merken
PLUS Döbeln

Den Pappeln folgt eine Buchen-Allee

Drei Bäume sind am Rande des Sportplatzes in dem Leisniger Ortsteil gefallen. Wann und wo kommt ein Ersatz?

Nachdem schon vor Jahren einige Pappeln am Sportplatz in Tragnitz gefällt werden musste, folgten nun die nächsten.
Nachdem schon vor Jahren einige Pappeln am Sportplatz in Tragnitz gefällt werden musste, folgten nun die nächsten. © Lars Halbauer

Leisnig/Tragnitz. Maria-Christin Anderfuhren, die für die Bündnisgrünen im Leisniger Stadtrat sitzt, stellte diese Frage in der zurückliegenden Ratssitzung. Als Anwohnerin hat sie sich die Bäume, die gefällt worden sind, angeschaut. Nicht bei jedem Baum habe sie auch die Notwendigkeit dafür erkennen können.

Richtig ist, dass zwei der Bäume bis in den unteren Stammbereich hinein teilweise oder zu großen Teilen hohl waren. Bei einer der alten Pappeln ist ein solches Schadbild nicht ersichtlich. Aber: Die Pappel ist ein Alleebaum. „Einen allein stehen zu lassen, kam nicht infrage. Er wäre zu windlastig, also zu anfällig für Windbruch gewesen“, begründet der Leisniger Stadtgärtner Steffen Holz.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Regelmäßige Baumbeschau

Er und die Mitarbeiter des Bauhofes haben nach Informationen von Bauamtsleiter Thomas Schröder im Stadtrat drei der Pappeln am Tragnitzer Sportplatz jetzt gefällt. Gründe dafür seien der Zustand der Bäume und die Verkehrssicherungspflicht der Kommune unmittelbar an der Straße und auf der Fläche des Sportplatzes gewesen. Genauso sieht es Steffen Holz.

Schon vor ein paar Jahren mussten an dieser Stelle Pappeln gefällt werden. Jetzt stehen nur wenige dieser Bäume auf der hinteren Sportplatzseite. „Die werde ich mir weiter jedes Jahr bei den turnusmäßigen Baumprüfungen anschauen“, sagt Steffen Holz. Eine Fällempfehlung wolle er erst aussprechen, wenn er die Notwendigkeit dafür sehe. Leichtfertig werde also kein Baum in Leisnig gefällt.

Für die Pappeln, die weichen mussten, kündigt der Stadtgärtner Ersatz an. „Geplant ist, eine Hainbuchen-Allee zu pflanzen“, so Steffen Holz. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass auch die Wurzeln der jetzt gefällten Bäume entfernt sind.

Buchen sind robuster

Bei Buchen handele es sich im Vergleich zu Pappeln, die zu den Weichholzbäumen gehören, um eine robustere Baumart. Gleichwohl müsse die Kommune auch da der Sicherungspflicht an Straßenbäumen nachkommen.

Bereits nachgepflanzt hat Steffen Holz Ersatz für die Ende Februar 2020 gefällte Linde am Sportplatz an der Jahnstraße. Auch dieser Baum war innen hohl, Insekten hatten sich daran eingenistet. Von einem Versuch, den mehr als 100 Jahre alten Gedenkbaum doch noch zu retten, ist die Verwaltung nach ersten dahingehenden Überlegungen abgekommen.

Immerhin gehen dort für gewöhnlich – also außerhalb Pandemie-Zeiten – nahezu täglich Schüler vorbei, die Sport treiben. Dort befindet sich die Zuwegung zu Kleingärten. Zudem ist die vorüberführende Straße viel befahren, sodass die Kommune kein Risiko eingehen wollte, dass Menschen verletzt oder Fahrzeuge beschädigt werden.

Bei der nachgepflanzten Linde handelt es sich um einen jungen Baum, der zunächst auf der gegenüberliegenden Straßenseite in die Erde gekommen ist. Der alte Standort kam aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht nicht wieder in Frage. Aus demselben Grund ist die Kommune auch von einer Ersatzpflanzung auf dem Sportplatzgelände selbst abgekommen. Darüber wurde zumindest nachgedacht.

Umzug nicht ausgeschlossen

Insgesamt kann sich der Stadtgärtner aber einen nochmaligen „Umzug“ der Linde vorstellen. Auf der gegenüberliegenden Grünland-Seite würde er den Baum lieber wachsen sehen. Dann könnte er sich vorstellen, dass auch noch eine Bank dazukommt, die zum Ausruhen und Genießen des Blicks auf die Stadt einlädt.

Ob diese Idee so umgesetzt werden kann, hängt Steffen Holz zufolge aber davon ab, ob der Privateigentümer der Fläche dafür zugänglich ist und diese Art Gestaltung gestattet. „Das muss zunächst geklärt werden“, sagt er.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln