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Brandhaus: Mieter können zurück

Nach drei Wochen ist die zerstörte Infrastruktur weitgehend repariert. Aber noch nicht für alle.

Dirk Förster-Wehle von der TAG Wohnen (links) und Roland Pohl von der Firma Belfor, zuständig für die Brandschadensanierung, stehen im Keller des Hauses Doblinaweg 4. Brandspuren sind keine mehr zu sehen.
Dirk Förster-Wehle von der TAG Wohnen (links) und Roland Pohl von der Firma Belfor, zuständig für die Brandschadensanierung, stehen im Keller des Hauses Doblinaweg 4. Brandspuren sind keine mehr zu sehen. © Jens Hoyer

Döbeln. Am 10. September war im Keller des Hauses Doblinaweg  4 an zwei Stellen gleichzeitig ein Feuer gelegt worden. Die Flammen hatten ganze Arbeit geleistet. Nachdem der Brand gelöscht war, ist das Haus unbewohnbar – bis jetzt. In der Zwischenzeit haben die Brandsanierer und Handwerker aber ganze Arbeit geleistet. Voraussichtlich am Freitag können die ersten Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren.

Nach drei Wochen Arbeit ist vom Feuer im Keller kaum noch etwas zu sehen. Und vor allem zu riechen. Die Firma Belfor, Spezialist für Brandsanierungen, war von der TAG Wohnen mit der Sanierung beauftragt worden. Boden, Fenster und Türen seien neutralisiert und gereinigt worden, sagte Roland Pohl, Projektleiter bei Belfor. Und zwar aufwendig im „Handwischverfahren“. Was nichts anders heißt, als dass die Mitarbeiter die Oberflächen mit Tüchern und einem Reiniger abgewischt haben. „Es ist ein spezielles Reinigungsmittel, das wir selbst herstellen“, sagte Pohl.

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15 Abfallcontainer gefüllt

Bereits am Tag nach dem Feuer hatten die Mitarbeiter der Firma damit begonnen, die Keller leerzuräumen. Die Einbauten mussten raus, das eingestellte Eigentum der Mieter auch. Die Kellerboxen seien fotografiert worden. Auch die Wärmedämmung an der Kellerdecke musste komplett entfernt werden. „Wir haben 15 Abfallcontainer von 10 bis 30 Kubikmetern gefüllt“, sagte Pohl. Zuletzt wurde gegen den letzten Brandgeruch auch noch ein Ozongerät eingesetzt.

Die Keller und auch der Treppenaufgang sollen noch vorgerichtet werden, sagte Dirk Förster-Wehle, Leiter Immobilienmanagement der TAG Wohnen. Die Flure und Wohnungen hatten dank selbst schließender Rauchschutztüren vom Qualm nichts oder nicht viel abbekommen. Auch über die Versorgungsschächte konnte wegen der guten Abdichtung kein Rauch in die Wohnungen ziehen. Die TAG hatte die Sanierung des Wohnhauses erst im vorigen Jahr abgeschlossen, sodass die Installationen und Sicherheitstechnik auf dem neuesten Stand waren.

Elektroarbeiten langwierig

Plastikrohre und Kabel unter der Kellerdecke wurden aber durch die Hitze zerstört. Nur ein paar Wasserleitungen aus Metall hatten – auch wegen der schützenden Isolierung – die Hitze überstanden. Dank der Beziehungen des Brandsanierers und der TAG war es gelungen, in kurzer Zeit Handwerksfirmen für die Reparatur zu aktivieren. Die Installateure haben ihre Arbeit mittlerweile beendet. Das Wasser- und Abwassersystem ist wieder in Ordnung. Auch die Fernwärmezentrale soll wieder in Betrieb gehen, sodass warmes Wasser zur Verfügung steht. Sie hatte durch das Feuer keinen Schaden genommen.

Langwieriger sind die Arbeiten an der elektrischen Anlage. Es sei eine echte Fleißarbeit für die Elektriker gewesen, herauszubekommen, welche Leitung wo angeschlossen werden muss, sagte Förster-Wehle. Der erste Versorgungsstrang sollte am Mittwoch freigeschaltet werden. Ab Freitag sollen die ersten 13 bis 15 Wohnungen freigegeben werden. Darunter seien neun Wohnungen mit oberer Priorität, deren Mieter in Hotels oder in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung untergebracht sind, sagte Förster-Wehle. Die Elektriker haben sich vorgenommen, bis Freitag kommender Woche alle restlichen Wohnungen anzuschließen, sodass auch diese Bewohner zurückkehren könnten.

Aufzug funktioniert noch nicht

Der dringend benötigte Aufzug ist aber erst ab 12. oder 13. Oktober wieder in Betrieb. Die Steuerung, die sich im Keller befindet, hatte ihren Teil abbekommen. Es sollte erst acht bis zwölf Wochen dauern, bis ein Ersatz lieferbar ist, sagte Förster-Wehle. Über Partnerfirmen sei es in 14 Tagen gelungen. Allerdings wird der Aufzug erst einmal im Erdgeschoss und nicht im Keller enden. An der untersten Station sind noch größere Reparaturen nötig.

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung. Dazu gehörten auch die Befragung potenzieller Zeugen, so ein Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz. 

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