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Corona schubst die Tafeln nach vorn

In der Krise hat Netz-Werk Mittweida seine Angebote weiterentwickelt. Das klappt auch wegen großzügiger finanzieller Unterstützung.

Ruth Rößler (links) und Manuela Kunze arbeiten ehrenamtlich bei der Tafel Döbeln. In der Corona-Krise hat sich die Lebensmittelausgabe weiterentwickelt. Die Waren sind jetzt in Kisten verpackt.
Ruth Rößler (links) und Manuela Kunze arbeiten ehrenamtlich bei der Tafel Döbeln. In der Corona-Krise hat sich die Lebensmittelausgabe weiterentwickelt. Die Waren sind jetzt in Kisten verpackt. © Lars Halbauer

Region Döbeln. Bis zu 1200 Menschen werden von den Tafeln des Vereins Netz-Werk Mittweida mit günstigen Lebensmitteln und anderen Waren versorgt. Und es werden in der Corona-Krise eher mehr werden als weniger, glaubt Anne Katrin Koch, Geschäftsführerin des Vereins. Zum einen sind durch die Krise viele Leute in Kurzarbeit. „Bei 60 Prozent des Einkommens kann es eng werden.“ Zudem befürchtet sie, dass in der unsicheren wirtschaftlichen Lage künftig wieder Menschen arbeitslos werden, die der Arbeitsmarkt angesichts der Personalknappheit aufgenommen hatte.

Bei Hygiene aufgerüstet

Netz-Werk betreibt Tafeln in den Altkreisen Döbeln und Mittweida. Durch die neue Coronawelle kommen sie besser als im Frühjahr. Damals war der Betrieb der Außenstellen eingestellt worden. Das ist diesmal nicht nötig, sagte Anne Katrin Koch. Die Tafeln haben sich weiterentwickelt und haben aufgerüstet und die Hygienestandards erhöht. „Die Mitarbeiter sind geschult, wir haben viel in Desinfektion und Abstand gesteckt. Die Lebensmittel werden jetzt in Kisten portioniert. Da muss nicht mehr so viel angefasst werden“, so Anne Katrin Koch. „Das klappt ganz gut. Das wollen wir so beibehalten.“

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Belastend für die Tafelkunden sei allerdings der Umstand, dass sie jetzt draußen warten müssen, bis sie bedient werden. „Das müssen wir aber so machen, auch wenn das Wetter schlechter wird.“ Es sei aber möglich, dass sich die Kunden so zeitlich einrichten, dass sie nicht so lange Wartezeiten entstehen.

Tafeln haben sich weiterentwickelt

Corona-Fälle hatte es in den Teams der Tafeln bisher noch nicht gegeben. „Nur zwei Quarantänefälle, da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, so die Geschäftsführerin.

Bei allen negativen Auswirkungen sieht sie auch positive Seiten an der Krise. Sie hatte zu einer Art Innovationsschub bei den Tafeln geführt. „Corona hat uns nach vorn geschubst“, so Anne Katrin Koch. Netz Werk nutzte in der Krise vielfältige finanzielle Unterstützungen von der Tafel Deutschland, der Stiftung Mensch und dem Bund.

Tablets helfen bei der Arbeit

So wird die Tafel bei der Ausgabe der Waren künftig Tablets einsetzen. Die Mitarbeiter haben dabei Zugriff auf die Kundendatenbank, etwa um die Bedürftigkeit abzufragen. Die Tablets dienen auch als Kassensystem. Dafür seien auch Bondrucker angeschafft worden. Zum ersten Mal könne nun auch ermittelt werden, wie viele Lebensmittel tatsächlich in den Kreislauf zurückgeführt werden, so Anne Katrin Koch. „Bisher schätzen wir das.“

Mäuse sind ein Problem

In der Corona-Krise haben die Tafeln mal richtig „durchgeräumt“, wie Anne Katrin Koch es formulierte. Neue Spinde für die Mitarbeiter wurden angeschafft. Holz wurde ausgemustert und dafür Edelstahl angeschafft. Die Lebensmittel werden jetzt in Kisten mit Deckeln aufbewahrt. Nicht nur wegen Corona. Auch mit Mäusen hatten viele Tafeln in diesem trockenen und mäusereichen Jahr zu tun, sagte Anne Katrin Koch. „Die haben sogar die Banderolen von Büchsen weggefressen“, sagte Carin Koch.

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