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Waldheims Kreutzbach-Orgel klingt bald wie neu

Fast zwei Jahre hat das Instrument in der Nikolaikirche geschwiegen. Jetzt ist die Restaurierung fast fertig.

Waldheims Kantor René Michael Röder ließ die noch nicht ganz fertigsanierte Orgel schon mal erklingen. Er wird die Kirchgemeinde zum Ende des Jahres verlassen.
Waldheims Kantor René Michael Röder ließ die noch nicht ganz fertigsanierte Orgel schon mal erklingen. Er wird die Kirchgemeinde zum Ende des Jahres verlassen. © Dietmar Thomas

Waldheim. In der Waldheimer Stadtkirche riecht es noch nach frischer Farbe. Die Innensanierung des Gotteshauses ist abgeschlossen.

Die mit Holz vertäfelten Wände und Emporen sind in schlichtem Weiß gehalten. Die Goldverzierungen am Altar und der Holzvertäfelung wurden aufgearbeitet und glänzen wieder. „Im Aussehen ist der Urzustand wieder hergestellt worden“, erklärt Jan Schmidt, Vorsitzender des Vorstandes der Kirchgemeinde Waldheim-Geringswalde bei einem Besuch der Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann (CDU). Pfarrer Klaus Tietze hat im sanierten Gotteshaus vor wenigen Tagen das erste Paar kirchlich getraut.

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Noch nicht ganz abgeschlossen ist aber die Sanierung der historischen Kreutzbach-Orgel. Vor dem Instrument liegt noch Werkzeug und Arbeitsmaterial.

Festliche Einweihung im November

„Im Oktober 2019 ist die Orgel zum letzten Mal gespielt worden. Dann wurde sie stillgelegt und im November abgebaut“, so Michael Kreskowsky vom Kirchenvorstand. Nun soll sie bald festlich eingeweiht werden – mit einer Orgelwoche in der ersten Novemberhälfte.

„Die Planungen dafür laufen derzeit. Durch die Unsicherheit im Hinblick auf die Corona-Pandemie ist das nicht ganz einfach“, so Jan Schmidt. Vorgesehen seien unter anderem Konzerte mit dem bekannten Organisten Nico Wieditz sowie mit dem Kantor aus Waldheims Partnerstadt Siofok sowie ein Vortrag von Michael Kreskowsky zur Baugeschichte.

Die Orgel der Waldheimer Nikolaikirche ist von Urban Kreutzbach im Jahr 1843 erbaut worden. Mehrfach wurde sie umgebaut. Erstmals 48 Jahre nach ihrer Errichtung von Kreutzbachs Sohn Richard und im Jahr 1950 durch den damaligen Kantor Martin Römer, der das Instrument im Sinne des Neobarock veränderte.

Orgelpfeifen wurden zu Munition verarbeitet

Im Krieg waren einige der originalen Zinn-Pfeifen zu Munition verarbeitet worden. Die Ersatz-Pfeifen wurden aus Zink hergestellt. Diese mussten jetzt komplett erneuert werden. Ziel der Restaurierung war es unter anderem, den Klang der Orgel aus dem Jahr 1843 wieder herzustellen.

Rund 255.000 Euro kostet das die evangelische Kirchgemeinde. Finanzielle Unterstützung erhält sie von Bund, Land und der Landeskirche, aber auch durch Spenden. Die hat – wie auch für die Innensanierung – größtenteils der Förderverein zur Sanierung der Waldheimer Stadtkirche zusammengetragen, unter anderem mit dem Verkauf der alten Zinkpfeifen.

Die Sanierung des Innenraums der Kirche schlägt mit weiteren 265.000 Euro zu Buche. Auch diese Arbeiten sind von Bund, Land und Landeskirche gefördert worden. Vorstands-Chef Jan Schmidt ist froh darüber, dass beide Maßnahmen – Orgel- und Innensanierung – nahezu zeitgleich gelaufen sind.

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In dieser Hinsicht habe Corona den Verantwortlichen sogar in die Karten gespielt. Längere Zeit waren wegen der Pandemie ohnehin keine kirchlichen Veranstaltungen und Konzerte möglich.

Ein großer Vorteil sei auch, dass die schmutz- und staubintensiven Arbeiten der Innensanierung vor dem Wiedereinbau der Orgel abgeschlossen worden sind. „Bei einem solchen Instrument kann Staub großen Schaden anrichten. Insofern sind wir sehr dankbar, dass alles so gut geklappt hat“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

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