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Leisniger Kulturbahnhof empfängt erstmals Gäste

Die vier neuen Eigentümer haben sich in den Bahnhof verliebt. Vor der Eröffnung halfen viele Freiwillige mit.

Sina lauscht im Leisniger Kulturbahnhof der Musik, die Ofer aus Israel am frisch restaurierten Flügel und Alireza auf der Violine spielen. Eine Menge Leute nutzten am Sonnabend die Gelegenheit, sich im Bahnhof umzusehen.
Sina lauscht im Leisniger Kulturbahnhof der Musik, die Ofer aus Israel am frisch restaurierten Flügel und Alireza auf der Violine spielen. Eine Menge Leute nutzten am Sonnabend die Gelegenheit, sich im Bahnhof umzusehen. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer

Nach nur sechs Wochen Vorbereitung, die hauptsächlich aus Reinigungs- und Notinstandsetzungarbeiten bestand, hat am Sonnabend der Kulturbahnhof in Leisnig seine Türen geöffnet. Mit dem Fahrrad sind Birgit und Kai aus Freital von Döbeln hierher gekommen. „Wir wollen den Mulderadweg erkunden und sind aber schon in Leisnig hängen geblieben. Das Ambiente und die vielen Leute, das gefällt uns sehr.“

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Schon von weitem hört man die Musik, jede Menge Menschen beobachten, reden, tanzen, trinken, fotografieren. „Ich bin als Kind jeden Tag am Bahnhof gewesen, meist natürlich in der letzten Minute, bevor mein Zug kam. Da habe ich die Schönheit des Gebäudes gar nicht wahrgenommen. Jetzt möchte ich gerne sehen, was daraus geworden ist“, sagt eine ältere Dame, die mit ihren Enkeln zu Gast im Bahnhof ist.

Ofer Löwinger, Alireza Rismanchian, Kathryn Döhner und Christoph Schönbeck sind das Quartett, die jeder zu gleichen Teilen hier mitwirken und bestimmen, wohin die Reise gehen soll. „Ursprünglich wollten wir gar keinen Bahnhof kaufen, eher einen Bauernhof oder so etwas“, berichtet Alireza Rismanchian, der Architektur studiert hat. „Neben dem Bahnhof hatten wir noch ein weiteres Objekt im Augenschein, bei der Besichtigung haben wir uns aber allesamt in das Objekt verliebt. Wir wussten sofort, dort wird ein Probenraum entstehen, das wird ein Büro, das eine Wohnung. Da wussten wir, dass wir hier richtig liegen.“

„Unsere Vision ist, Musik und Kunst gemeinsam mit Gastronomie zu vereinen, Raum zu schaffen für Künstler und Kunstgenießer. Wir wollen Musikunterricht geben und Menschen zusammenbringen“, sagt Ofer Löwinger, während er in die alte Eingangshalle zu einem von ihm sanierten Flügel geht und beginnt, Musik zu spielen. Schnell finden sich auch Alireza und John mit einer Geige und einer Gitarre ein und die Gäste beginnen zu tanzen.

Viele helfende Hände haben ermöglicht, dass der Bahnhof wieder zum Leben erweckt wurde. Dachdecker Frank Lohse hat nicht nur das Dach für die nächste Zeit gesichert, er hat auch einen Scheck über 500 Euro mitgebracht, der in das Projekt Bahnhof einfließen soll.

Freiwillige und neugierige Gäste sind vorbeigekommen und haben gefragt, wie man denn helfen kann. Manchmal musste einfach nur etwas ausgeräumt, die Fenster geputzt und der Besen geschwungen werden.

Das Bahnhofsprojekt wird aus privaten Mitteln finanziert. In der Vision der vier Eigentümer soll der Bahnhof in seinem ursprünglichen Glanz wiedererstrahlen, dafür werden sie aber wohl auch Fördermittel benötigen.

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