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Wie viel Drogerie braucht die Region?

Die Leisniger freuen sich, dass am Stadtrand gebaut wird und auch ein Drogeriemarkt dabei ist. Die Harthaer warten darauf noch.

Auf dem Gelände, auf dem Aldi seinen neuen Markt in Leisnig bauen und auf dem auch ein dm-Drogeriemarkt entstehen soll, werden sich zunächst die Archäologen durchs Erdreich graben. Erste Vorbereitungen dafür hat ein Dienstleister schon erledigt.
Auf dem Gelände, auf dem Aldi seinen neuen Markt in Leisnig bauen und auf dem auch ein dm-Drogeriemarkt entstehen soll, werden sich zunächst die Archäologen durchs Erdreich graben. Erste Vorbereitungen dafür hat ein Dienstleister schon erledigt. © Dietmar Thomas

Leisnig/Hartha. Aldi baut in Leisnig neu. Das hat der Discounter schon vor Jahren angekündigt. Jetzt ist es soweit, dass der Bauantrag behandelt wird. Von den Stadträten, die im Verwaltungsausschuss mitarbeiten, sind die Pläne am Donnerstagabend wohlwollend aufgenommen worden.

Nur Stefan Orosz (Die Linke) findet: „Wir haben genug Märkte in Leisnig.“ Ein zusätzlicher entsteht an der Umgehungsstraße direkt neben Rewe aber nicht. Vielmehr will Aldi im Neubau an diesem Standort zeitgemäße Standards umsetzen, Ressourcen schonen

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Die Photovoltaik auf dem Dach soll einen Großteil des eigenen Strombedarfs im Markt decken, erklärte Bauamtsleiter Thomas Schröder auf Anfrage von Konstantin Wiesinger, der im Verwaltungsausschuss als berufener Bürger mitarbeitet. Auch eine Wärmerückgewinnung soll es geben.

Baurecht in Hartha besteht seit mehr als einem Jahr

Zwischen dem Rewe- und dem Aldi-Markt mit knapp 1.100 Quadratmeter Verkaufsfläche soll laut den Bauplänen ein Drogeriemarkt mit knapp 700 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Dafür hat Aldi die Drogeriemarktkette dm gewinnen und sich die Zusammenarbeit vorvertraglich sichern lassen, so Schröder.

Auch in Hartha soll ein Fachmarkt für Drogerieartikel auf dem Areal des Edeka-Marktes entstehen. „Vonseiten der Stadt und des Landratsamtes, das die Baugenehmigung erteilt hat, sind die Voraussetzungen geschaffen worden, dass gebaut werden kann“, sagte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). 

Jetzt liege es in den Händen von Edeka, zu entscheiden, ob und wann es die Baugenehmigung umsetzt. Das Baurecht besteht seit August 2019 und gilt für zwei Jahre.

Hartha hat Hausaufgaben erledigt

„Die Stadt Hartha hält die Forderungen des Regionalentwicklungsplanes und des Landratsamtes ein. Der Fachmarkt soll im Zentrum entstehen, um die Innenstadtentwicklung zu fördern, um Kleinstädte lebenswerter zu machen“, so Kunze. Ein neben Rossmann in Waldheim dritter Markt, also der in Leisnig, werde nicht benötigt. Doch das müsse das Landratsamt klären, meint der Harthaer Bürgermeister.

Bereits im Februar vergangenen Jahres teilte das Vorstandssekretariat von Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen auf Anfrage von Sächsische.de mit, „dass der Bauantrag für einen Drogeriemarkt in Arbeit ist“. Eine erneute Anfrage bei Edeka in dieser Woche blieb bisher unbeantwortet.

Um die Voraussetzungen für den Bau zu schaffen, musste der im Oktober 2011 beschlossene vorhabenbezogene Bebauungsplan „Edeka-Lebensmittelmarkt“ geändert werden. Das erfolgte im September 2018.

Drogeristen überall willkommen

Die Zahlen zeigen, dass Hartha im Bereich Angebote hinsichtlich von Drogerieartikeln unterversorgt ist. Der Durchschnitt beträgt 0,06 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Einwohner. Hartha hat nur 0,03 Quadratmeter aufzuweisen. „Der Markt ist von Bürgern, den Räten und der Verwaltung gewollt. Wir wollen helfen, dass er entsteht“, sagte Stadtrat Ronny Walter (CDU) auf einer Sitzung.

Um den Drogeriemarkt hat es im Vorfeld schon einige Reibereien zwischen Hartha und Leisnig gegeben, nicht zuletzt mussten deshalb auch bestimme Parameter in Einzelhandelskonzepten nachgewiesen werden. Der eine sah seinen Markt in weite Ferne rücken, wenn der in der Nachbarstadt entsteht. Leisnigs Stadträte dagegen finden, dass ein Drogeriemarkt in jeder Stadt seine Berechtigung hat.

Zunächst Kampf um Vollsortimenter

„Ich freue mich wirklich riesig, dass der Markt nach großem Kampf jetzt endlich realisiert wird“, sagte Hansjörg Oehmig (CDU). Den Standort insgesamt verteidigte CDU-Fraktionschef Rüdiger Schulze. „Der Rewe-Markt dort hat sich etabliert, wird von den Leisnigern angenommen“, schätzte er ein.

Um einen sogenannten Vollsortimenter, wie Rewe einer ist, gab es vor der Ansiedlung große Diskussionen. Zunächst war von den Märkten selbst ein Standort am Stadtbad favorisiert worden. Weil der aber letztlich nicht infrage kam, haben die Stadträte eine Erweiterung des Gewerbegebietes am Stadtrand durch- und umgesetzt. Dort werden die Kunden nun wahrscheinlich ab Ende 2021 bei Rewe, Aldi und dm einkaufen können. 

Vom bisherigen Markt an der Colditzer Straße will Aldi so umziehen, dass die Kunden auf nichts über längere Zeit verzichten müssen. Inwieweit der derzeitige Markt weitergenutzt oder abgerissen wird, ist offen. Sicher ist dagegen, dass die Fläche für den benachbarten Archivdienstleister DMI die letzte Erweiterungsmöglichkeit ist. Dann ist die Kapazität an diesem Standort erschöpft. 

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