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Hier kracht es rund um Döbeln am häufigsten

Der Landkreis betreut derzeit 21 Unfallschwerpunkte. Acht davon befinden sich im Raum Döbeln.

Ende Mai wurde an der Kreuzung B 175/S 39 nache der Anschlussstelle Döbeln-Ost das Tempo auf 50 begrenzt. Zuvor hatte es dort mehrfach gekracht.
Ende Mai wurde an der Kreuzung B 175/S 39 nache der Anschlussstelle Döbeln-Ost das Tempo auf 50 begrenzt. Zuvor hatte es dort mehrfach gekracht. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Anfang des Jahres hatte es gleich mehrfach an der Anschlussstelle Döbeln-Ost gekracht. Vor allem im Bereich des Abzweigs nach Naußlitz/S39 kollidierten Fahrzeuge miteinander, Personen wurden verletzt.

Die Kreuzung hatte sich insbesondere nach der Sanierung der B175 zu einer Unfallhäufungsstelle entwickelt, und wurde ein Fall für die Unfallkommission des Landkreises. Diese hatte sich dafür ausgesprochen, die Markierung aus Richtung Naußlitz auf der S39 zu ändern. Ein großes „Stop“ wurde auf der Fahrbahn angebracht. 

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Zudem ist die Geschwindigkeit im Kreuzungsbereich auf Tempo 50 begrenzt worden und auf der Verkehrsinsel auf der B 175 ein Schild abgesenkt worden. Die Maßnahmen wurden Ende Mai/Anfang Juni umgesetzt. Seitdem hat sich das Unfallaufkommen in dem Bereich reduziert.

Trotzdem steht der Bereich nach wie vor unter Beobachtung, wie der Landkreis kürzlich bekannt gab. Dies wurde bei der jährlichen Sitzung der Unfallkommission des Landkreises beschlossen. Betrachtet worden sind dabei allerdings die Unfallhäufungen der drei Jahre 2017 bis 2019. Die Mitglieder der Kommission, zu denen unter anderem Vertreter der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises, des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr sowie der Polizeidirektion Chemnitz gehören, werten für diesen Zeitraum die von der PD Chemnitz erfassten Unfälle aus. Zuständig ist die Kommission des Landkreises dabei jedoch nicht für alles. Denn in den großen Kreisstädten gibt es jeweils eigene Gremien, die sich dem Thema widmen.

Über 8.000 Unfälle im Jahr 2019

Rund 8.200 Unfälle hat es insgesamt im vergangenen Jahr gegeben, geht aus den Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen hervor. Bei rund 870 davon sind Personen zu Schaden gekommen. Insgesamt wurden über 1.100 Personen verletzt, darunter 350 schwer. 20 Personen überlebten den Unfall nicht. Damit wies Mittelsachsen 2019 fast die meisten Unfalltoten im Vergleich mit den anderen Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen auf. Lediglich Nordsachsen hatte mit 22 Fällen mehr Verstorbene zu bedauern.

In diesem Jahr dürften die Unfallzahlen coronabedingt etwas niedriger liegen. Zwischen Januar und Juni haben sich bisher rund 3.200 Kollisionen ereignet, fast 1.000 weniger als im ersten Halbjahr 2020. Reduziert hat sich auch die Zahl der Verletzten. 2020 beläuft sich diese sich für Januar bis Juni auf rund 344, drei Personen sind in dem Zeitraum infolge von Unfällen verstorben, 135 leicht, 290 schwer verletzt worden. Im Jahr 2019 wurden bei rund 420 Unfällen im ersten Halbjahr Personen verletzt, 385 davon leicht, 160 schwer. Acht Personen verloren zwischen Januar und Juni 2019 ihr Leben aufgrund eines Unfalls in Mittelsachsen.

 Als Grund für den Rückgang des Unfallgeschehens sieht das Statistische Landesamt das geringere Verkehrsaufkommen aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Blitzer und Tempobegrenzung an Schwerpunkten

Um die Zahl der Kollisionen an den Schwerpunkten einzudämmen, greift die Unfallkommission auf verschiedene Maßnahmen zurück. Unter anderem können, wie im Fall B 175/S 39 Fahrbahnmarkierungen angebracht und Tempobeschränkungen eingeführt werden. Möglich sind auch Parkverbote, um die Sichtverhältnisse in bestimmten Bereichen zu verbessern, Tempoüberwachungen oder Veränderungen der Betriebszeiten von Ampeln. „Manchmal reichen die Maßnahmen nicht aus. Dann sind umfangreiche planerische und bauliche Veränderungen erforderlich“, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes.

An zwei Unfallhäufungsstellen sind in der Vergangenheit stationäre Blitzer in Betrieb genommen worden, um die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit zu überwachen. Eine Anlage steht in Lichtenwalde, die zweite an der B 101 in Siebenlehn. „Bei allen Maßnahmen sind positive Effekte bereits nachweisbar. Die Unfälle sind hier deutlich zurückgegangen, beziehungsweise es haben sich keine weiteren ereignet“, informierten Vertreter der Kommission. 

Eine Unfallstelle gilt indes als entschärft: die B 101 in Großvoigtsberg in der Gemeinde Großschirma.

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