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Angst vor mehr Verkehr und Lärm

Die Agrargenossenschaft will im Kriebsteiner Ortsteil Reichenbach eine neue Halle bauen. Aber das gefällt nicht jedem.

Auf dem Gelände der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg in Reichenbach soll rechts neben der Einfahrt eine neue Halle gebaut werden. Die Anwohner befürchten, dass es dadurch mehr Krach und Verkehr in ihrem Ortsteil gibt.
Auf dem Gelände der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg in Reichenbach soll rechts neben der Einfahrt eine neue Halle gebaut werden. Die Anwohner befürchten, dass es dadurch mehr Krach und Verkehr in ihrem Ortsteil gibt. © Lars Halbauer

Kriebstein. Der Bauantrag ist in Arbeit. Auf ihrem Gelände in Reichenbach will die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg eine neue Halle errichten lassen. Dorthinein sollen der Bürotrakt, Werkstatt und Lagerräume.

Um Gerüchten vorzubeugen und die Anwohner so früh wie möglich einzubeziehen, informierte Vorstandsvorsitzender Marcus Glitz während einer Ortschaftsratssitzung die Anwohner über die Pläne. 

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Bereits im Vorfeld hatten mehrere Anlieger Bedenken geäußert und brachten diese auch während des Gesprächs vor. Sie befürchten mehr Lärm und Verkehr in dem kleinen Ortsteil der Gemeinde Kriebstein.

Den Planungen zufolge soll die Halle quer zur Straße vor die derzeitige Lagerhalle gebaut werden. Sie ist 56 Meter lang und 22 Meter breit.

Aus drei Standorten soll einer werden

Gleichzeitig will die Agrargenossenschaft mit dem Neubau drei Standorte zu einem zusammenlegen. Derzeit verfügt der Landwirtschaftsbetrieb noch über Standorte in Grünlichtenberg, wo sich das Büro und die Werkstatt befinden und die Tankstelle in Greifendorf. 

„Durch die dezentrale Lage entstehen sehr viele Fahrten, die durch die Zusammenlegung vermieden werden können“, erklärte Marcus Glitz. Er schätzt ein, dass sie rund 40 mal pro Tag nach Grünlichtenberg fahren müssen, etwa um Material zu holen. Das macht unsere Arbeit uneffizient“, so Glitz.

Arbeitsbedingungen zum Teil schlecht

Weitere Beweggründe seien die Arbeitsbedingungen. Im sogenannten Technik-Stützpunkt zum Beispiel gebe es kein fließendes Wasser. Die Sanitärbedingungen seien unzureichend.

Das Grundstück, auf dem die Gebäude in Grünlichtenberg stehen, gehöre überdies nicht der Agrargenossenschaft. „Es ist nur eine Frage der Zeit, dass wir dort ohnehin wegmüssen“, so Glitz. Der Vorstandsvorsitzende verschwieg nicht, dass derzeit auf der Landwirtschaft ein enormer Druck lastet. Subventionen würden immer mehr gekürzt. Die Preise für Maschinen sind ebenso gestiegen wie die Pachten und berechtigterweise die Löhne. 

Alte Infrastruktur macht Arbeit uneffizient

Auch habe sich der Betrieb seit der Übernahme im Jahr 1990 gewandelt. „Früher hatten wir 9.000 Hektar zu bewirtschaften, jetzt sind es noch rund 3.500 Hektar. Das bedeutet, das, womit wir Geld verdienen, wird immer weniger. Die alte Infrastruktur haben wir aber noch am Hals. Wenn der Betrieb Zukunft haben soll, müssen wir uns anpassen“, so Glitz.

Die Anwohner jedoch befürchten, dass durch die neue Halle noch mehr Lärm und Verkehr nach Reichenbach kommt. „Wir haben schon die Ferkelzucht in unserem Ort, was soll noch alles hier herkommen?“, fragt ein Einwohner. 

Nachts sei es durch die Anlieferung und das Verladen des Getreides manchmal so laut, dass die Anwohner nicht schlafen können. Auch die Lüfter würden ein störendes Geräusch verursachen. „Das klingt wie ein Hubschrauber“, so ein Anwohner.

Marcus Glitz sieht jedoch keinen Grund zur Sorge. „Im Zusammenhang mit dem Neubau wird es eher weniger Verkehr geben, weil unsere Fahrten zu den Außenstellen entfallen. Zudem müssen wir Umwelt-Auflagen und auch solche hinsichtlich der Lärmbelästigung erfüllen. Halten wir die nicht ein, bekommen wir gar keine Baugenehmigung“, sagt er.

In Grünlichtenberg gab es noch nie Beschwerden

Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) sagte, dass es in Grünlichtenberg nie Beschwerden wegen den Lärmbelästigungen durch die Werkstatt gegeben habe. „Den Krach während der drei bis vier Wochen der Erntezeit können wir allerdings kaum abstellen“, so Glitz. Er bat die Anwohner diesbezüglich um Verständnis.

Er versprach, sich der Befürchtungen der Anwohner anzunehmen. So wurde angeregt, die Ein- und Ausfahrt so zu verlegen, dass die Erntemaschinen und Traktoren nicht an der Kreuzung an der Gaststätten „Zum Trompeter“ noch einmal anhalten müssen, um die Vorfahrt zu beachten. Dazu seien allerdings Gespräche mit Grundstückseigentümern erforderlich.

Derzeit sind bei der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg 30 Mitarbeiter beschäftigt, acht davon im Büro. Zum Fuhrpark gehören unter anderem drei Mähdrescher und sieben Traktoren.

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