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Döbeln

Barrierefrei in Roßweins Stadtbibliothek

Nach dem Dach soll auch der Zugang zur Bücherei erneuert werden. Aber einige Stadträte haben einen Einwand.

Die Rollstuhlrampe und die Treppe zum Eingangsbereich der Roßweiner Stadtbibliothek werden ab Mitte November saniert.
Die Rollstuhlrampe und die Treppe zum Eingangsbereich der Roßweiner Stadtbibliothek werden ab Mitte November saniert. © Dietmar Thomas

Roßwein. Die Rampe, über die Menschen im Rollstuhl oder mit einem Rollator in die Stadtbibliothek gelangen, bröckelt und entspricht nicht mehr den heutigen Normen.

Ähnlich sieht die Treppe aus. Beides soll erneuert werden. Für die Sanierung hat die Stadt Roßwein über das Programm „Barrierefreies Bauen 2020 – Lieblingsplätze für alle“ des Staatsministeriums für Soziales einen finanziellen Zuschuss beantragt. Vom Landkreis Mittelsachsen, der für die Vergabe zuständig ist, erhielt die Stadt die Zusage für die hundertprozentige Förderung. Das heißt, Roßwein könnte für das Projekt 25.000 Euro ausgeben.

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„Voraussetzung ist, dass die Arbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen und das Fördergeld abgerechnet ist“, sagte Bauamtsleiter Dirk Mehler während der Stadtratssitzung.

Räten fehlt der Überblick über Angebote

Die Planung entsprechend der Vorgaben der Barrierefreiheit und die Kostenschätzung waren durch das Bauplanungsbüro Bauer bereits im Vorfeld erfolgt. Für die Vergabe des Auftrages hatte die Stadt drei Angebote eingeholt und sich für die Firma Hoch- und Ausbau Gesellschaft Waldheim entschieden. Sie hatte mit knapp 17.300 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Ob der Betrag für die vorgesehene Erneuerung auch ausreicht, hatte das Planungsbüro ebenfalls geprüft.

Obwohl letztendlich alle Stadträte für die Hoch- und Ausbaugesellschaft stimmten, gab es doch aus deren Reihen Kritik. Denn in der Beschlussvorlage, die den Räten zur Verfügung stand, wurden die beiden anderen Firmen und deren Angebotssummen nicht genannt. Das sei nicht in Ordnung. Schließlich müsse die Entscheidung für das Waldheimer Unternehmen für alle nachvollziehbar sein.

Dem stimmte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) zu. Er versicherte, dass sich die Stadt für das günstigste Angebot entschieden habe und, dass alle Stadträte zeitnah über die anderen beiden Firmen und Angebote informiert werden.

Kurze Ausleih-Pause ist nicht auszuschließen

Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende November/Anfang Dezember beginnen. „Die Bauzeit beträgt etwa drei Wochen“, so Mehler. Der vorhandene Zugang wird komplett entfernt. Die neue Treppe entsteht aus Fertigbetonstufen und erhält wieder ein Geländer. 

Auf der Rampe wird Betonpflaster verlegt. „Die Rampe ist etwa sechs Meter lang, 1,75 Meter breit und hat ein Gefälle von sechs Prozent“, erklärt Ulli Hering, Geschäftsführer der Firma Hoch- und Ausbau.

Während der Bauzeit soll die Ausleihe von Medien weiter möglich sein und durch das linke äußere Fenster der Bibliothek erfolgen. Bis dahin sei auch das Gerüst, das zur Dachsanierung benötigt wurde, abgebaut, so Matthias Lange vom Bauamt. Er weist auch darauf hin, dass es bautechnisch notwendig werden könnte, die Bibliothek kurzzeitig ganz zu schließen.

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