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Döbeln

Corona treibt die Menschen aufs Rad

Weil die Leute nicht verreisen können, stecken sie das Geld in Fahrräder. Die Hersteller kommen da nicht mit.

Viel zu tun gibt es in der Werkstatt von Radsport Döbeln. Rad fahren ist im Trend. Hier schraubt Jens Böber an einem Fahrrad.
Viel zu tun gibt es in der Werkstatt von Radsport Döbeln. Rad fahren ist im Trend. Hier schraubt Jens Böber an einem Fahrrad. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Nachfrage nach Fahrrädern hat im vergangenen Jahr noch einmal kräftig zugelegt. Das merkt auch Axel Rauer und sein Team von Radsport Döbeln am Hauptbahnhof. „Wir haben gut verkauft. Die Hersteller kommen nicht nach, zu liefern, weil die Nachfrage so groß war. Und das wird sich kurzfristig auch nicht ändern. Auch die Versorgung mit Teilen für die Fahrräder ist schwierig. Aber wir hatten da schon etwas vorgeordert“, sagte Rauer.

Der Fahrradhändler sieht die Corona-Krise als den Treiber für den Boom vor allem bei den E-Bikes. „Die Leute können nicht verreisen und wollen etwas regional unternehmen“, sagte er. „Das gesparte Geld wird in die Fahrräder gesteckt. So wird es auch dieses Jahr wieder werden.“

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Verzögerung bei der Lieferung

Wie der Händler sagte, habe er reichlich Fahrräder vorgeordert. „Wir bekommen aber immer wieder Nachricht, dass sich die Lieferung verzögert“, so Rauer. In Corona-Zeiten sei auch der Transport von Fernost in Stocken geraten. Die Schiffe mit den Containern würden nicht so schnell abgefertigt, wie das nötig ist.

Ein weiterer Treiber des Fahrradbooms: Immer mehr Arbeitgeber stellen ihren Arbeitnehmern ein Fahrrad für den Weg zur Arbeit und für die Freizeit zur Verfügung. „Das nimmt weiter zu“, sagte Rauer. Bei diesem Modell least der Arbeitgeber das Rad und stellt es seinem Arbeitnehmer als als Gehaltsextra zur Verfügung, das dann für diesen auch noch steuerfrei ist. „Das machen jetzt auch immer mehr kleinere Firmen. Das ist für sie nicht kompliziert“, so der Händler. Mit einem Leasing-Vertrag über drei Jahre ließen sich auch höherwertigere Fahrräder finanzieren.

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Es sind nicht nur die älteren Leute, die sich mittlerweile E-Bikes kaufen, so Rauer. Auch jüngere Leute interessierten sich zunehmend für sportliche Alltags-Touren-Bikes und Mountainbikes mit Elektroantrieb.

Auch in der Werkstatt hat der Fahrradhändler gut zu tun. Wegen der Corona-Vorschriften werden Kunden derzeit nur mit Voranmeldung bedient, sagte Rauer.

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