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Nach bizarrem Auftritt: Fliegt Munzig aus der AfD?

Das militärische Strammstehen auf dem Obermarkt in Döbeln ist Munzigs eigener Partei suspekt. Sie will einen Parteiausschluss prüfen.

AfD Fraktionschef Dirk Munzig bei seinem bizarren Auftritt auf dem Döbelner Obermarkt am Montag.
AfD Fraktionschef Dirk Munzig bei seinem bizarren Auftritt auf dem Döbelner Obermarkt am Montag. © Screenshot: SZ

Döbeln. Der Auftritt des Döbelner AfD-Stadtrates Dirk Munzig mit NVA-Mütze bei einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen auf dem Döbelner Obermarkt hat nicht nur deutschlandweit für Hohn und Spott gesorgt. Auch der AfD-Kreisverband Mittelsachsen distanziert sich nun deutlich von seinem Mitglied.

Pressesprecher Jürgen Stein formulierte in einer Pressemitteilung: "Der Kreisverband Mittelsachsen und die Regionalgruppe Nord verurteilen diesen 'Auftritt' aufs Schärfste. Herr Munzig agierte hier nicht für die AfD."

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"Verschiedene Wertevorstellungen"

An der Aktion seien keine weiteren Mitglieder der AfD beteiligt gewesen. "Der Vorstand von Mittelsachsen wird umgehend reagieren und weitere innerparteiliche Schritte einleiten. Die Wertevorstellung der AfD Mittelsachsen sind offenbar völlig unterschiedlich zu denen von Herrn Munzig", so Jürgen Stein. Dies bedeute ein Parteiordnungsverfahren, bei dem alle Parteistrafen in Betracht gezogen werden. Ein Parteiausschluss werde definitiv geprüft.

Munzig habe sich auch schon seit Ende 2019 aus der Parteiarbeit der AfD-Regionalgruppe Nord entfernt und sei bei keiner Sitzungen anwesend gewesen, so Jürgen Stein.

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Auf Anfrage von Sächsische.de hatte Munzig zu seiner Aktion erklärt. "Wir wollten die Polizeieinsatzkräfte klar und deutlich an ihren geleisteten Eid und die freiheitlich-demokratische Grundordnung erinnern."

Dirk Munzig, der aus Dresden stammt, ist Fraktionschef der AfD im Döbelner Stadtrat. 2019 war er gegen Sven Liebhauser (CDU) bei der Wahl des Oberbürgermeisters angetreten, hatte aber verloren.

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