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Döbeln

Berufsschulen: Linke fordert Runden Tisch

Da die Interessen des ländlichen Raumes nicht ernst genommen werden, soll der Teilschulnetzplan in Mittelsachsen ausgesetzt werden.

In den Berufsschulen sind einige Veränderungen geplant. Dazu sieht die Linke noch Gesürächsbedarf.
In den Berufsschulen sind einige Veränderungen geplant. Dazu sieht die Linke noch Gesürächsbedarf. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Die Linksfraktion im Sächsischen Landtag hat beantragt, dass Aufstellungsverfahren zum Teilschulnetzplan für die berufsbildenden Schulen im Freistaat Sachsen auszusetzen. Zudem sollte unter dem Motto „Berufsschulen mit Zukunft“ ein Runder Tisch für einen fairen und breiten Dialog eingerichtet werden, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag Marika Tändler-Walenta.

Alle 13 Landkreise und kreisfreien Städte hätten Anmerkungen in Bezug auf den Berufsschulnetzplan an das Kultusministerium gesandt. „Zwei Landkreise haben dem Schulnetzplan für die Berufsschulen das Einvernehmen versagt – Mittelsachsen und Bautzen“, so Marika Tändler-Walenta.

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Kfz-Mechatroniker sollen nach Freiberg

Derzeit erfolgt zum Beispiel am Berufsschulzentrum (BSZ) Döbeln-Mittweida die Ausbildung in den Bereichen Produktion und Dienstleistung in Umwelt und Landwirtschaft, Fahrzeugtechnik, Metalltechnik, Wirtschaft und Verwaltung sowie Elektrotechnik. Künftig sollen nur noch Wirtschaft und Verwaltung sowie die Elektrotechnik dort verbleiben und die Ausbildung zum Fachlageristen hinzukommen.

Die Kfz-Mechatroniker für Pkw sollen nach dem Willen des Kultusministeriums ab dem Schuljahr 2024/25 am BSZ Freiberg lernen und die Nutzfahrzeugtechniker ab dem zweiten Ausbildungsjahr in Zschopau im Erzgebirge. Ab dem kommenden Schuljahr ist auch die Verlagerung der Ausbildung der Landwirte von Rochlitz nach Freiberg vorgesehen.

In der Beantwortung der Kleinen Anfrage zur Erstellung des Teilschulnetzplanes für Berufsschulen für den Landkreis Mittelsachsen werde deutlich, dass die lokalen Entscheidungsträger dabei nicht einbezogen und die Interessen des ländlichen Raumes nicht ernst genommen wurden.

Schulwege in Mittelsachsen sind viel zu lang

„Dass Schulwege von 180 Minuten immer noch in Kauf genommen werden, ist für Schüler nicht hinnehmbar, zumal dies im Landkreis mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht machbar ist“, erklärt Tändler-Walenta. So dauere eine einfache Fahrt vom Bahnhof Rochlitz zum Bahnhof Freiberg fast zwei Stunden – eine Anreise für einen ganzen Tag also über 240 Minuten.

Am Ende seien die Schulen und Schüler vor vollendete Tatsachen gestellt und deren berechtigte Bedenken nicht in den neuen Teilplan eingebaut worden. Aber es gehe aus der Kleinen Anfrage hervor, dass kleinere Klassen in Ausnahmen möglich sind.

„Es ist aus meiner Sicht unverständlich, wieso das Kultusministerium dies beispielsweise für die Ausbildung von Landwirten in Rochlitz, bei wachsenden Anmeldezahlen, nicht in Betracht zieht“, so die Abgeordnete. „Das ist keine Stärkung des ländlichen Raumes, wie sie von Minister Piwarz und dem Kultusministerium angepriesen wurde.“

Doch gerade im ländlichen Raum stelle die Möglichkeit, Abitur und Berufsausbildung zu kombinieren, eine Perspektive für die von Schließung bedrohten Standorte und auch eine damit verbundene Verkürzung der Fahrwege dar.

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