Premiere ist schon am 11. September zu erleben, und zwar mit „Furor“, einem Schauspiel von Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Auch Musicalfans kommen auf ihre Kosten. Ein „Sommernachtstraum“ wird ab 22. Mai 2021 auf der Seebühne der Kriebstein-Talsperre zu erleben sein, die Csárdásfürstin ab 11. Juni.

Die Tickets für Schauspiele sowie Musiktheater/Konzerte kosten mit 27 und 28 Euro ab sofort einen Euro mehr. Das begründet das Theater mit einem Hygienezuschlag pro Vorstellung. Unter anderem sind von den Besuchern Daten zu erfassen, überall sind Desinfektionsspender vorzuhalten und auszustatten.

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