merken
PLUS Döbeln

Region Döbeln: Aggressive Spendensammler unterwegs

Weil sie sich nicht ausgiebig für eine Sammlung für Behinderte interessiert hat, ist eine Frau in Roßwein angepöbelt worden.

Bei dem verdacht, dass es sich bei Spendensammlern um Betrüger handelt, sollte umgehend die Polizei gerufen werden.
Bei dem verdacht, dass es sich bei Spendensammlern um Betrüger handelt, sollte umgehend die Polizei gerufen werden. © Friso Gentsch/dpa

Region Döbeln. Ziemlich aufgeregt hat am Donnerstagnachmittag eine Frau bei Margitta Demmler angerufen, die in Döbeln in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen arbeitet. „Sie wollte wissen, ob wir Spendensammler losgeschickt haben“, erzählt Margitta Demmler.

„Das haben wir nicht“, sagt sie, „und wir als Lebenshilfe wollen uns auch ausdrücklich von solchen Praktiken distanzieren.“ Wie sie berichtet, sei die Frau auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes in Roßwein von mehreren Männern ausländischen Typs angesprochen und um Unterstützung für Behinderte gebeten worden. Weil die Frau sich nicht darauf eingelassen hat, hätten sie die Männer mit Worten beschimpft, die Margitta Demmler nicht wiedergeben will.

Familienkompass 2020
Familienkompass 2020
Familienkompass 2020

Welche Ergebnisse bringt der Familienkompass 2020 für die sächsischen Gemeinden und unsere Region hervor? Auf sächsische.de bekommen Sie alle Infos!

Ähnliche Vorfälle in Döbeln und Leisnig

Ein ähnliches Vorgehen haben Passanten dieser Tage auf dem Edeka-Parkplatz in Döbeln beobachtet. Und laut Facebook hat es mindestens einen derartigen Vorfall mit vermeintlichen Spendensammlern jetzt auch in Leisnig gegeben.

Die Polizei ist am Donnerstag, nachdem eine Anruferin sie um Hilfe gebeten hatte, nach Roßwein gefahren, bestätigt Andrzej Rydzik, stellvertretender Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz. Die beschriebenen Personen seien da zwar nicht mehr angetroffen worden. Aber: „Unsere Kollegen des Döbelner Polizeireviers wurden daraufhin sensibilisiert, beim Streifendienst auf die angeblichen Spendensammler zu achten“, so Rydzik.

Seriöse Sammler weisen sich aus

Er schließt nicht aus, dass unbekannte Täter derzeit in Döbeln und Umgebung sowie im Landkreis Mittelsachsen versuchen, als angebliche Spendensammler an Bargeld oder auch persönliche Daten von Spendenwilligen zu kommen. „Ein solches betrügerisches Vorgehen ist nicht neu und durchaus bundesweit zu beobachten“, sagt der Polizeisprecher.

Er rät aus aktuellem Anlass zur Vorsicht. „Seriöse Spendensammler, wie zum Beispiel von Hilfsorganisationen wie dem DRK, ASB, den Johannitern oder Unicef weisen sich häufig unaufgefordert aus und sie lassen den Angesprochenen Zeit, sich gründlich zu informieren und wohl überlegt zu spenden“, so Andrzej Rydzik.

„Werden Spendenwillige bedrängt, sollten sie andere Passanten lautstark um Hilfe bitten und beim Verdacht, dass es sich um Betrüger handelt, unverzüglich unter 110 die Polizei rufen“, rät der Polizeisprecher. Hilfreich seien dann eine genaue Ortsbezeichnung, eine Beschreibung der vermeintlichen Betrüger und deren Fahrzeugkennzeichen.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln