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Zeit drängt beim Döbelner Schulzentrum

Die Stadtverwaltung will die Planungen fürs Schulzentrum öffentlich ausschreiben. Aber was hat das mit dem Verein Treibhaus zu tun?

So könnte das Schulzentrum in Döbeln Ost einmal aussehen. Der Entwurf des Büros O+M Architekten aus Dresden war als der beste beim Werkstattverfahren bewertet worden.
So könnte das Schulzentrum in Döbeln Ost einmal aussehen. Der Entwurf des Büros O+M Architekten aus Dresden war als der beste beim Werkstattverfahren bewertet worden. © Lars Halbauer

Döbeln. Die Stadt Döbeln drängt jetzt auf Tempo bei der Umsetzung der Pläne zum Bau eines Schulzentrums in Döbeln Ost. Weil der Haushalt fürs kommenden Jahr noch nicht verabschiedet ist, aber eine größere Summe gebraucht wird, hat der Hauptausschuss jetzt seine Zustimmung zum nächsten Schritt erteilt.

Die Stadt will im Frühjahr kommenden Jahres die Planungen für Gebäude und Freianlagen öffentlich ausschreiben. Und das ist nicht ohne. Bei Planungsleistungen ab reichlich 200.000 Euro müssen diese nämlich europaweit ausgeschrieben werden. Und Döbeln wird mit seinem Schulzentrum weit über dieser Summe liegen. Die Planungskosten alleine werden etwa zwei Millionen Euro betragen, sagte Regina Hlozek vom Bauamt der Stadt.

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Fachplaner einbezogen

Später kommen auch noch Planungsleistungen der Technischen Gebäudeausrüstung für Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallation, für die Elektroinstallation sowie die Tragwerksplanung hinzu. „Wir wollen diese Fachplaner so zeitig wie möglich einbeziehen. Das ist sicherer, als von den Architekten eine Kostenschätzung zu bekommen“, sagte Hlozek.

Rund 40.000 Euro braucht das Bauamt der Stadt, um ein Büro mit der europaweiten Ausschreibung der Planungsleistungen zu beauftragen. Das überfordere die Möglichkeiten des Bauamtes, so Hlozek. „Die Anforderungen sind wesentlich höher. Die Ausschreibung hat schon einen Umfang von 23 bis 24 Seiten im Anzeigenblatt der EU.“

Büro ist große Hilfe

Das Bauamt habe auch nicht die technischen Voraussetzungen, um die Interessensbekundungen von 50 bis 70 Bietern elektronisch entgegenzunehmen und zu sichten. „In der zweiten Stufe werden dann die besten Bieter zu Verhandlungen eingeladen. Erst danach erfolgt die Auftragserteilung“, so Regina Hlozek. Ein darauf spezialisiertes Büro sei da eine große Hilfe.

„Es geht voran. Wir brauchen jetzt Planungssicherheit und sollten keine Zeit verlieren“, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). Einwände gegen das Vorgehen meldete Dietmar Damm (Wir für Döbeln) an. „Die Reihenfolge ist die Falsche. Wir gehen jetzt schon in Vorkasse und geben Geld aus, obwohl wir nicht wissen, wie die Gesamtkosten für das Vorhaben sind. Wir brauchen erst einmal die Kostenschätzung, damit wir wissen, wovon wir reden“, so Damm.

Unklare Finanzsituation

Zum anderen sei die Stadt wegen der Corona-Krise auch in einer unklaren Situation. Einen Haushalt für nächstes und übernächstes Jahr gibt es noch nicht. „Als es um 18.000 Euro für den Verein Treibhaus für das Jahr 2022 ging, hat das die CDU mit der Begründung abgelehnt, dass die finanziellen Folgen durch Corona nicht abzuschätzen sind“, sagte Damm. „Wir wissen nicht, wo es hingeht, sollen aber 40.000 Euro ausgeben.“

Rudolf Lehle, Fraktionschef der CDU, widersprach Damm. „Die Unterstützung für einen Verein kann man nicht in einen Topf werfen mit Planungsleistungen.“ Eine Auffassung, die auch Liebhauser teilte. „Das eine sind laufende Kosten, das andere ist eine Investition. Wir können uns die 40.000 Euro leisten.“

Förderantrag bis September

Der Zeitfaktor spielt bei den Planungen auch eine Rolle, macht Liebhauser klar. Die Stadt hat Fördermittel von 60 Prozent vom Land Sachsen in Aussicht. Der Antrag dafür müsse aber bis September kommenden Jahres auf Grundlage der Planungen gestellt sein. „Wenn wir die Ausschreibung verschieben, verlieren wir wertvolle Monate.“ Die meisten Mitglieder des Hauptausschusses teilten diese Auffassung und bewilligten die Summe.

Wie das Schulzentrum aussehen soll, dazu gibt es seit September ziemlich konkrete Vorstellungen. Die Stadt hatte vier Architekturbüros in einem Werkstattverfahren auf Ideenfindung geschickt. Gewonnen hatte der Entwurf von O+M Architekten aus Dresden. Die Planer stellen die neue Grundschule auf den heutigen Schulsportplatz. Die Lernförderschule ist an Stelle der alten Grundschule vorgesehen. Und zwar als ein Neubau. Das Schulgebäude aus den 1960er-Jahren müsste dazu abgerissen werden.

Gemeinsam, aber getrennt

Die beiden Schulhäuser umschließen jeweils einen kleinen Pausenhof, der sich wiederum zu einem großzügigen Innenhof hin öffnet, der sich zwischen den Gebäuden erstreckt. Die Pausenfreiflächen sind von den Schulen getrennt nutzbar. Die beiden Teile sind durch einen Geländesprung auch räumlich voneinander getrennt, die Horte der Schulen haben getrennte Spielzonen. Die vorhandene Sporthalle der Grundschule wird bei diesem Entwurf weiter genutzt.

Die Lernförderschule soll eine eigene Sporthalle bekommen. Nach Einschätzung der Jury ist der Siegerentwurf auch die wirtschaftlichste Lösung. Über den Daumen gepeilt, schätzt die Stadt die Kosten für das Schulzentrum mit etwa 20 Millionen Euro ein. Bei 60 Prozent Fördermitteln müssen die Stadt rund acht Millionen Euro selbst aufbringen.

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