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Der Töpelwinkel kämpft sich durch

Mit Finanzhilfen kommt der Trägerverein gerade so über die Runden. Andere Landschulheime haben schon dichtgemacht.

Carin Lau und das Team des Töpelwinkels hatten im Sommer wieder den Betrieb aufgenommen. Die Ferienfreizeiten konnten wie geplant stattfinden. Aber die Ausfälle sind nicht aufzuholen.
Carin Lau und das Team des Töpelwinkels hatten im Sommer wieder den Betrieb aufgenommen. Die Ferienfreizeiten konnten wie geplant stattfinden. Aber die Ausfälle sind nicht aufzuholen. © Norbert Millauer

Döbeln. Mit einiger Unsicherheit schaut der Verein Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel in die Zukunft. Die Corona-Krise hatte den Betrieb über Monate lahmgelegt. Eine finanzielle Soforthilfe sei im Sommer abgelehnt worden, sagte die Vorsitzende Carin Lau. Dann hatte der Verein aber das Glück, aus einem anderen Hilfsprogramm einen Liquiditätshilfezuschuss speziell für Soziale Organisationen zu bekommen. „Das hat uns gerettet, aber es hat Nerven gekostet“, sagte Carin Lau. Es gebe auch Beispiele, wo der Kampf ums Überleben nichts gebracht hat. „Einige Schullandheime haben das nicht überlebt“, sagte Carin Lau.

Kapazitäten begrenzt

Nach den Lockerungen war der Betrieb im Natur- und Freizeitzentrum wieder angelaufen. Allerdings ist die Anzahl der Kinder, die im Töpelwinkel übernachten können, begrenzt. „Es darf immer nur eine Schulklasse da ein, damit sich die Kinder nicht begegnen“, sagte die Leiterin. Im Sommer hatte es schon wieder Ferienfreizeiten gegeben und auch im Moment verbringen Mädchen und Jungen ihre Herbstferien im Töpelwinkel – unter den gegebenen Vorkehrungen. „Wir schauen auf die Hygiene und sind vorsichtig. Bisher war noch nichts bei uns“, sagte Carin Lau. 

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Ohne Stornierungsgebühren

Die Nachfrage von Schulklassen sei größer als in anderen Jahren. Aber sie merke auch, dass „Stammkunden“ zurückhaltend geworden sind. Stornierungsgebühren wie andere Anbieter hat der Töpelwinkel nicht. „Das machen wir auch in Zukunft nicht. Da kann ja keiner was dafür“, sagte Carin Lau.

Ein wichtiges Zusatzgeschäft des Töpelwinkels läuft gut. Das Natur- und Freizeitzentrum empfängt Gäste zum Forellenessen. Die Fische kommen ganz frisch aus der benachbarten Forellenanlage Schnek und werden in der Heimküche zubereitet. „Es haben sich mehr Gruppen angemeldet. Das Forellenessen war für uns schon immer ein wichtiges Zusatzgeschäft im Herbst“, sagte Carin Lau. Allerdings seien auch da die Möglichkeiten durch Corona begrenzt. „Wir hatten manchmal 40 bis 50 Gäste. Das geht jetzt nicht“, sagte sie.

Verluste nicht aufzuholen

Die Verluste des Frühjahrs und Frühsommers kann der Verein in diesem Jahr nicht mehr aufholen. Alle Reserven seien verbraucht, sagte Carin Lau. Alles, was nicht unbedingt erforderlich ist, hat der Verein zurückgestellt. Auch Reparaturen und Wartungen am Gebäude, sagte Carin Lau. Der Verein nutzt Gebäude im Töpelwinkel, die dem Landkreis Mittelsachsen gehören, ist aber für die Unterhaltung zuständig. 

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Carin Lau hat erneut eine Finanzhilfe beantragt. „Damit hoffen wir, über den Winter zu kommen.“ Ansonsten drohe den Mitarbeitern wie im Frühjahr Kurzarbeit. „Aber wir haben ja genügend zu tun“, sagte Carin Lau.

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