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Retter mit feiner Nase

Die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes ist dann im Einsatz, wenn Menschen vermisst werden. Für die Hunde ist das Schwerarbeit.

Jessica Neumann (links) und Sarah Unger von der DRK-Rettungshundestaffel Westsachsen waren zu Gast bei der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt und zeigten, was ihre Hunde Giro, Mira und Wilma draufhaben.
Jessica Neumann (links) und Sarah Unger von der DRK-Rettungshundestaffel Westsachsen waren zu Gast bei der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt und zeigten, was ihre Hunde Giro, Mira und Wilma draufhaben. © Dietmar Thomas

Döbeln. Der kleine quirlige Jack Russell Terrier Giro wird von seiner Besitzerin Jessica Neumann „der Lehrling“ genannt. Und zwar deshalb, weil er noch kein geprüfter Rettungshund, sondern in der Ausbildung ist. Aber er kann schon was. 

Als sich Sarah Unger auf den Boden legt, läuft er hin und fängt an zu bellen. Genau das ist es, was ein Rettungshund können muss: Einen Menschen finden und sich dann zu melden. Zur Belohnung gibt es einen Ball. Spielzeug ist für den Terrier die schönste Belohnung, erklärte Jessica Neumann.

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Die beiden Frauen sind Mitglieder der DRK Rettungshundestaffel Westsachsen. Zusammen mit ihren Hunden sind sie Gast beim WG-F Spezial, einer Veranstaltungsreihe der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt, zu der interessante Gäste eingeladen werden. Die beiden haben drei Hunde mitgebracht.

Lange Ausbildung ab dem Welpen-Alter

Neben dem Lehrling Giro auch die Labrador-Hündinnen Mira und Wilma, beide ausgebildete Rettungshunde. Sie liegen tief entspannt zu Füßen ihrer Besitzerin Sarah Unger. Aber eigentlich sind sie Hochleistungssportler mit einer feinen Nase und einer ausgeprägten Zuneigung zu Menschen.

Genau diese Eigenschaft prädestiniert sie zum Rettungshund. Sie brauchen ein freundliches Wesen, und Labradore sind neben einigen anderen Hunderassen gut dafür geeignet, sagte Jessica Neumann. „Die Hunde lernen, dass alle Menschen toll sind.“

Die Hunde werden einem Wesenstest unterworfen und müssen Stress aushalten können. Sie werden an einer laufenden Kettensäge vorbeigeführt und dürfen auch nicht vor einem humpelnden Mann mit Plane über dem Kopf erschrecken.

Die Ausbildung sollte schon im Welpenalter beginnen. Die Hunde lernen als erstes, zu den Menschen zu gehen und zu bellen. „Das machen wir ein halbes Jahr. Dann lernt der Hund, die Nase einzusetzen, um den Menschen zu finden.“ Wenn sie das schaffen, gibt es immer eine Belohnung. Ein Spielzeug für den Terrier, Hundewurst für die Labradore. Zweimal in der Woche sollte trainiert werden.

Tiere können riesige Flächen absuchen

Organisiert ist die Hundestaffel im Verbund sächsischer Rettungshunde, in dem auch andere Verbände mitarbeiten. „Dadurch haben wir große Ressourcen. Da ist Sachsen sehr fortschrittlich“, sagte Jessica Neumann. In diesem Jahr habe es schon 56 Einsätze gegeben. 

Die Rettungshunde sind vor allem dafür ausgebildet, große Flächen, etwa Wälder, nach Personen abzusuchen. Das können verwirrte Menschen, Leute mit gesundheitlichen Problemen, Kinder oder auch verletzte Pilzsammler sein. Ein Hund ist in der Lage, eine Fläche von 100.000 bis 200.000 Quadratmetern abzusuchen. 

„Die Hunde müssen dafür topfit sein. Wir machen deshalb auch Muskelaufbau, gehen mit ihnen Joggen oder fahren mit dem Fahrrad“, sagte Jessica Neumann.

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