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Archäologen graben 2021 in Leisnig weiter

Die Voruntersuchungen auf dem Baugelände von Aldi sind ohne Ergebnis geblieben. Nebenan war eine Siedlung aus der römischen Kaiserzeit entdeckt worden.

Erste Voruntersuchungen auf dem Aldi-Baugrundstück in Leisnig haben keine Hinweise auf eine frühere Besiedlung dieses Stück Land gebracht.
Erste Voruntersuchungen auf dem Aldi-Baugrundstück in Leisnig haben keine Hinweise auf eine frühere Besiedlung dieses Stück Land gebracht. © Dietmar Thomas

Leisnig. Die Erdbewegungen auf dem Gelände, auf dem Aldi an der Umgehungsstraße in Leisnig bauen will, sind erst die vorbereitenden Arbeiten.

Wer hofft, dass nun die Bagger anrücken und der Tiefbau für den Discounter und den dm-Drogeriemarkt beginnt, wird enttäuscht. Erst im Frühjahr 2021 soll Baustart sein. Trotzdem waren die Erstuntersuchungen der Archäologen schon einmal ein wichtiger Schritt für den Bauherren und die Planerin.

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„Auf der vorgesehenen Baufläche haben unsere Mitarbeiter eine Voruntersuchung durchgeführt“, teilt Dr. Christoph Heiermann, Referatsleiter beim Landesamt für Archäologie Sachsen, auf Anfrage mit. „Dabei konnten jedoch keinerlei archäologischen Befunde oder Funde festgestellt werden“, sagte er. Somit sei an dieser Stelle auch keine archäologische Ausgrabung vonnöten.

Trotzdem werden die Archäologen noch einmal nach Leisnig kommen. Nach Angaben Heiermanns ist noch ein etwa 20 Meter breiter Streifen zwischen dem Aldi-Baufeld und der damaligen Rewe-Grabung unangetastet geblieben. „Zu diesem Feld haben wir derzeit noch keinen Zugang“, begründete der Referatsleiter.

Siedlungsreste aus der römischen Kaiserzeit

Die Grabungen dort nehme das Landesamt aller Voraussicht nach im kommenden Frühjahr baubegleitend in Angriff. Dass die Archäologen dann wieder fündig werden, ist gar nicht so abwegig. Denn dort, wo die Kunden jetzt ihre Einkaufswagen durch die Rewe-Regalreihen schieben, waren die Experten im Sommer 2015 auf Erstaunliches gestoßen: eine Siedlung der jüngeren römischen Kaiserzeit.

„Wir sprechen vom 3. Jahrhundert nach Christus“, erklärte Cornelia Rupp, Sprecherin des Landesamtes für Archäologie. Damals hatten die Beteiligten zwei Grabungsfelder angelegt. Auf denen konnte Grabungsleiterin Susanne Schöne zwei Typen von Häusern rekonstruieren. „Zum einen die Grubenhäuser. Die sind nicht groß, nur sechs bis acht Quadratmeter“, sagte sie. Diese wurden als Werkstatt genutzt, in denen zum Beispiel getöpfert und gewebt wurde.

Gefunden haben die Archäologen den Abdruck eines Webrahmens sowie Spinnwirtel. Sie dienten als Gewichte für die Fäden, die in einem vertikalen Rahmen gespannt waren. „Das ist die typische Art der Stoff- und Gewerbeherstellung der damaligen Zeit“, so Schöne.

Insgesamt waren vier dieser Grubenhäuser zum Vorschein gekommen, außerdem drei Feuerstellen beziehungsweise Öfen. Aldi will neben Rewe einen modernen Markt mit Wärmerückgewinnung und Photovoltaik auf dem Dach bauen. Zwischen Aldi und Rewe wird der Drogeriemarkt entstehen.

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