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Döbeln

Betroffen über Klinikschließung in Leisnig

Die Nachricht, dass Helios die Geburtsstation im Mutter-Kind-Haus nicht wieder öffnet, bewegt die Gemüter. Ist wirklich schon alles zu spät?

Aus heutiger Sicht öffnet die Helios-Klinik in Leisnig ihre Kreißsäle nicht wieder. Leisnigs CDU-Fraktionschef will diese Entscheidung hinterfragen und wenn möglich eine andere Lösung finden.
Aus heutiger Sicht öffnet die Helios-Klinik in Leisnig ihre Kreißsäle nicht wieder. Leisnigs CDU-Fraktionschef will diese Entscheidung hinterfragen und wenn möglich eine andere Lösung finden. © Dietmar Thomas

Leisnig. Rüdiger Schulze, Chef der CDU-Fraktion im Leisniger Stadtrat, ist einer der ersten, der sich zu der Schließungsnachricht zu Wort meldet.

„Nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen Bürgern herrscht große Betroffenheit über diese Entscheidung der Helios-Klinik“, sagt Schulze. „Sehr viele Bürger unserer Stadt und des Umlandes sind hier in den letzten Jahrzehnten auf die Welt gekommen und nun soll Schluss sein?“, fragt er.

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Zugleich zeigt er sich relativ sicher: „Ich denke, diese Entscheidung ist der Geschäftsleitung auch nicht leicht gefallen.“

Für den Kommunalpolitiker ist das Krankenhaus mit einer breiten Angebotspalette und einem Mutter-Kind-Haus, um das auch die Stadträte in den Anfangsjahren „mitgekämpft“ haben, ein wichtiger Standortvorteil: „Eine Geburtsklinik ist für unsere Region nach meiner Meinung unverzichtbar genau wie ausreichende Kitas und gut ausgestattete Schulen, um welche wir uns als Kommune kümmern. Mit der Schließung der Geburtsklinik verlieren wir einen wertvollen Standortvorteil für unsere Stadt Leisnig, der für junge Familien – um welche wir ja werben – sehr wichtig ist.“

Nochmalige Gespräche mit Konzern und Ministerium

Dass eine werdende Mutter, der eine Geburt bevorsteht, nach Schkeuditz fährt, bezweifelt der Fraktionschef. „Aber auch die umliegenden Kliniken sind nur mit entsprechender Fahrzeit zu erreichen“, gibt er zu bedenken.

„Was ein gut funktionierendes Krankenhaus vor Ort wert ist, zeigt sich gerade jetzt bei der Bewältigung der Corona-Pandemie“, findet Schulze. „Den Helios-Kliniken, aber vor allem den Ärzten und Pflegern, kann nicht genug gedankt werden.“

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Der CDU-Fraktionschef kündigt an, die Schließung der Geburtsklinik im Stadtrat beziehungsweise dessen Gremien noch einmal thematisieren zu wollen und für Gespräche mit Helios und eventuell den zuständigen Ministerien zu werben, „um diese Schließung nicht dauerhaft werden zu lassen. Egal, welche Zwänge dahinter liegen – hier sollte versuchten werden, gemeinsam eine Lösung im Sinne der Bürger zu finden“, so Rüdiger Schulze.

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