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Corona bremst in Waldheim Musikunterricht aus

Das Interesse am Schlagzeugspiel ist bei den Schülern besonders gewachsen. Doch ihr Lehrer darf die Schule nicht betreten.

Nur für das Foto haben sich Sänger, Gitarrenschüler und Mitglieder der Band der Waldheimer Oberschule vereint. Ansonsten proben sie getrennt. Die Band und die Schlagzeuger müssen im Moment ganz pausieren.
Nur für das Foto haben sich Sänger, Gitarrenschüler und Mitglieder der Band der Waldheimer Oberschule vereint. Ansonsten proben sie getrennt. Die Band und die Schlagzeuger müssen im Moment ganz pausieren. © Dietmar Thomas

Waldheim. Die Blätter an den Bäumen sind bunt gefärbt, die Sonne strahlt, es sind 15 Grad und aus dem Musikzimmer der Waldheimer Oberschule erklingen Weihnachtslieder.

„Wieder ist ein Jahr vorüber“ und der Kanon „Gloria“ gehören zu den ersten Liedern, die die Mädchen und Jungen einstudieren. Aber wofür? Ist eine öffentliche Präsentation in diesem Jahr überhaupt möglich?

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„Aufgrund der Corona-Einschränkungen wird es kein weihnachtliches Programm im Rathaus geben“, sagt Musiklehrerin Katrin Lowag. Trotzdem sollen die jungen Leute der Musik AG und der Tanz AG zeigen können, was sie gelernt haben. Sie studieren ein kleines Weihnachtsprogramm ein, das mehrmals in der Oberschule aufgeführt werden soll. „Alle sollen ihre Bühne bekommen“, sagt Katrin Lowag.

Während die beiden Gitarrengruppen um Alexandra Marx, die ihr Soziales Jahr an der Schule absolviert, üben können und die Sänger sowie Tänzer ihr Repertoire erweitern, werden die jungen Schlagzeuger durch die Corona- Einschränkungen ausgebremst. Auch die sechs Mann starke Schulband musste ihre Proben wieder einstellen. Denn Nino Richter, der die Schüler anleitet, darf das Schulgebäude als Außenstehender derzeit nicht betreten.

Cajons bleiben ungenutzt

Damit sei ihm schon das zweite Standbein weggebrochen. Der Veranstaltungsmanager sorgt in Waldheim regelmäßig für den reibungslosen Ablauf größerer Events. Dazu gehören das Stadtfest, der Weihnachtsmarkt und im vergangenen Jahr auch die MDR-Sommerparty.

 Aber wie in allen anderen Städten und Gemeinden der Region wurde und wird in Waldheim in diesem Jahr nicht gefeiert. Zuletzt sagte die Stadt das Winterdorf ab, das statt des Weihnachtsmarktes geplant war.

Nino Richter ist aber auch Musiker und Schlagzeuglehrer. Seit mehr als sieben Jahren bringt er nicht nur Schülern der Waldheimer Oberschule das Spielen des Instruments und das Zusammenspiel mit einer Band bei. Er unterrichtet auch noch in drei anderen Ober- und Grundschulen.

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Das Interesse, die Handhabung eines Schlagzeuges zu erlernen, habe bei den Waldheimer Schülern stark zugenommen, so Katrin Lowag. Inzwischen gebe es zwei Schlagzeuggruppen mit 15 Schülern. Zudem seien mit Unterstützung des Fördervereins der Schule 35 Cajons angeschafft worden.

Die Kistentrommeln stammen ursprünglich aus Peru. Sie haben einen trommelähnlichen Klang und werden mit den Händen, vereinzelt auch mit Besen gespielt. Doch im Moment stehen sie in der Ecke.

Zweite Zwangspause in einem Jahr

Das bedauert die Musiklehrerin sehr. Sie schätzt Nino Richter als Lehrer in der Musik AG. „Er hat einen guten Draht zu den Kindern“, sagt Katrin Lowag. Mit dem Förderverein sei deshalb abgesprochen gewesen, dass er noch zusätzliche Stunden an der Schule anbieten konnte.

Doch jetzt muss er bereits zum zweiten Mal pausieren. Im vergangenen Schuljahr konnte er nur bis März unterrichten. Gerade einmal zwei Monate waren es bisher im neuen Schuljahr.

Trotzdem ist Katrin Lowag optimistisch, dass bald wieder ein normaler Ganztagsunterricht (GTA) und damit das Schlagzeugspiel möglich ist. Und die Lehrerin hat Pläne. „Wenn die Zeiten wieder besser werden, soll es am 26. März 2021 ein Rathauskonzert geben. Da sich dort traditionell Sänger, Instrumentalisten und Tänzer der Oberschule präsentieren, wird im GTA – auch ohne Schlagzeuger – weiter geprobt.

Wahlfach Musik immer beliebter

Denn Dank des Fördervereins sei die Schule insgesamt gut mit Musikinstrumenten ausgestattet. Katrin Lowag ist sich sogar sicher, dass die Waldheimer im weiteren Umkreis das breiteste Spektrum an Musikangeboten und die beste Ausstattung mit Instrumenten haben. Sie ist als Fachberaterin für Musik auch an anderen Schulen unterwegs. „Ich habe noch nirgendwo etwas Besseres gesehen“, sagt sie.

Das scheinen auch die Schüler so zu sehen. Immer mehr entscheiden sich in der zehnten Klasse für das Wahlfach Musik. In diesem Jahr sind es 34, die in zwei Gruppen geteilt werden. Für sie ist das Rathauskonzert eine Art Prüfung. Dafür müssen sie nicht nur eine Menge Lieder lernen und ohne Notenblatt vortragen können. Die Schüler organisieren auch alles, was zur Gestaltung des Programms gehört.

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