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Landgard sucht neuen Standort in Sachsen

Für das Unternehmen haben sich die Erwartungen in Berbersdorf nicht erfüllt. Die Mitarbeiter sollen mit umziehen.

Die Immobilie und Kühlanlagen von Landgard gehen an Edeka. Die Mitarbeiter bleiben bei Landgard
Die Immobilie und Kühlanlagen von Landgard gehen an Edeka. Die Mitarbeiter bleiben bei Landgard © Archiv/André Braun

Striegistal. Nach nur knapp drei Jahren ist Schluss für die Firma Landgard Ost Obst & Gemüse GmbH am Standort im Gewerbegebiet in Berbersdorf. Der für rund elf Millionen Euro errichtete Firmensitz wird aufgegeben. 

Die Immobilie samt Kühlanlagen wird an die Edeka-Unternehmensgruppe Nordbayern-Thüringen-Sachsen verkauft. Doch warum verlässt Landgard nach nur so kurzer Zeit das Striegistaler Gewerbegebiet an der Autobahn 4?

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„Seit unserem Start in Berbersdorf 2017 haben sich Veränderungen in den Kundenzuordnungen und der Versorgung mit regionalen Produkten ergeben. Daher haben sich die mit der Errichtung des Standortes Berbersdorf verbundenen Erwartungen – gerade in intralogistischer Hinsicht – nicht erfüllt“, äußerte sich Karl Voges, Vorstand der Landgard eG. 

Aus diesem Grund sei vonseiten des Unternehmens der Entschluss gefasst worden, das Leistungsspektrum für Erzeuger, Kunden und Geschäftspartner an einen „neuen, logistisch geeigneteren Standort zu verlagern“.

Knapp 50 Beschäftigte ziehen mit Landgard um

Von wo aus genau Landgard in Zukunft Voges Aussagen nach noch effizienter und räumlich näher an den Kunden heranrücken werde, das stehe derzeit noch nicht fest. „Wir prüfen aktuell verschiedene Optionen“, sagte Voges auf Nachfrage. Am neuen Standort solle die Geschäftstätigkeit fortgesetzt und ausgebaut werden.

Mit umziehen werden dabei auch die 47 Beschäftigten, die derzeit am Standort in Berbersdorf arbeiten. Zum Betriebsteil Landgard Ost Obst & Gemüse GmbH gehören zudem noch 17 weitere Mitarbeiter in den Cash-Märkten in Leipzig und Chemnitz. 

„Die Mitarbeiter sind weiterhin bei Landgard beschäftigt. Da der Geschäftsbetrieb in unverändertem Umfang fortgesetzt wird, sollen diese auch an den neuen Standort überwechseln“, informierte der Vorstand.

Mitnehmen wird Landgard auch die Einrichtung der Immobilie aus dem Berbersdorfer Gewerbegebiet sowie die mobile Ausstattung am Standort. Sie werde zur Fortführung des Geschäftsbetriebes weiter genutzt.

Von Berbersdorf aus bietet Landgard dem Handel derzeit eine Zentrallager- sowie eine Filialbelieferung. Zum Angebot des Unternehmens gehört zudem eine Frischelogistik, eine Vielzahl an unterschiedlichen Packdienstleistungen sowie Cross-Docking, eine bestimmte Art der Kommissionierung, separate Dienstleistungen in Lagerprozessen und ein professionelles Qualitätsmanagement.

Die regional erzeugte Ware wie Spargel, Erdbeeren, Kohlrabi, Zucchini, Spreewälder Einlegegurken, Landgurken, verschiedener Kohl sowie Sellerie und im Herbst Kürbis stamme, laut Karl Voges, in erster Linie aus Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Berlin. Umgeschlagen werden in Berbersdorf zudem auch Waren aus Italien, Spanien, Ungarn, Israel sowie Übersee.

Gemeinde Striegistal bedauert Weggang

Für die Gemeinde Striegistal sei der Weggang der Firma Landgard bedauerlich, äußerte sich Gemeindeoberhaupt Bernd Wagner. Doch er sieht auch einen positiven Aspekt an der Entwicklung im Gewerbegebiet: „Durch die unmittelbar bevorstehende Weiternutzung des Standortes wird das Gewerbegebiet zukünftig jedoch noch besser genutzt, was voraussichtlich auch mit einer weiteren Erhöhung der Mitarbeiterzahlen einhergehen wird“, so Wagner.

Auswirkungen hat der Weggang von Landgard aus Berbersdorf auch auf das Gewerbegebiet in Mockritz. Durch den Kauf der Landgard-Immobilie durch Edeka schließt die Unternehmensgruppe in Mockritz den dortigen Betriebsteil der Franken-Gut Fleischwaren GmbH. Der Betriebsteil soll zukünftig mit nach Berbersdorf kommen, ebenso die rund 70 Angestellten der Edeka-Tochter.

Die Franken-Gut Fleischwaren GmbH im Großweitzschener Ortsteil Mockritz ist kurz vor dem Aus. Die Gemeinde selbst weiß von einer Schließung noch nichts.
Die Franken-Gut Fleischwaren GmbH im Großweitzschener Ortsteil Mockritz ist kurz vor dem Aus. Die Gemeinde selbst weiß von einer Schließung noch nichts. © Dietmar Thomas

Über die Auswirkungen dessen auf Gemeinde sowie Gewerbegebiet konnte Großweitzschens Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos) noch keine Auskunft geben. „Bisher gibt es keine Information an die Gemeinde über eine Schließung des Fleischwerkes im Gewerbegebiet Mockritz“, so Burkert. Er habe nun zunächst das Landratsamt kontaktiert. Sollte auch dieses von der Schließung nichts wissen, wolle er sich direkt an die Firma wenden.

Die momentane Auslastung des Gewerbegebietes in Mockritz lieg Burkert zufolge bei fast 90 Prozent. „Zum Verkauf steht derzeit das ehemalige Firmengelände von Joyson mit rund 6.800m²“, sagt das Gemeindeoberhaupt.  Im Eigentum der Gemeinde befände sich zudem noch eine Fläche von rund 5.000 m². „Dafür gab es in den vergangenen Wochen Nachfragen“, so Burkert.

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