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Aufregung wegen vier Euro

Die Mädchen und Jungen der ersten Klasse der Grundschule Großweitzschen werden nicht im Hort betreut. Müssen die Eltern trotzdem die Beiträge zahlen?

In Großweitzschen kann eine Klasse derzeit nicht im Hort betreut werden. Das ärgert die Eltern.
In Großweitzschen kann eine Klasse derzeit nicht im Hort betreut werden. Das ärgert die Eltern. © André Braun/Döbelner Anzeiger

Großweitzschen. Einige Eltern, deren Kinder den Hort im Grünen in Großweitzschen besuchen, sind sauer. Am Montagmittag haben sie erfahren, dass die 24 Schüler der ersten Klasse ab Dienstag nicht im Hort betreut werden können. Sie sollen direkt nach dem Unterricht abgeholt werden. Diese Information sei viel zu kurzfristig erfolgt, meinen die Eltern. Und sie stellen die Frage, ob sie die Elternbeiträge trotzdem zahlen müssen und die Verwaltung „sich das Geld für eine nicht erbrachte Leistung einsteckt?“

Denise Lange, Leiterin des Haupt- und Personalamtes in der Gemeindeverwaltung Großweitzschen, kann in vielerlei Hinsicht beruhigen. Sie bittet aber auch um Verständnis und erklärt auf Nachfrage von Sächsische.de die Situation.

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Gruppen streng getrennt

Die Leiterin des Horts ist nach ihrem Erziehungsurlaub nicht in die Einrichtung zurückgekehrt, sondern hat gekündigt. Eine Nachfolgerin gibt es noch nicht, sodass zurzeit nur vier Erzieherinnen zur Verfügung stehen, also für jede Klasse eine. Nach der neuen Corona-Schutzverordnung geht der Hort, wie im Frühjahr, wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb über.

„Das heißt, jede Gruppe wird stets von derselben Erzieherin betreut. Die Gruppen gehen einzeln essen, danach wird der Raum desinfiziert. Am Nachmittag halten sich die Kinder in den Gruppenräumen oder in getrennten Außenbereichen auf. Und die Eltern holen sie an unterschiedlichen Ecken ab“, fasst Denise Lange zusammen.

Beitrag wird erstattet

Die Erzieherin der ersten Klasse hat am Montagmorgen mitgeteilt, dass sie erkrankt ist – aber nicht an Corona. Die Eltern der Erstklässler sind, in Abstimmung mit dem Bürgermeister, bereits am Mittag desselben Tages über die Situation informiert worden, damit sie ab Dienstag die Betreuung ihrer Kinder nach der Schule organisieren können. Denn eine andere Erzieherin steht nicht zur Verfügung. Zudem haben die Eltern noch ein entsprechendes Schreiben erhalten.

Die erkrankte Erzieherin fehlt voraussichtlich bis zum Freitag. „Den Elternbeitrag werden wir für diese Zeit erstatten“, sagt Denise Lange. Für die vier Tage sind das bei einer Vier-Stunden-Betreuung insgesamt 4 Euro und bei einer Sech-Stunden-Betreuung 8 Euro.

Kein Wechsel der Erzieherinnen

Zum einen hat die Hauptamtsleiterin Verständnis für die Eltern, die sich nun zusätzlich um die Unterbringung ihrer Kinder kümmern müssen. Zum anderen findet sie es traurig, „dass manche Eltern Corona auf die leichte Schulter nehmen“.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Bereits seit Oktober leiden zwei Mitarbeiter der Verwaltung an der Lungenkrankheit und sie hätten noch immer starke Symptome, sodass sie auch nach sechs Wochen noch nicht wieder arbeiten können. Um möglichst weitere Fälle zu vermeiden, werde sich die Gemeinde an die Vorschriften halten und die Erzieherinnen nicht zwischen den Gruppen wechseln, wie es einige Eltern vorgeschlagen haben.

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