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Das muss Döbeln in die Feuerwehr stecken

Zum ersten Mal gibt es einen Bedarfsplan für alle Ortsteile. Dort gibt es große Unterschiede.

Eine neue Drehleiter hatte die Döbelner Feuerwehr Ende vergangenen Jahres bekommen, nachdem bereits ein neues Tanklöschfahrzeug in Betrieb genommnen wurde. In den nächsten Jahren sollen weitere Fahrzeuge ersetzt werden.
Eine neue Drehleiter hatte die Döbelner Feuerwehr Ende vergangenen Jahres bekommen, nachdem bereits ein neues Tanklöschfahrzeug in Betrieb genommnen wurde. In den nächsten Jahren sollen weitere Fahrzeuge ersetzt werden. © Archiv/Dietmar Thomas

Döbeln. In den nächsten Jahren will die Stadt Döbeln rund drei Millionen Euro in ihre Feuerwehren investieren. So steht es zumindest im Brandschutzbedarfsplan, den die Stadt zum ersten Mal einschließlich aller in den vergangenen Jahren eingemeindeten Ortsteile aufgestellt hat.

Das Landratsamt, das die Fördermittel für solche Investitionen bereitstellt, habe schon lange angefordert, dass Döbeln einen aktuellen Bedarfsplan vorlegt, sagte Gemeindewehrleiter Thomas Harnisch in der Sitzung des Stadtrates, der das umfangreiche Papier jetzt bestätigt hat.

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Entnahmestellen oft trocken

Grundsätzlich verfügt die Gemeinde Döbeln über eine leistungsfähige Truppe, aber im Detail gibt es teilweise deutlichen Nachholbedarf. So ist die Löschwasserversorgung in einer Reihe von Ortsteilen verbesserungswürdig. Hydranten seien im ländlichen Raum nur eingeschränkt nutzbar, offene Wasserentnahmestellen deshalb von besonderer Bedeutung.

Bei Frost im Winter und bei Trockenheit im Sommer stehen dort aber nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung. Da sich diese Situation voraussichtlich verschärfen wird, soll der Schwerpunkt auf die Löschwasserversorgung aus Zisternen gelegt werden.

Löschwasserblasen in Schallhausen

Einer der Orte ist Schallhausen. Dort ist der Aufbau von faltbaren Zisternen, also Löschwasserblasen, am Weidegrund und am Bergring geplant. „Jede Blase enthält 1,5 Kubikmeter, deshalb zwei Stück“, sagte der Gemeindewehrleiter. Noch nicht klar sei, ob die Blasen gemietet oder angeschafft werden. Das Problem: Für die Miete gibt es bisher noch keine Zuschüsse, die Stadt müsste die Kosten allein tragen, sagte Harnisch.

Voraussichtlich im kommenden Jahr ist der Bau eines Löschwasserbehälters in Mannsdorf vorgesehen. Die Stadt rechnet mit Kosten von rund 100.000 Euro, davon etwa 40 Prozent Fördermittel.

Gerätehaus kostet 1,2 Millionen Euro

Auch für die größte Investition will die Stadt Fördermittel in Anspruch nehmen: Der Neubau eines neuen Gerätehauses für die Ortswehren Mochau, Choren und Lüttewitz/Theeschütz kostet reichlich 1,2 Millionen Euro. Der Bedarfsplan sieht die Realisierung bis 2023 vor.

Mit dem Bau würden gleich mehrere Defizite ausgeglichen. Die Ortswehren arbeiten derzeit unter keinen guten Bedingungen. Die vorhandenen Gerätehäuser sind in einem schlechten Zustand. Zum Teil werden die Mindestanforderungen an die Mannschaftsstärke nicht erfüllt. Tagsüber in der Woche sind die Wehren nicht einsatzfähig, weil die Feuerwehrleute auswärts arbeiten.

Hoffnung auf neues Personal

Durch das Zusammenfassen an einem Standort könnte eine Truppe mit drei Fahrzeugen und 30 Mann Stärke aufgebaut werden. Perspektivisch soll die Zahl durch neue Mitglieder auf 40 steigen, sagt der Bedarfsplan.

Ordentliche Bedingungen für die Mannschaft sind nach Harnischs Überzeugung dafür die Voraussetzung. „Man muss den Leuten etwas bieten und kann da nicht mit irgendwelchen alten Garagen kommen“, sagte er.

Zu wenig Platz im Döbelner Gerätehaus

Auch beim vergleichsweise modernen Gerätehaus in Döbeln gibt es mittlerweile Nachholbedarf. Vor allem im Umkleidebereich wird der Platz knapp. Ein Anbau war wegen der hohen Kosten durch den schlechten Baugrund verworfen worden. Stattdessen sollen Container aufgestellt werden, um Bereiche aus dem Gerätehaus auszulagern. Es sei noch nicht klar, ob die Jugendfeuerwehr in den Containerbau einzieht oder Lagerräume eingerichtet werden, sagte Harnisch.

Die Ortswehr Döbeln und die Ortswehr Limmritz werden auch tagsüber als einsatzfähig bewertet. Da eine ganze Reihe von Mitgliedern der anderen Ortswehren in Döbeln arbeiten, können diese bei einem größeren Einsatz mit der Döbelner Wehr ausrücken, sagte Harnisch.

Neue Fahrzeuge nötig

Auch der Fuhrpark der Feuerwehren soll in den nächsten Jahren aufgefrischt werden. Döbeln soll im kommenden Jahr für knapp eine halbe Million Euro ein Hilfeleistungslöschfahrzeug als Ersatz für ein Löschfahrzeug bekommen. Später ist der Kauf eines weiteren geplant. Außerdem soll ein Gerätewagen als Ersatz für gleich zwei ältere Fahrzeuge dazukommen.

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Das Gerät konnte nach über einem Jahr Bauzeit abgeholt werden. Zum Einsatz kommt es aber noch nicht.

Für die Ortswehren ist ein kleinerer Mannschaftstransportwagen vorgesehen. Limmritz soll perspektivisch ein neues Tanklöschfahrzeug erhalten. „Das ist aber noch in weiter Ferne“, sagte Harnisch.

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