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Wie wär’s mit einem Strohballenhaus?

Die Akteure im Gebiet Sachsenkreuz+ haben einen Wettbewerb und bis zu 40.000 Euro Preisgeld ausgelobt. Innovative Ideen sind gefragt.

Nachhaltiges und innovatives Bauen steht im Mittelpunkt eines Wettbewerbes für die Leader-Region Sachsenkreuz+. Unter diesem Gesichtspunkt kann auch der Baustoff Stroh mithalten.
Nachhaltiges und innovatives Bauen steht im Mittelpunkt eines Wettbewerbes für die Leader-Region Sachsenkreuz+. Unter diesem Gesichtspunkt kann auch der Baustoff Stroh mithalten. ©  Heidi Snel / Ökofilm

Region Döbeln. Für derartige Ideen ist die Altgemeinde Bockelwitz schon immer offen gewesen. Vor Jahren sind zwei Neubauten – die Krippe Nido und die Kulturscheune in Börtewitz – statt in herkömmlicher in Lehmbauweise entstanden.

Schon damals war im Gespräch, am Rande von Bockelwitz Strohballenhäuser zu errichten. Genau dieses Thema ist jetzt wieder aktuell. Architektin Valérie Madoka Naito hat für zwei solcher Häuser eine Bauvoranfrage gestellt.

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Zum Tag der Architektur am Sonntag kommender Woche stellt sie den Baustoff Stroh, und wie dieser bereits eingesetzt wird, bei einer filmischen Deutschlandreise vor.

Ob gebaut oder in Planung: Jeder kann mitmachen

Viele solcher innovativen Ideen wünschen sich die Mitglieder des Vorstandes und des Entscheidungsgremiums der Leader-Aktionsgruppe Sachsenkreuz+. Sie haben zum ersten Mal einen Wettbewerb ausgelobt, in dem sie aus dem Budget der Förderregion 40.000 Euro Preisgelder zur Verfügung stellen.

Gesucht werden innovative Ideen zum Einsatz alternativer Bauformen und Baustoffe. Davon gibt es einige, wovon sich zuletzt zum Beispiel Gäste bei der Eröffnung des Schulbauernhofes in Klosterbuch überzeugen konnten. Dort wurden beim Neubau des Stallgebäudes Dämmstoffe verwendet, die bislang nicht unbedingt ganz oben auf der Liste der verwendeten Materialien standen.

Bei diesem Bauprojekt handelt es sich um ein von Sachsenkreuz+ mit EU-Geld gefördertes Vorhaben. Aber nicht nur Bauherren, die schon Unterstützung bekommen, steht eine Teilnahme am Wettbewerb offen.

Laut Ausschreibung sind alle interessierten Bürger, Vereine, Firmen und Institutionen zur Beteiligung aufgerufen. Voraussetzung ist, sie haben ihren Sitz im Gebiet von Sachsenkreuz+ oder planen, das Projekt dort zu verwirklichen. Es kann auch schon umgesetzt sein. Allerdings sollte dies nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Details zu den Wettbewerbsbedingungen sind auf der Internetseite nachzulesen oder können beim Regionalmanagement erfragt werden.

EU fördert alternative Bauformen

Die Förder- und somit die Wettbewerbsregion umfasst die Städte und Gemeinden Döbeln, Leisnig, Geringswalde, Hartha, Mittweida, Waldheim, Altmittweida, Großweitzschen, Kriebstein und Lichtenau. Genau dort will die Aktionsgruppe „die Nachhaltigkeit beim Bau beziehungsweise der Erstellung von Wohn-, Gewerbe- und Freizeiteinrichtungen unterstützen, indem sie innovative Ideen beim Einsatz alternativer Bauformen und -stoffe fördert“.

Zu diesen Baustoffen gehört Stroh dazu. Damit beschäftigt sich Valérie Madoka Naito bereits, seit sie sich 1988 entschlossen hat, Architektur zu studieren. Aus ihrer Sicht ist das Bauen mit Strohballen zu einer ernstzunehmenden ökologischen Bauweise geworden.

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Stroh schaffe nicht nur eine gesunde Wohnqualität, sondern sei auch unschlagbar in Sachen Klimaschutz. Es binde Kohlendioxid, benötige kaum Energie in der Herstellung und habe hervorragende Dämmeigenschaften.

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Bei ihrem Filmvortrag zum Tag der Architektur stellt sie neben Eigenheimen in dieser Bauweise auch das bisher größte Strohballengebäude in Deutschland vor: einen Fünfgeschosser. Wegen der Corona-Einschränkungen ist eine Anmeldung zu diesem Vortrag am 27. Juni, 18 Uhr, in Dresden unbedingt erforderlich.

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