merken
PLUS Döbeln

Die Störche sind da – aber bleiben sie auch?

In Döbeln ist ein Storchenpaar auf Schornsteinen beobachtet worden. Wollen sie hier brüten?

Neugierig schauen die beiden Störche vom Schornstein in Großbauchlitz. Ob sie dort ein Nest bauen, ist ungewiss.
Neugierig schauen die beiden Störche vom Schornstein in Großbauchlitz. Ob sie dort ein Nest bauen, ist ungewiss. © privat

Döbeln. Die Störche sind da. Auch in Döbeln. Auf dem Schornstein bei Autoland in Masten und in Großbauchlitz auf dem Schornstein der ehemaligen PGH Fleischer ist in den vergangenen Tagen ein Pärchen gesehen worden. Nichts Ungewöhnliches, wie Anwohner berichten. Störche waren auch in den vergangenen Jahren immer wieder in Döbeln gesichtet worden. Ein Nest gebaut und gebrütet haben sie noch nie.

Für den Storchexperten Kai Schaarschmidt ist es wie der Blick in die berühmte Glaskugel, ob es diesmal klappt. Mitte und Ende April seien gute Ankunftszeiten für den Storch. „Wenn sie Anfang bis Mitte Mai mit dem Brüten anfangen, haben sie gute Chancen, die Jungen hochzukriegen“, sagte er.

VARO Direct
Grüner heizen, Haushaltskasse entlasten
Grüner heizen, Haushaltskasse entlasten

Kunden von VARO Energy Direct können jetzt im Rahmen einer besonderen Aktion viel Geld beim Brennstoffeinkauf sparen.

Döbeln ist kein Storchenland

Allerdings gibt es auch Störche, die nicht brüten. Das können junge Tiere im dritten Lebensjahr sein. „Die halten Ausschau nach Nistmöglichkeiten“, sagte Schaarschmidt. „Oder es sind Tiere, die auf dem Durchzug sind und rasten.“ Es könnte durchaus passieren, dass sich Vögel wochenlang an einer Stelle aufhalten, ohne ans Brutgeschäft zu gehen.

Die Region Döbeln ist nicht wirklich Storchenland, obwohl die Bedingungen durchaus passen, wie Schaarschmidt meint. Das liegt eventuell an einer Besonderheit: Es gibt eine westliche und eine östliche Storchenpopulation. Die eine nutzt die Zugrouten über Spanien nach Afrika, die andere nimmt den Weg über den Bosporus in die Winterquartiere.

Ostpopulation schwächelt

Während sich die westliche Population gut entwickelt hat, schwächeln die Oststörche. Die Region Döbeln liege in einem Übergangsgebiet an der sogenannten Zugscheide der beiden Populationen, erklärte Schaarschmidt. Mit anderen Worten: Döbeln liegt möglicherweise zu weit östlich.

Wie Schaarschmidt sagte, habe er schon eine Anfrage bekommen, auch in Döbeln eine Nistplattform für Störche zu errichten. „Aber auf gut Glück mache ich das nicht mehr. Wenn sie anfangen würden zu bauen, wäre das eine andere Sache“, sagte der Storchenexperte. In Klosterbuch und in Steina gibt es schon zwei Nistplattformen, die bisher noch nicht von Störchen genutzt werden.

Dauerregen ist tödlich

Weiterführende Artikel

Döbelner Jungstörche üben das Fliegen

Döbelner Jungstörche üben das Fliegen

Die vier Störche im Nest in Großbauchlitz werden bald ausfliegen. Weg sind sie dann noch nicht.

Störche bauen in Döbeln ein Nest

Störche bauen in Döbeln ein Nest

In Großbauchlitz richtet sich ein Storchenpaar offensichtlich häuslich ein. Aber es gibt noch weitere Interessenten.

Zwei bis drei Junge muss jedes Paar groß bekommen, um die Population aufrecht zu erhalten, sagte Schaarschmidt. Die vergangenen Jahre seien hervorragend gewesen. Der Grund war die trockene Witterung im Frühjahr. Besonders in den ersten Lebenswochen seien die Jungstörche sehr anfällig gegen feuchte Witterung. 2013 war dagegen ein Katastrophenjahr. Zwei Wochen Regen habe kaum ein Jungstorch überlebt.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln