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Döbeln

Denkmalpreis für Klosterförderer

Mit einem Denkmal zu leben, ist eine Gratwanderung. Dass der Verein in Klosterbuch dies auf sich nimmt, wird honoriert.

Walter Stuber und Dirk Eckart, die Chefs des Roßweiner Gerüstbaudienstleisters Gemeinhardt Service GmbH, gratulieren den Klosterförderern Heiner Stephan, Rica Zirnsack, Sonja Jäschke (von links) und übergeben zur Sachspende noch einen Scheck.
Walter Stuber und Dirk Eckart, die Chefs des Roßweiner Gerüstbaudienstleisters Gemeinhardt Service GmbH, gratulieren den Klosterförderern Heiner Stephan, Rica Zirnsack, Sonja Jäschke (von links) und übergeben zur Sachspende noch einen Scheck. © Dietmar Thomas

Leisnig. Für die Mitglieder des Fördervereins Kloster Buch ist das Corona-Jahr 2020 gelaufen. Zum weinenden Auge, weil sie den für nächsten Samstag geplanten Frischemarkt absagen mussten, kommt zum Schluss noch ein lachendes Auge hinzu.

Seit Freitag halten sie eine Urkunde in den Händen. Die bescheinigt ihnen hervorragende Restaurierungsleistungen an „ihrem“ Denkmal, dem Kloster Buch. Diese Urkunde gehört zum Wolfgang und Ursula Engelbarts-Förderpreis. Dieser wird von der gleichnamigen Stiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgelobt, und zwar im Zusammenhang mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege.

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Sich an der Bundespreis-Ausschreibung zu bewerben, dazu hat den Vorstand des Fördervereins Walter Stuber, einer der Geschäftsführer der Gemeinhardt Service GmbH Roßwein, animiert. Weshalb?

Im Kloster ist ein Bauende nicht abzusehen

Als Leisniger fühle er sich mit dieser Stadt verbunden. Außerdem ist Stuber zurzeit Präsident des Rotary Clubs Döbeln-Mittelsachsen. „Wir Rotarier unterstützen den Förderverein Kloster Buch schon seit längerer Zeit“, so Stuber.

Daher weiß der Geschäftsmann auch gut über anstehende Projekte sowie Sorgen und Nöte der Förderer Bescheid. Außerdem hat der Roßweiner Gerüstbaubetrieb dem Kloster schon mehrfach geholfen, indem er auf dem Klostergelände Lehrlinge ausbildete. Zuletzt stellten sie ein Gerüst auf dem Boden des ehemaligen Kuhstalls. Vor dem Gebäude stand über Monate ein ebenfalls von Gemeinhardt-Auszubildenden aufgebautes Gerüst. Das haben die Dachdecker benötigt.

Für solche Restaurationen wie die Erneuerung der Dächer von Abthaus und ehemaligem Kuhstall, aber auch für die feinfühlige Herrichtung der Abthauszimmer für museale Zwecke hat der Förderverein den Sonderpreis bekommen. Der ist mit 500 Euro dotiert. Die können Vorsitzender Heiner Stephan und Schatzmeisterin Sonja Jäschke für vielerlei Dinge gebrauchen, unter anderem für die nächsten Bauprojekte. „Wir werden hier nie fertig mit Bauen“, da ist sich der Vorstandschef ziemlich sicher.

Zusammenspiel der Handwerker war famos

Als vorerst letztes großes Dachprojekt müsste in absehbarer Zeit das der Krankenkapelle folgen. Das dürfte ähnlich dem Abthausdach um 1400 entstanden sein. Ehe Stephan die Arbeiten allerdings ausschreiben kann, müssen unter anderem ein Holzgutachten angefertigt und geprüft werden, ob und in welcher Form die alten Balken erneuert werden können oder müssen.

„Manchmal wäre es einfach, alles neu aufzubauen“, gibt Heiner Stephan zu. Die beiden großen Dach-Neueindeckungen auf dem Abthaus und dem ehemaligen Kuhstall haben den Verein geprägt. Überall sind Überraschungen und Mehraufwendungen zutage getreten. Vieles hat sowohl die Förderer als auch die Handwerker vor große Herausforderungen gestellt.

Den Handwerkern wie den Firmen Benedix aus Leisnig und Fichtner aus Penig sowie den Restauratoren ist Heiner Stephan mehr als dankbar über die Art und Weise, wie diese sich ins Zeug gelegt und in kniffligen Situationen nach Lösungen gesucht haben.

Gerüstbauer gratulieren mit einem Scheck

„Es war oft eine Gratwanderung“, beschreibt der Vereinschef. Als Beispiel erzählt er von Auflagen, die nicht erfüllbar waren. Marode Holzbalken durch solche aus Weißtanne zu ersetzen, sei schlichtweg unmöglich gewesen, weil sie einfach nicht zu beschaffen waren.

Als Kompromiss ist Fichte als Baumaterial eingesetzt worden. Doch das mit der Hand zu behauen, wie es die Bauleute zu Mönchszeiten getan haben, sei für den Verein unter keinen Umständen finanzierbar gewesen. Deshalb sind die Balken, die letztlich das Kuhstalldach tragen, zwar mit Maschinen zugeschnitten, aber ohne Metalleinsatz verbunden worden. Auch das sei eine denkmalschützerische Auflage gewesen – eine für die Handwerker und die Vereinsmitglieder erfüllbare.

Walter Stuber und sein Geschäftsführerpartner Dirk Eckert haben den Förderern am Freitag zum Sonderpreis gratuliert. Mit leeren Händen sind sie nicht ins Kloster gefahren. Sie übergaben nochmals 1.000 Euro als Geldspende – zusätzlich zu den 14.000 Euro. Das entspricht den Sachkosten von Aufbau und Miete der Gerüste. Dies hat das Roßweiner Unternehmen dem Verein nicht in Rechnung gestellt.

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