merken
PLUS Döbeln

176 Millionen Euro fürs schnelle Internet in Mittelsachsen

Im Landkreis werden tausende Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Aber der Ausbau dauert bis 2024.

Allein für das Cluster B, zu dem Döbeln, Kriebstein, Leisnig, Roßwein, Waldheim und Zschaitz-Ottewig gehören, sollen in den kommenden drei Jahren 3.070 Kilometer Glasfaserkabel für das schnelle Internet verlegt werden.
Allein für das Cluster B, zu dem Döbeln, Kriebstein, Leisnig, Roßwein, Waldheim und Zschaitz-Ottewig gehören, sollen in den kommenden drei Jahren 3.070 Kilometer Glasfaserkabel für das schnelle Internet verlegt werden. © dpa

Mittelsachsen. Der Breitbandausbau im Landkreis sei ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Infrastruktur in Mittelsachsen, sagte Landrat Matthias Damm (CDU), bevor die Kreisräte einer Firma den Zuschlag für die Planung, die Errichtung und den Betrieb des Hochgeschwindigkeitsnetzes erteilt haben.

Dafür hoben die Kreisräte gleich viermal die Hände. Denn es sind die letzten vier Cluster, die nun in Angriff genommen werden sollen. „Das heißt aber nicht, dass morgen überall schnelles Internet anliegt“, schränkte Matthias Damm ein. Die Bestätigung eines Unternehmens durch den Kreistag sei jedoch ein wesentlicher Punkt.

Einkaufen und Schenken
Nur einen Klick entfernt
Nur einen Klick entfernt

Hier erhalten Sie nützliche Tipps und die aktuellsten Neuigkeiten rund ums Thema Einkaufen und Geschenke aus Ihrer Region.

Die Mitbewerber könnten allerdings noch Einspruch einlegen, was zu Verzögerungen führen könnte. Deshalb sei nur eine ungefähre Zeitkette bis zur Inbetriebnahme des schnellen Internets in Mittelsachsen festgelegt worden.

Großer Gewinner ist die Firma Eins Energie in Sachsen GmbH & Co. KG aus Chemnitz. Sie hatte bereits während des Kreistages im Mai den Zuschlag für ein Cluster erhalten. Auch diesmal stimmten die Kreisräte für die vier aufgerufenen Cluster mit jeweils einer Enthaltung für das Chemnitzer Unternehmen.

Damit kann der Landrat den Zuschlag an die Firma erteilen, sobald alle Auflagen zur Förderung und Genehmigung für den Breitbandausbau erfüllt sind und die Zuwendungsbescheide des Bundesverkehrsministeriums vorliegen.

27 Schulen und Kliniken dabei

Mit dabei ist auch das Cluster B, zu dem Döbeln, Kriebstein, Leisnig, Roßwein, Waldheim und Zschaitz-Ottewig gehören. In den sechs Kommunen sollen 2.881 Gebäudeanschlüsse in sogenannten weißen Flecken, 27 Schulen und Krankenhäuser außerhalb der weißen Flecken sowie bis zu 4.755 an den Ausbautrassen zu den weißen Flecken liegende Gebäude mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden.

Dafür werden Tiefbauarbeiten auf einer Länge von 505 Kilometern für die Kanäle notwendig. In diese werden 3.070 Kilometer Glasfaserkabel unterschiedlicher Dimensionen in 977 Kilometer Leerrohren verlegt. Außerdem müssen 316 Kabelverzweiger und acht Hauptverteiler errichtet werden. Erreicht werden soll eine Downloadrate von mindestens 30 Mbit/s.

Einschließlich aller Förderungen durch Bund und Land rechnet der Landkreis mit einer Gesamtinvestition in Höhe von reichlich 50,7 Millionen Euro. „Projektstart könnte bereits in diesem Jahr sein“, erklärte der Erste Beigeordnete des Landrats Lothar Beier. Der Ausbau soll bis zum Jahr 2024 abgeschlossen werden. Eine Teilnetzinbetriebnahme sei eventuell ab 2023 möglich.

Drei Cluster in Regionen Freiberg und Mittweida

Ebenfalls vergeben wurden die Cluster C für Altmittweida, Lichtenau und Rossau, Cluster E für Großschirma, Oberschöna und Reinsberg sowie Cluster F für Bobritzsch-Hilbersdorf, Flöha, Frankenberg, Mulda und Weißenborn. In den Breitbandausbau dieser Regionen investiert der Landkreis Mittelsachsen insgesamt rund 125,7 Millionen Euro.

In den drei Clustern sind unter anderem zusammen 4.607 Gebäudeanschlüsse, 4.468 Kilometer Glasfaserkabel in 1.445 Kilometern Leerrohren sowie 394 Kabelverzweiger und der Bau von 23 Hauptverteilern vorgesehen. Die Zeitspanne für den Ausbau ist ähnlich der in der Döbelner Region, also im Cluster B.

Ungleichbehandlung angemahnt

Im Zusammenhang mit der Finanzierung wies SPD-Kreisrat Dieter Greysinger auf eine mögliche Ungleichbehandlung hin. Dies betreffe die Kommunen, die sich selbst um den Breitbandausbau kümmern. In der Region Döbeln sind das Hartha, Großweitzschen und Ostrau.

Sie müssen bei den Kosten in Vorleistung gehen und „könnten möglicherweise auf den Kosten sitzenbleiben“, befürchtet Greysinger. Solange sich die Kosten im Rahmen halten, sei alles in Ordnung. „Wenn sie aber sehr hoch ausfallen, müssen wir uns am Ende über einen Ausgleich unterhalten“, erwiderte der Landrat.

  • Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]

Außerdem machte Dieter Greysinger darauf aufmerksam, dass es jetzt auch ein Graue-Flecken-Programm gibt. Das trifft für Gebiete zu, in denen derzeit Internetgeschwindigkeiten im Download von unter 100 Mbit/s bestehen„Wir müssen darauf achten, dass wir in zwei Jahren die weißen Flecken nicht wieder aufreißen, weil die grauen Flecken hinterherkommen“, mahnte er.

Mehr zum Thema Döbeln