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Das Geheimnis ist gelüftet

In kleiner Runde ist die Pyramide am Wilden Mann eingeweiht worden. Das ist einem Elektriker und zwei Hobbykünstlern zu verdanken.

Von Sylvia Jentzsch
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Jetzt hat auch Ostrau eine große, handgearbeitete Pyramide. Sie dreht seit Sonntag ihre Runden am Wilden Mann. Für die Elektrifizierung sorgte Dieter Lempe. Die Figuren haben Helmut von Dach und Hubert Harrand geschnitzt.
Jetzt hat auch Ostrau eine große, handgearbeitete Pyramide. Sie dreht seit Sonntag ihre Runden am Wilden Mann. Für die Elektrifizierung sorgte Dieter Lempe. Die Figuren haben Helmut von Dach und Hubert Harrand geschnitzt. © Dietmar Thomas

Ostrau. Pünktlich um 16 Uhr zum ersten Advent wurde das Geheimnis gelüftet. Schon seit einigen Tagen stand auf der Terrasse des Wilden Mannes ein verhangenes Objekt. Am Sonntag wurde es von den Tüchern befreit.

Zum Vorschein kam eine fast drei Meter hohe Pyramide. Die haben die beiden Schnitzer, Helmut von Dach und sein Freund Hubert Harrand dem Verein Kulturdenkmal Gasthof Wilder Mann übergeben. Die wird nun jedes Jahr die Terrasse des Kulturdenkmales schmücken.

Wegen der Corona-Pandemie war eine Einweihung im großen Stil, so wie sie geplant war, nicht möglich. Deshalb wurde am Sonntagnachmittag die Pyramide mit nur wenigen Leuten angeschoben. Die Beteiligten hoffen, dass im nächsten Jahr viele Gäste dabei sein können. Denn das Anschieben der Pyramide am ersten Advent soll laut Vereinsvorsitzender Monika Fischer ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender des Vereins werden.

Nun werden sich in der Adventszeit markante Persönlichkeiten von Ostrau auf der Pyramide drehen. Nachgebildet wurde ein Teil der Original Jahnataler Blasmusikanten wie zum Beispiel der Posaunist, ein Schlagzeuger und ein Trompeter. Auch der Ostrauer Bürgerpolizist und ein Kalkwerker haben es auf die Pyramide geschafft.

Mit den Worten gewaltig, gigantisch und fantastisch beschrieb Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) die Pyramide. Er schätze die filigrane Arbeit der beiden Schnitzer. Man spüre, dass die beiden Holzkünstler Freude daran haben, Ostrau etwas schöner und interessanter zu gestalten.

„Hier wird ihre Arbeit geschätzt, so der Bürgermeister. So wurden Helmut von Dach und Hubert Harrand im vergangenen Jahr als Personen des Jahres beim Neujahrsempfang geehrt. Dirk Schilling weiß schon, dass Helmut von Dach noch mehr Ideen umsetzen will und freut sich schon auf das Ergebnis.

Die Vereinsvorsitzende bedankte sich für das Kunstwerk. „Wir und die Gemeinde sind sehr stolz darauf und freuen uns sehr darüber“, sagte Monika Fischer. Helmut von Dach und Hubert Harrand hätten schon einige Spuren in der Gemeinde hinterlassen. Das sind der geschnitzte Polizist am Verkehrsgarten unterhalb der Kita und der Bergmann an der Dresdener Straße.

Neben dem Bergmann ist ein Hunt mit der Aufschrift „Kalkwerk Ostrau“ zu sehen. Oben ist das Ostrauer Wappen gleich dreifach eingearbeitet, damit es von jeder Seite sichtbar ist. Zwischen den Wappen haben sich die beiden Hobbyschnitzer mit den Kürzeln ihrer Namen verewigt.

„Für dieses Jahr haben sich Helmut von Dach und Hubert Harrand etwas Besonderes einfallen lassen. Sie bauten in mühevoller Arbeit, viel Fleiß und einem hohen Zeitaufwand diese Pyramide, maßgeschneidert für die Terrasse des Wilden Mannes. Dieses Prachtstück ist ein Geschenk an unseren Verein“, sagte Monika Fischer. Dass sich die Pyramide dreht, dafür sorgte Elektriker Dieter Lempe.

„Mögen die Lichter der Pyramide besonders jetzt, in Zeiten von Corona, Wärme und Zuversicht in den Herzen der Menschen tragen. Ich bedanke mich bei allen, die uns dieses Jahr die Treue gehalten haben die unseren Verein finanziell, materiell oder moralisch unterstützt haben“, sagte Monika Fischer.

Der ehemalige Döbelner Wirtschaftsförderer Helmut von Dach, der längst seinen verdienten Ruhestand genießt, schnitzt seit 1984. Er ist Mitglied in der Schnitzergruppe Leuben. In der haben sich Hobbyschnitzer aus der Region gefunden. Sie kommen unter anderem aus Döbeln, Roßwein, Eula, Meißen und Leuben.

Hubert Harrand ist ein Freund von Helmut von Dach. „Ich habe mir von meinem Schwiegervater, der Stellmacher war, viel abgeschaut“, erzählt Harrand. Er habe gern an der Skulptur mitgearbeitet. „Für mich ist das auch ein Dankeschön an Bürgermeister Dirk Schilling, der, wie ich finde, gute Arbeit leistet“, sagte er.

Für die beiden Hobbyschnitzer war der Auftrag, einen Bergmann an der Dresdener Straße, der die Gemeinde übrigens bis auf das Material nichts kostet, dennoch eine Premiere. „Kleinere Figuren haben wir des Öfteren geschnitzt, aber in dieser Größe war es das erste Mal“, sagte Helmut von Dach. (mit fk)

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