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So lebt es sich auf dem Rittergut Börtewitz

Ulrike und Andreas Reese leben auf einem Rittergut. Mit Geld aus dem Leder-Programm haben sie dort einiges bewirken können.

Mit Unterstützung des Förderprogramms Leader haben Ulrike und Andreas Reese aus Börtewitz unter anderem den Hof des ehemaligen Rittergutes umgestaltet. Statt Schotter hat das Paar nun grüne Wiese und Obstbäume vor der Haustür.
Mit Unterstützung des Förderprogramms Leader haben Ulrike und Andreas Reese aus Börtewitz unter anderem den Hof des ehemaligen Rittergutes umgestaltet. Statt Schotter hat das Paar nun grüne Wiese und Obstbäume vor der Haustür. © Lars Halbauer

Region Döbeln. Leben und Arbeiten in einem Denkmal – für Andreas Reese ist das Realität. Gemeinsam mit seiner Frau und den drei Kindern wohnt der 39-Jährige im ehemaligen Rittergut im Leisniger Ortsteils Börtewitz. Dort ist auch der Sitz des Betriebs des Landwirtes, das Gut Börtewitz.

Seit 2012 ist Reese der Eigentümer des Rittergutes, zuvor war er Pächter. Lediglich die Kulturscheune, die ebenfalls auf dem Gelände steht, ist nach wie vor im Besitz der Stadt Leisnig. Die Gebäude sind saniert, werden zum Wohnen, Arbeiten sowie für Veranstaltungen genutzt. 

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Das Haus, in dem Reese mit seiner Familie sein Zuhause hat, ist mithilfe von Geld aus dem Leader-Programm äußerlich neu gestaltet worden. „Wir haben komplett die Fassade erneuert, zum Teil mit Holzverkleidung, und das Dach saniert“, erzählt Reese. Auch ein weiteres Nebengebäude auf dem Hof sei so gestaltet worden, allerdings ohne Unterstützung aus dem Förderprogramm. „Die haben wir damals verpasst“, sagt Reese.

Bei der Aufarbeitung des Innenhofes des Komplexes hat es dann aber noch einmal mit der Förderung geklappt. „Ursprünglich war der Hof geschottert. Im Sommer hat das gestaubt, im Winter ging der Matsch bis zu den Knöcheln“, berichtet der Landwirt. Nun ist ein Teil des Innenhofes mit Altstadtpflaster versehen, aber auch viel Fläche entsiegelt worden.

„Wir haben Rasen angelegt, sechs Bäume gepflanzt, Spalierobst angebracht“, berichtet der Familienvater. Der Hof habe nun wieder einen „grünen, atmenden Charakter“. Alles sei wohnlicher geworden.

Letzten acht Vorhaben ausgewählt

Zur Leader-Förderung gekommen ist die Familie aus eigenem Interesse heraus. Denn sowohl Reese als auch seine Frau Ulrike sind im Verein Sachsenkreuz plus aktiv, der zur gleichnamigen Leader-Region gehört. „Wir haben an der Leader-Entwicklungsstrategie mitgearbeitet“, sagt Reese. Die aktuelle Förderperiode in Sachen Leader läuft in diesem Jahr aus. Dem Börtewitzer ist es wichtig, dass das Programm fortgesetzt wird. „Es ist wichtig, das Kulturelle zu erhalten. Es gibt in der Region so viel denkmalgeschützte Objekte“, meint Reese.

Ähnlich wie in Börtewitz soll auch der Innenhof des ehemaligen Gasthofes in Ziegra mit Geld aus dem Leader-Programm gestaltet werden. Ende August hat das Entscheidungsgremium von Sachsenkreuz plus zum vorerst letzten Mal Vorhaben für insgesamt rund 350.000 Euro ausgewählt. Eingereicht worden sind 13 Ideen mit einem Volumen von rund 680.000 Euro.

Acht sind davon ausgewählt worden. Darunter sechs denkmalgeschützte, ortsbildprägende Objekte, die saniert und restauriert werden sollen. Dabei sind die Leichenhalle und die Pestalozzischule in Hartha, der Kirchhof in Knobelsdorf, der Innenhof des Ziegraer Gasthofes sowie die Fassade eines Wohn- und Geschäftshauses in Leisnig. Saniert werden können voraussichtlich zudem die Fassade und Zuwegung zu einer Mühle in Strocken bei Großweitzschen. Für den Bahnhof in Westewitz ist ein überdachter Fahrradständer mit E-Bike-Ladestation für Pendler ausgewählt worden, in der Gemeinde Kriebstein soll die Niethammerstraße grundhaft saniert werden. 

Die Genehmigung der Vorhaben durch das Landratsamt steht allerdings noch aus.

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