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Döbeln

Angeklagter wirklich krank?

Ein Mann erscheint nicht vor Gericht. Die Polizei findet ihn im Krankenhaus. Seine Nachbarn wollen ihm die Krankheit nicht glauben.

Der Angeklagte soll ein Sparschwein gestohlen haben.
Der Angeklagte soll ein Sparschwein gestohlen haben. © Dietmar Thomas/Archiv

Döbeln. Der Vorfall erregt die Gemüter noch heute. Ende Januar ließ ein Mann in einem Döbelner Friseursalon ein Sparschwein mitgehen.

Er hatte einen Termin für seine Frau haben wollen, berichtete die Inhaberin der Polizei. Er fragte, ob er die Toilette benutzen darf, und wies danach darauf hin, dass ein Waschbecken auslaufe. Die Kollegin habe die Pfütze weggewischt. In der Zwischenzeit nahm der Mann seine Jacke vom Tresen, die er dort abgelegt hatte, und mit ihr auch das Sparschwein und ging.

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Erste Verhandlung fällt wegen Krankheit aus

Einen Tag später erkannte die Friseurmeisterin den mutmaßlichen Dieb in der Stadt wieder. Sie verständigte die Polizei, die den Mann kontrollierte und Ermittlungen aufnahm.

Im September war eine Verhandlung angesetzt. Dem Angeklagten werden der Diebstahl des Sparschweins sowie weitere Eigentumsdelikte vorgeworfen. Doch die musste abgesagt werden, weil sich der Mann im Krankenhaus befunden hat. Die entsprechende Bescheinigung liegt vor.

Nun ist die Verhandlung erneut vor dem Amtsgericht Döbeln angesetzt. Doch vom Angeklagten keine Spur. Dafür sind zwei Frauen als Zuschauer anwesend, die im gleichen Haus wie der Mann wohnen. „Ich habe ihn eine Stunde vor dem angesetzten Termin noch putzmunter im Haus gesehen“, sagte eine von ihnen.

Zuführung bleibt ohne Erfolg

Richterin Nancy Weiß veranlasst eine Zuführung durch die Polizei. Doch diese Maßnahme bleibt ohne Erfolg. Die Polizei findet den Mann schließlich im Krankenhaus. Er soll an einer Magen-Darm-Erkrankung leiden und zwei bis drei Tage keinen Kontakt zu anderen Personen haben. „Der trickst doch nur“, ist die Reaktion der Nachbarinnen, als die Richterin diesen Sachverhalt bekannt gibt.

Nancy Weiß setzt einen neuen Verhandlungstermin fest. Sie lässt prüfen, ob Maßnahmen ergriffen werden, die sein Erscheinen vor Gericht sicherstellen.

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