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Leisnigs Ampel im Visier der Planer

Die Johannistalstraße wird in diesem Jahr nicht mehr gebaut. Möglicherweise passiert dann aber 2021 noch etwas mehr, als bisher geplant war.

Planer untersuchen gerade, ob die Ampelkreuzung in Leisnig noch ihre Berechtigung hat und ob sie eventuell modernisiert werden müsste. Idealerweise passierte das im Zuge des Ausbaus der Johannistalstraße 2021.
Planer untersuchen gerade, ob die Ampelkreuzung in Leisnig noch ihre Berechtigung hat und ob sie eventuell modernisiert werden müsste. Idealerweise passierte das im Zuge des Ausbaus der Johannistalstraße 2021. © Dietmar Thomas

Leisnig. Eigentlich sollte die Johannistalstraße schon längst in Ordnung gebracht sein. Doch die Pflasterflächen, die unter dem aufgerissenen Asphalt hervortreten, werden immer größer. Und nun steht fest: Die Straße wird 2020 nicht mehr gebaut.

Darüber informierte Bürgermeister Tobias Goth (CDU) jetzt auf Anfrage. Den Stadträten habe er das schon in der zurückliegenden Sitzung gesagt – allerdings im nichtöffentlichen Teil.

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Grund für die nochmalige Verzögerung ist eigentlich eine gute Nachricht: Leisnig bekommt für die Umlastung von Straßen mehr Geld, als bislang ausgerechnet. Das zahlt der Freistaat als sogenannte Einstandspflicht. 

Fördergeld ist bestätigt

Die Umwidmung der Straßen ist schon zum 1. Juli 2019 erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt hat das Land das Umgehungsstraßenstück zwischen Gewerbegebiet und Thielebrücke in einem relativ guten Zustand übernommen, dafür aber die äußerst desolate Johannistalstraße an die Stadt Leisnig übergeben. 

Bis in den Spätsommer 2020 hinein hat es jetzt gedauert, alle Fragen zu klären. Indes stehen alle Unterschriften auf den Verträgen, wie der Leisniger Rathauschef sagte. Auch die Förderzusage aus dem Förderprogramm GAW (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) liege mittlerweile vor. Aus diesem Fonds bekommt die Stadt Leisnig 85 Prozent der kalkulierten Baukosten.

Weil nun etwas mehr Geld als „Einstand“ zur Verfügung steht, hat die Stadt Leisnig Planer beauftragt, sich die einzige Ampelkreuzung Leisnigs – die Johannistalkreuzung – einmal genauer anzuschauen. Die ist zwar erst nach der Wende in den 1990er-Jahren entstanden, inzwischen aber auch schon mehr als 20 Jahre alt.

Gedankenspiel Kreisel

Dem Bürgermeister zufolge seien daher einige Ermüdungserscheinungen festzustellen. Die betreffen zum Beispiel die „Schleifen“, die in der Fahrbahn integriert sind. Goth geht davon aus, dass an der Gesamtkreuzung einige Modernisierungen möglich sind. „Grundsätzlich haben wir uns aber schon gefragt, ob wir eine Ampelanlage überhaupt brauchen“, sagte er.

In vielen Nachbarländern scheinen Kreisverkehrslösungen nach wie vor sehr beliebt. Auch das hätten sich die Planer für Leisnig angeschaut, so der Rathauschef. Allerdings rechnet er nicht damit, dass eine derartige Lösung auf der Chemnitzer Straße umgesetzt werde kann. Denn an nahezu jeder Ecke stünden Gebäude. Mindestens eines müsste abgerissen werden, um die nötigen Radien einhalten zu können.

Was genau sich auf der Kreuzung ändern wird, das will die Verwaltung den Stadträten und Einwohnern zu gegebener Zeit vorstellen. „Den Winter wollen wir dann für die Ausschreibung und Auftragsvergabe nutzen“, kündigte Tobias Goth an.

Baustart erst nächstes Frühjahr

Er rechnet damit, dass ab April/Mai nächsten Jahres mit dem Ausbau begonnen werden kann. Dies jetzt noch vor dem Winter zu tun, hätte er als wenig sinnvoll empfunden, zumal sich damit auch die Bauzeit von rund einem Jahr verlängern würde – und damit die Zeit der Einschränkungen für die Kraftfahrer. 

Sicher ist, dass die Wasserleitungen im Berg nicht mehr mit erneuert werden müssen. Das ist vor kurzem im Hinblick auf die anstehenden Sanierungen schon passiert. Die ist nach wie vor in zwei unterschiedlichen Ausführungen geplant: in einem grundhaften Ausbau vom Stadtwald bis zur Einmündung Jahnstraße. Unterhalb und oberhalb sollte eine Oberflächenbehandlung genügen. 

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Was mit der Kreuzung passiert, steht noch nicht abschließend fest. Gewiss ist dagegen, dass die Kommune durch das Bauen im Jahr 2021 nicht mehr von der gegenwärtig reduzierten Mehrwertsteuer profitieren und somit auch nicht tausende von Euro sparen kann. „Es geht nicht alles“, kommentierte der Bürgermeister diesen Umstand. Er sei froh darüber, dass jetzt das Bauprojekt Lindenplatz zum Abschluss gebracht werden könne. Damit sei schon eine Einsparmöglichkeit verbunden.

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