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Neue Leiterin in Leisnigs Wirbelwind

Gabriele Marder hat nach Jahrzehnten die Führung der Kindertagesstätte an Anja Harnack abgegeben. Nun gibt es auch noch eine neue Stellvertreterin.

Anja Harnack (hinten links) und Sabine Barthel sind das neue Leitungsteam in der Leisniger Kita „Wirbelwind“ am Eulenberg. Entstanden ist das Foto kürzlich bei der Nachfeier der Kindertagsparty. Die fiel wetterbedingt kleiner aus als geplant.
Anja Harnack (hinten links) und Sabine Barthel sind das neue Leitungsteam in der Leisniger Kita „Wirbelwind“ am Eulenberg. Entstanden ist das Foto kürzlich bei der Nachfeier der Kindertagsparty. Die fiel wetterbedingt kleiner aus als geplant. © Dietmar Thomas

Leisnig. Kennenlernen – das ist in diesem Jahr offenbar die Devise in der Kita Wirbelwind am Leisniger Eulenberg. Für die beiden Neuen im Leitungsteam war das schon mit einer großen Überraschung verbunden, von der sie mittlerweile mit einem Augenzwinkern berichten.

Beide Frauen kommen ursprünglich aus Gebersbach. Sie kannten sich aber lediglich vom Sehen, bevor sie sich zum ersten Mal am Schreibtisch im Leiterinnenzimmer der Kita gegenüber saßen. 

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Sabine Barthel hat zwischenzeitlich in Baden-Württemberg gelebt, ehe sie vor drei Jahren zurück in die Heimat nach Mittelsachsen kam.

Erste Herausforderung schon bewältigt

Schon seit dem Sommer gehört Anja Harnack (32) zur Belegschaft der Einrichtung, die vom Sozialverband VdK Sachsen als freiem Träger geführt wird. Ihre ersten Wochen bestritt sie zusammen mit Gabriele Marder, die dann im Spätsommer nach mehreren Jahrzehnten in dem Haus und als Leiterin in den Ruhestand gegangen ist.

Die erste Herausforderung für die 32-Jährige war zu diesem Zeitpunkt, sich nicht nur an das neue Haus zu gewöhnen, sondern dafür gleich ein Hygienekonzept zu erstellen. Mit diesem Papier hat die Kita dann den Wiedereinstieg nach dem Corona-Lockdown bewältigt.

 „Das war gar nicht so einfach“, sagt Anja Harnack rückblickend. Denn beinahe mit jedem Tag hat sich das Haus mit immer mehr Kindern gefüllt. 190 Mädchen und Jungen dürfen im Wirbelwind betreut werden, 74 davon im Krippenalter.

Keine Adventsmarkt wegen Corona-Pandemie

Nach wie vor gibt es Regelungen, die zu beachten sind. Dazu gehört das Tragen einer Alltagsmaske, sobald die Kindereinrichtung betreten wird. „Der überwiegende Teil der Eltern ist verständnisvoll“, findet Anja Harnack. 

Corona erschwere auf gewisse Weise auch das Kennenlernen der Eltern. Beim täglich Abholen sei zu wenig Zeit. Mehr Zeit war bei solchen Anlässen wie dem Adventsmarkt. „Den allerdings wird es in diesem Jahr coronabedingt nicht geben“, so die Kita-Chefin.

Seit September steht ihr jetzt Sabine Barthel als Stellvertreterin zur Seite. „Ich bin von den Kolleginnen prima aufgenommen worden“, freut sich die 35-Jährige. Sie kommt aus der Elternzeit. Ehe ihre Tochter vor reichlich einem Jahr zur Welt gekommen ist, hat sie in Döbeln eine Einrichtung geleitet. 

Die Zeit zuhause habe sie genutzt, um sich nach einer neuen Stelle umzuschauen. Die Bewerbungen schrieb sie aus einem bestimmten Grund: „Ich war mir nicht sicher, ob ich mit einem Kleinkind den Anforderungen an eine Leiterin noch gerecht werden kann.“ Deshalb sei sie froh, dass es beim VdK mit einer Stellvertreter-Stelle geklappt hat.

Großer Bedarf an Integrativplätzen

Über die Unterstützung ist auch Anja Harnack dankbar. Sie hat zuletzt in Heidenau in einer vergleichbar großen VdK-Einrichtung gearbeitet. Nach dem Umzug der Familie nach Döbeln hat sie sich um Gabriele Marders Nachfolge beworben. Anja Harnack hat zwei Kinder, sechs und reichlich anderthalb Jahre alt.

Dass sie die „Wirbelwinde“ ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten dürfen, darauf freuen sich die beiden Chefinnen sehr. Auch aufs weitere Kennenlernen ihrer Schützlinge, der 22 Kollegen und der Eltern. „Mit ihnen wollen wir eine Art Erziehungspatenschaften aufbauen. Dafür braucht es Vertrauen und das ist nicht von heute auf morgen da“, so die Kita-Leiterin.

Genauso ist ihr und Sabine Barthel an einem guten Miteinander mit den Kollegen und den Kindern gelegen. „Die Kinder sollen sich hier sicher fühlen und die Erzieher wohl im Team“, sagen die Leiterinnen. Deshalb sei ihnen auch wichtig, jetzt am Anfang, aber dann auch später, Zeit in den Gruppen zu verbringen, um sowohl die Mädchen und Jungen und deren Bedürfnisse, als auch die Kollegen kennenzulernen. Letzteren möchte das Leitungsteam gern etwas mehr Zeit für fachlichen Austausch einräumen.

Im Freigelände soll einiges schöner werden

„Eigentlich ist jetzt die Zeit der Bestandsaufnahme“, findet Anja Harnack. Wenn sie das Konzept der Kita mit wenigen Worten zusammenfassen soll, dann beschreibt sie den Wirbelwind als ein Haus, in dem es altersgerechte Gruppen gibt und versucht wird, auf die jeweils aktuellen Interessen der Kinder einzugehen. Im Moment drehe sich zum Beispiel vieles um den Herbst.

Ob es bei dieser Ausrichtung bleibt, oder Neues dazukommt, das kann das neue Leiterteam noch gar nicht sagen. Dafür sei es zu früh. Denkbar wäre, in Zukunft mehr Integrativkinder auszunehmen. 

„Dafür gibt es derzeit einen enormen Bedarf“, begründet Anja Harnack. Dafür bedürfe es aber noch Genehmigungen und Absprachen. Dabei haben die beiden Leiterinnen zweierlei Dinge im Blick: die Einrichtung gut auszulasten, die Kollegen aber nicht zu überlasten.

Ende des Jahres soll auch abgesprochen werden, was das Kita-Team 2021 im vom Grunde her schon gemütlichen Haus und im Garten anpacken will. Anja Harnack schwebt unter anderem die Erneuerung eines Sandspielkastens vor. Noch in diesem Jahr ist geplant, den Gartenbereich für die Jüngsten zu verschönern. Dieses Angebot kommt von der Kommune, die dafür Fördergeld einsetzen kann.

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