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Döbeln

Crowdfunding für ein Gebrauchtwagen

Noch bis Sonntag ist das Spendenkonto geöffnet. Der Endspurt ist ins Stocken geraten. Trotzdem wollen die Organisatoren in Leisnig nicht aufgeben.

Michael Köste, der die Teilnehmer des Projektes Zwischenstopp in Bockelwitz betreut, ist derzeit auf ein geliehenes Fahrzeug angewiesen. Ein eigenes wäre nützlicher. Deshalb werden dafür Spenden gesammelt.
Michael Köste, der die Teilnehmer des Projektes Zwischenstopp in Bockelwitz betreut, ist derzeit auf ein geliehenes Fahrzeug angewiesen. Ein eigenes wäre nützlicher. Deshalb werden dafür Spenden gesammelt. © Lars Halbauer

Leisnig. Bis Sonntag heißt es Daumendrücken! Bis zum 31. Januar läuft ein sogenanntes Crowdfunding zugunsten des Vereins Bockelwitz Nr. 3. Über diese „moderne“ Art der Spendensammlung – der Schwarmfinanzierung – versucht der Verein, Geld für den Kauf eines Fahrzeuges zusammenzubekommen.

Doch das Barometer scheint festgetackert zu sein. Es steht seit Tagen bei 2.690 Euro. „Wie es aussieht, erreichen wir unser Spendenziel nicht“, bedauert Annett Voigtländer. Sie hat mit Michael Köste vom Diakonischen Werk Döbeln, der das Zwischenstopp-Projekt auf dem Hof Bockelwitz Nr. 3 betreut, Ende November das Crowdfunding gestartet. Insgesamt 8.000 Euro sollten zusammenkommen.

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Gebraucht wird das Geld für ein Fahrzeug, das für die Arbeit benötigt wird. Zwischenstopp ist für suchtkranke Menschen konzipiert, ganz genau für die Zeit zwischen Entgiftung und Langzeittherapie.

Der sogenannte „Zwischenstopp“ bietet den Teilnehmern ein Übergangswohnangebot auf dem Vier-Seithof in Bockelwitz sowie sinnstiftende Beschäftigungsangebote, Beratung, therapeutische und medizinische Begleitung sowie Freizeitmöglichkeiten.

Ohne Auto in Bockelwitz aufgeschmissen

Doch fast nichts davon ist in Bockelwitz vor Ort. Die Ärzte sind in umliegenden Städten, manchmal auch die Arbeit. Doch die ländlichen Bereiche sind kaum an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden, am Wochenende überhaupt nicht. „Das heißt, wir sind auf ein Fahrzeug angewiesen“, sagt Michael Köste, der die bis zu neun Bewohner des Hofes und Teilnehmer des Projektes beispielsweise zu Ärzten oder Therapien begleitet.

„Im Moment hat uns die Diakonie einen Kleinbus geliehen“, so Köste. Vordem konnte drei Jahre auf einen Kleinwagen zurückgegriffen werden, den Sponsoren bereitgestellt hatten. Nun aber war der Leasing- und Unterstützungszeitraum abgelaufen – und nicht nur guter Rat teuer.

Wir versuchen auf verschiedenen Wegen, Geld für einen gebrauchten Kleintransporter zu sammeln“, so Annett Voigtländer. Mindesten 16.000 Euro, so denkt sie, werden für diese Anschaffung benötigt. Doch was, wenn am Ende der Woche das Crowdfundingziel verfehlt wird? Annett Voigtländer lässt sich da nicht entmutigen.

„Den Spendern wird das Geld dann nicht abgebucht. Ich möchte aber versuchen, mit ihnen in Kontakt zu treten und sie bitten, uns auch außerhalb der offiziellen Sammelaktion zu unterstützen“, so die Mitstreiterin des Vereins Bockelwitz Nr. 3. Außerdem werde auch über das Diakonische Werk Geld gesammelt. „Ich hoffe, dass wir die benötigte Summe irgendwie zusammenbekommen“, sagt Annett Voigtländer.

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