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Borkenkäfer weiter auf dem Vormarsch

Waldbesitzer müssen schnell handeln. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Käfer rasant vermehren.

Ein Borkenkäfer und seine Spuren in der Rinde einer toten Fichte.
Ein Borkenkäfer und seine Spuren in der Rinde einer toten Fichte. © ronaldbonss.com

Mittelsachsen. Die Wälder in Mittelsachsen befinden sich in einem besorgniserregenden Zustand. Waren es zunächst Schäden in den Fichtenwäldern, verursacht vom Borkenkäfer, sind inzwischen auch andere Baumarten stark geschwächt.

„Die ökologischen und finanziellen Schäden infolge der langanhaltenden Dürre der letzten Jahre sind enorm“, sagt Mario Helbig, Leiter des Referats Forst, Jagd und Landwirtschaft im Landratsamt.

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Die Bekämpfung des Borkenkäfers geht auch in diesem Jahr weiter. „Dabei ist entscheidend, dass befallene Bäume frühzeitig erkannt, gefällt und umgehend aus dem Wald gebracht werden. Verpasst man dies, verzwanzigfacht sich die Anzahl befallener Bäume innerhalb von sechs bis acht Wochen“, so Mario Helbig.

Waldbesitzer müssen an einem Strang ziehen

Nach wie vor müsse mit sehr hohen Käferzahlen in den Wäldern gerechnet werden. Sobald die Temperaturen über 16 Grad steigen, werden die Borkenkäfer aktiv und schwärmen aus. In der jetzigen Phase sollte, ausgehend von alten Befallsherden, möglichst jeder Fichtenstamm wöchentlich nach Bohrmehl auf den Rindenschuppen abgesucht werden.

„Die Schäden können nur erfolgreich einschränkt werden, wenn alle Waldbesitzer eines Waldgebietes an einem Strang ziehen“, sagt der Referatsleiter. Zwischen Waldnachbarn abgestimmte, gemeinsame Sanierungen hält er für sinnvoll, denn die Borkenkäfer halten sich nicht an Flurstücksgrenzen. Entstandene Kahlflächen müssen innerhalb von drei Jahren wieder aufgeforstet werden.

Mischwälder bringen mehr Stabilität

Fachliche Unterstützung gibt es beim Staatsbetrieb Sachsenforst. Dazu zählt auch die Hilfe bei der Beantragung von Fördergeld zur Bewältigung des Borkenkäferbefalls. Die jeweiligen Ansprechpartner finden Interessierte im Internet.

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„Auf lange Sicht bringen Mischwälder mehr Stabilität“, so Mario Helbig. Neben einem höheren Anteil von Laubhölzern werde zumindest in den Gebirgslagen auch die Fichte ihren Platz einnehmen. „Wir leben in einer Zeit, in der wir immer wieder die Auswirkungen klimatischer Veränderungen erfahren. Zugleich steigen die Ansprüche an den Wald stetig.“ Unter diesen Bedingungen gelte es, den Standorten angepasste, stabile und leistungsfähige Wälder aufzubauen.

www.sbs.sachsen.de/foerstersuche

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