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Bei der S 32 gibt es ein Wasserproblem

Künftig soll kein Regenwasser in den Ebersbach und in den Bärentalbach geleitet werden. Aber das ist aufwendig.

Der Ausbau der S 32 zwischen Döbeln und Neudorf ist schon lange geplant. Jetzt kommt Bewegung in die Vorbereitungen.
Der Ausbau der S 32 zwischen Döbeln und Neudorf ist schon lange geplant. Jetzt kommt Bewegung in die Vorbereitungen. © Lars Halbauer

Döbeln. Nach vielen Jahren Wartezeit kommt jetzt auch der Neubau des letzten Abschnittes der S 32 zwischen Krematorium und Neudorf in greifbare Nähe. Im Herbst hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) als Bauherr ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion Sachsen beantragt. Und die ist ziemlich flott. Seit Donnerstag liegen die Unterlagen zur Einsichtnahme im Planungsamt der Stadtverwaltung Döbeln aus. Wer sich dafür interessiert, muss sich aber noch nicht einmal aus dem Haus bewegen. Die Unterlagen sind nämlich auch im Internet einzusehen.

Zu schmal, zu schlecht

Insgesamt geht es um rund 1,2 Kilometer Staatsstraße und darum, sie für den Verkehr fit zu machen. Mit Breiten von derzeit 5 bis 5,50 Metern ist sie für eine Straße ihrer Klasse zu schmal, stellen die Planer fest. Der Zustand der Straße ist schlecht. Die Ränder brechen aus, es gibt Tragfähigkeitsschäden, die Fahrbahn ist uneben und die Bankette sind meist zu schmal.

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Die neue Straße soll zwei Fahrbahnen von je 3 Metern Breite, plus einem halben Meter asphaltiertem Randstreifen und jeweils 1,50 Metern Bankett bekommen. Theoretisch könne die Straße noch einen Meter breiter sein, allerdings sehen das die Planer nicht als notwendig an, weil der Verkehr auf der S 32 mit prognostizierten 3.500 Fahrzeugen am Tag relativ gering ausfallen wird. Zum Vergleich: Für die neue Brücke Schillerstraße werden etwa 7.000 Fahrzeuge am Tag prognostiziert.

Vorhandene Trasse wird optimiert

An der Trassenführung soll sich auch mit dem Ausbau der Straße nicht viel ändern. Sie wird im Großen und Ganzen beibehalten. Die Fahrbahn wird um maximal 13 Meter verschoben, um die Linienführung an den aktuellen Regelstandard anzupassen.

Eine wesentliche Neuerung ist dagegen der geplante Radweg entlang des Abschnitts. Das Lasuv hat dafür zwei Varianten untersuchen lassen. In die engere Wahl kommt ein Radweg direkt entlang der Straße. Sie ist um 200 Meter kürzer als die zweite Variante, die die Nutzung von bereits vorhandenen Feldwegen vorsieht.

Der Ausbau der Feldwege über die sogenannte Butterbüchse zum Radweg ist untersucht worden, kommt aber nicht in die engere Wahl. Er wäre 200 Meter länger.
Der Ausbau der Feldwege über die sogenannte Butterbüchse zum Radweg ist untersucht worden, kommt aber nicht in die engere Wahl. Er wäre 200 Meter länger. © Lars Halbauer

Feldweg als Radweg?

Feldwege als Radweg - das sehen die Planer kritisch, weil dafür größere Flächen neu mit Asphalt versiegelt werden müssen. Die Fahrbahn müsste wegen des landwirtschaftlichen Verkehrs breiter ausfallen als die 2,50 Meter eines normalen Radweges. Es besteht die Möglichkeit von gefährlichen Begegnungen mit Landwirtschaftsmaschinen und die Fahrbahn könnte verschmutzt werden. Außerdem befürchten die Planer, dass der Feld-Rad-Weg als schlecht einzusehende Trasse von den Radfahrern nicht akzeptiert wird und sie bei Dunkelheit auf der normalen Straße fahren.

Wie den Unterlagen zu entnehmen ist, hatten die Planer aber noch ein ganz anderes Problem zu knacken. Bisher ist nämlich die mangelhafte Entwässerung der Straße eines der Hauptprobleme. Und eines, dass gar nicht so einfach zu lösen ist. Bei stärkerem Regen kommt zum Wasser der Straße noch das Wasser von den umliegenden Feldflächen. Es fließt jetzt einerseits über ein Feld - ohne Verrohrung - in Richtung Ebersbach ab. Auf der anderen Seite durch den sogenannten "Hexenkessel" sowie vorhandene Gräben in Richtung Bärental. Und das ist ein Problem.

Wasser in den Rößchengrundbach

Sowohl Stadtverwaltung Döbeln als auch die Untere Wasserbehörde sehen es als kritisch an, das Wasser künftig nach Ebersbach abzuleiten. Auch der Bärentalbach ist hydraulisch stark überlastet. In der Vergangenheit hatte es im Döbelner Stadtgebiet bei Starkregen deswegen immer wieder Überschwemmungen gegeben.

Der Plan des Lasuv: Das anfallende Wasser an der S 32 soll - insofern es nicht versickert - vor allem dosiert über den Rößchengrundbach der Mulde zugeleitet werden. Der Bach könne das zusätzliche Wasser ohne Probleme aufnehmen. Die Stadt hatte dessen Verrohrung erst vor einigen Jahren erneuert.

Zwei Rückhaltebecken

Dafür werden gleich zwei Regenrückhaltebecken an der neuen Straße gebaut. Ein Kleineres ist im Bereich der heutigen Buswendeschleife oberhalb des Krematoriums geplant. Es soll 440.000 Liter aufnehmen können. Ein Größeres ist kurz vor Neudorf in einer Senke geplant. Es soll rund 780.000 Liter aufnehmen.

An dieser Stelle oberhalb des Krematoriums soll eines der beiden Regenrückhaltebecken gebaut werden.
An dieser Stelle oberhalb des Krematoriums soll eines der beiden Regenrückhaltebecken gebaut werden. © Lars Halbauer

Der Bauherr muss bei der Entwässerung einen ziemlichen Aufwand betreiben. Denn, wie bekommt man das Wasser über eine Kuppe vom größeren ins kleinere Becken, damit es von dort in den Rößchengrundbach abfließen kann? Eine Variante - eine tiefliegende Rohrleitung durch den felsigen Hügel - wurde als zu aufwendig verworfen. Stattdessen wird vorgeschlagen, das Wasser per Pumpe und Druckleitung vom größeren ins kleinere Rückhaltebecken zu transportieren. Trotz höherer laufender Kosten ist das günstiger als andere betrachtete Varianten.

2,3 Millionen Euro Kosten

Das Lasuv rechnet für den Ausbau mit Kosten von rund 2,3 Millionen allein für den Straßenbau. Dazu kommen noch einmal rund eine halbe Million Euro für die beiden Regenrückhaltebecken. Die Stadt Döbeln wäre nur mit dem Bau von Bushaltestellen am Ausbau beteiligt.

Die Planungsunterlagen können noch bis 11. Januar im Rathaus im Sekretariat des Technischer Bereich, Zimmer 205, während der Dienststunden eingesehen werden. Einwendungen gegen die Pläne können bis 25. Januar bei der Stadtverwaltung oder bei der Landesdirektion in Chemnitz angemeldet werden.

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