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Die Sittener Frühstückskönige

Die Grundschüler knabbern regelmäßig Obst und Gemüse. Auch, wenn die Eltern nichts in die Brotdose stecken.

Fürs Foto helfen die Viertklässlerinnen Friederike und Johanna (beide 10) Andrea Pampel beim Obstschneiden. Die technische Mitarbeiterin der Grundschule Sitten bereitet die Obstteller sonst allein zu – coronabedingt.
Fürs Foto helfen die Viertklässlerinnen Friederike und Johanna (beide 10) Andrea Pampel beim Obstschneiden. Die technische Mitarbeiterin der Grundschule Sitten bereitet die Obstteller sonst allein zu – coronabedingt. © Dietmar Thomas

Leisnig. Gesunde Ernährung ist ein Thema, dem sich die Lehrer und Schüler der Grundschule Sitten bisher nie verschlossen haben. Seit dem neuen Schuljahr beteiligt sich die Einrichtung am EU-Projekt „Fitmacher Obst, Gemüse und Milch“. Das haben diesmal die Eltern initiiert.

Die Idee dafür wurde zum ersten Mal Ende Februar angesprochen. Insgesamt ging es darum, wie das Vesperangebot attraktiver gemacht werden kann, erinnert sich Schulleiterin Sylke Rasch. Um alles Weitere hat sich dann Elternvertreterin Elisabeth Rößiger gekümmert und dafür auch den Corona-Lockdown zum Beispiel für das Stellen des Förderantrages genutzt.

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Mittlerweile bekommt die Schule regelmäßig verschiedenes, in der Region geerntetes Obst und Gemüse vom Grünen Laden aus Mügeln geliefert. Die Förderung deckt zwei Portionen pro Woche und Kind ab, sodass alle der 105 Sittener Grundschüler wirklich regelmäßig Obst und Gemüse auf dem Tisch haben. Das sind im Moment etwa frische Äpfel, aber auch mal Weintrauben, Melonen, Gurken oder Möhren.

Schüler als Botschafter für gesunde Ernährung

 „Weil alle zugreifen, langen auch die Mädchen und Jungen hin, die sonst nicht so gern Obst essen oder häufiger keines von zu Hause mitgebracht haben“, hat die Schulleiterin beobachtet. Sie findet, dass dieses Projekt wunderbar ins Konzept der Grundschule passt. 

Und Sylke Rasch hat außerdem beobachtet, dass sich die Beharrlichkeit auszahlt. Als beispielhaft nennt sie die vierte Klasse. Die habe aus dem Wissen, wie wichtig ist, was jeder täglich isst, einen Wettbewerb gemacht und ermittle nun regelmäßig den Frühstückskönig.

„Die Kinder tragen die Gedanken der gesunden Ernährung tatsächlich mit nach Hause. Das erzählen uns die Eltern mittlerweile. Und sie unterstützten wiederum die Kinder“, so die Schulleiterin. Dabei erwähnt sie, dass die Lehrer inzwischen auf eine gute Vorarbeit in den meisten Kindereinrichtungen aufbauen, von dort schon einiges Wissen über gesunde Ernährung mitgebracht wird.

Wegen Corona dürfen Kinder nicht mitschnippeln

Zum Förderpaket gehört auch eine sogenannte pädagogische Begleitmaßnahme wie zum Beispiel der Erwerb eines Ernährungsführerscheins. Nur wenn diese wirklich in den Schulalltag eingebunden worden ist, können sich die Eltern im nächsten Jahr um eine neuerliche Aufnahme in das Förderprogramm bemühen.

In diesem Punkt muss Elternvertreterin Elisabeth Rößiger nicht bange sein. Das Lehrerteam hat nach den Worten von Sylke Rasch vor, den Ernährungsbaustein in die Projektwoche gegen Ende des Schuljahres einzubinden, die unter der großen Überschrift „Respekt“ stehen wird.

Dann können sich die Mädchen und Jungen auch vielleicht wieder ein wenig mehr einbringen. Einigen würde es sicher Freude bereiten, für alle Obst und Gemüse zu schnippeln. Doch davon sieht die Schulleitung in der gegenwärtigen Corona-Situation ab. Diese Aufgabe hat im Moment die technische Mitarbeiterin Andrea Pampel übernommen.

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