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Asbest auf Leisniger Hasenberg entsorgt

Das Krebs auslösende Material liegt an einer Weggabelung. Die Dachschindeln wenige Meter weiter im Grünen – in Sichtweite das Schild „Naturschutzgebiet“.

Neben Bauschutt ist auch eine Ladung Dachschindeln ins Grüne gekippt worden. Von der Menge her könnten sie von einer Laube oder einem kleinen Anbau stammen.
Neben Bauschutt ist auch eine Ladung Dachschindeln ins Grüne gekippt worden. Von der Menge her könnten sie von einer Laube oder einem kleinen Anbau stammen. © Heike Heisig

Leisnig. Regelmäßig geht ein Leisniger mit seinem Hund im Bereich Hasenberg spazieren. Dabei ist er nicht zum ersten Mal auf illegale Müllkippen gestoßen. Was er vor ein paar Tagen wieder entdeckt hat, verschlägt ihm beinahe die Sprache.

Er erzählt von Bauschutt direkt im Wald. Aber auch von Wellasbest, „fein säuberlich an einer Weggabelung aufgestapelt“, schildert er. Von dort geht ein Landwirtschaftsweg ab in Richtung Tautendorf. Gleich auf den ersten Metern hat der Müllsünder ins Gras am Rand eine Ladung Dachschindeln gekippt. Wer sich umdreht, schaut auf die „Eule“, also das Hinweisschild Naturschutzgebiet.

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Alte Druckerei wird zur illegalen Müllkippe

„Das geht zu weit“, findet der Leisniger, der seine Entdeckung nicht für sich behält. „Das hat dann auch nichts mit Verpetzen zu tun“, sagt Ines Kunze. Sie ist Mitarbeiterin im Ordnungsamt der Stadt Leisnig und beschäftigt sich häufiger mit solchen illegalen Müllablagerungen. 

Dazu zählen auch abgestellte Fahrzeuge im öffentlichen Bereich oder Mülltourismus im Umfeld von Industriebachen. Die ehemalige Druckerei in Leisnigs Altstadt wird beispielsweise mehr und mehr zu einer illegalen Müllkippe. Solche und ähnliche Fälle, wie im August diesen Jahres in der Altstadtgasse, aufzunehmen und zu bearbeiten, füllt jedes Kalenderjahr ungefähr einen Aktenordner.

Als „neuen“ Fall heftet Ines Kunze nun die Müllablagerungen am Hasenberg dazu. Darüber wird sie die Landkreisbehörde informieren, die dann für die fachgerechte Entsorgung verantwortlich zeichnet. „Um kleinere Sachen kümmert sich unser Bauhof“, sagt Ines Kunze, „um Müll größeren Umfangs der Landkreis.“ 

Er ist öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger. Die Kosten, die ihm dabei entstehen, sind bereits Bestandteil der Abfallentsorgungsgebühr, teilt Peggy Zill, Pressereferentin des Landratsamtes Mittelsachsen, mit.

Asbest gehört genau wie Dachpappe zu den gefährlichen Abfällen. Auf dem Hasenberg wurden sie nur wenige Meter vom Naturschutzgebiet entfernt in die Landschaft gestapelt.
Asbest gehört genau wie Dachpappe zu den gefährlichen Abfällen. Auf dem Hasenberg wurden sie nur wenige Meter vom Naturschutzgebiet entfernt in die Landschaft gestapelt. © Heike Heisig

Müllsünder drohen empfindliche Strafen

Trotzdem werde beim Einsammeln des Mülls beziehungsweise bei der Prüfung der Anzeige immer wieder nach Anhaltspunkten nach den Tätern gesucht. „Auch durch Hinweise von Bürgern werden teilweise Umweltsünder ermittelt“, sagt Peggy Zill. Sei dem die Tat nachzuweisen, drohen teilweise empfindliche Strafen.

Wer beispielsweise Grünschnitt entsorgt und wird dabei erwischt, der muss mit einem Bußgeld zwischen 10 und 1.500 Euro rechnen. Die Höhe hängt davon ab, ob es sich um eine Schubkarren- oder eine Lastwagenladung handelt, die im Wald oder auf einer Lichtung landet. In Leisnig ist das unlängst auf den sogenannten Läusewiesen passiert. Der Übeltäter ist dabei beobachtet worden. Deshalb wird das Folgen für ihn haben.

Bußgeld bis zu 25.000 Euro möglich

Bei den am Hasenberg entdeckten Ablagerungen handelt es sich mit Asbest und Dachpappe um gefährlichen Abfall. „Bei diesem fällt der Bußgeldrahmen mit 50 bis 25.000 Euro deutlich höher aus“, so die Pressereferentin.

Solche Strafen schrecken Umweltsünder ab kaum ab, und die Möglichkeiten der Abwehr sind eingeschränkt. „Flächen einzuzäunen oder Findlinge abzulegen, die Zufahrten versperren, das ist im Wald oder der Landschaft größtenteils nicht möglich“, so Peggy Zill. 

Der Landkreis versuche, mit dem Anbringen von Verbotsschildern an den meist genutzten Ablagerungsorten entgegenzuwirken. „Auch wir haben solch ein Schild für den Hasenberg bekommen“, so die Mitarbeiterin des Leisniger Ordnungsamtes.

Hinweise auf illegale Müllablagerungen und deren Verursacher nehmen das Ordnungsamt der Stadt Leisnig sowie das Referat Abfall- und Bodenschutz beim Landratsamt Mittelsachsen entgegen. Auch wenn Hinweise anonym eingehen, werden sie bearbeitet.

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