merken
PLUS Döbeln

Dieses Kissen rettet Leben

Bei Ostrau wurde eine faltbare Löschwasser-Zisterne aufgebaut. Es ist die erste Demonstrationsanlage in Sachsen.

2.500 Liter Wasser pro Minute schießen aus dem Strahlrohr der Ostrauer Feuerwehr. Die testet die Demonstrationsanlage der Veolia zur flexiblen Löschwasserversorgung in Schmorren bei Ostrau.
2.500 Liter Wasser pro Minute schießen aus dem Strahlrohr der Ostrauer Feuerwehr. Die testet die Demonstrationsanlage der Veolia zur flexiblen Löschwasserversorgung in Schmorren bei Ostrau. © Lars Halbauer Lars Halbauer

Ostrau. Sie sieht aus wie ein überdimensionales Kissen. Aber sie hat es in sich. Die flexible und faltbare Löschwasserzisterne ist mit 120 Kubikmetern Wasser gefüllt.

In Schmorren bei Ostrau wurde die Demonstrationsanlage der Veolia Wasser Deutschland GmbH jetzt in Betrieb genommen. „Es ist die erste Anlage in Sachsen überhaupt“, sagt Marcus Riemer, Veolia-Niederlassungsleiter in Döbeln.

Sündenfrei Mittelalterveranstaltungen
Gut gerüstet für Ihre Sommerfeste?
Gut gerüstet für Ihre Sommerfeste?

Ob Ritterturniere, Stadtfeste, Firmenevents oder Weihnachts- und Mittelaltermärkte - die Agentur Sündenfrei ist der richtige Partner!

Die klimatischen Veränderungen erhöhen die Brandgefahr und lassen Wasser schneller verdunsten. Deshalb sei eine solche Löschwasserzisterne überall dort eine Option, wo es Schwachstellen in der Löschwasserversorgung gibt.

Genau das ist in Schmorren der Fall. Deshalb ist Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) froh, dass das Referenzobjekt der Veolia gerade in diesem Ort aufgebaut wurde.

Schilling sieht in dem Löschwasserkissen zwei grundlegende Vorteile: „Die Unterhaltung ist nicht mit einem so hohen Aufwand verbunden, wie bei einem Löschwasserteich, auch die Kosten sind geringer.“ Für das Anlegen eines solchen Teiches „läuft unter 50.000 Euro nichts“, meint er. Die Zisterne kostet je nach Größe zwischen 30.000 und 40.000 Euro.

Keine Unfallgefahr, kein Schlamm

Marcus Riemer nennt noch mehr Positives: Es ist ein geschlossenes System. Es besteht keine Unfallgefahr, es kann niemand hineinfallen und ertrinken. Das Wasserkissen verschlammt nicht, wie ein Teich und muss auch nicht gewartet und gereinigt werden.

Die Zisterne gibt es in verschiedenen Größen mit einem Fassungsvermögen zwischen zehn und 200 Kubikmeter. „Es sind auch Sonderanfertigungen möglich“, so Riemer.

Der Bau der Zisterne in Schmorren hat zwei Monate gedauert. Voraussetzung sei ein zu hundert Prozent ebener Boden. Auf dem werden mehrere Schichten unterschiedlicher Materialien aufgebracht und zu oberst eine Gewebedecke, damit sich keine Steine durchdrücken.

Erst dann werde die unterirdische Leitung gebaut, über die die Zisterne befüllt wird. Für die 120 Kubikmeter der Schmorrener Anlage seien bei der Erstbefüllung 36 Stunden benötigt worden.

Die Leitung liegt 1,30 Meter tief in der Erde und ist damit frostsicher. Sollte bei extremer Kälte doch ein Teil des Wassers in dem Löschwasserkissen einfrieren, seien im unteren Teil noch immer 24 Kubikmeter frostfrei.

Aber die Außenhülle sei wetterfest, frostsicher und hitzebeständig, auch bei extremen Temperaturen. „Auf die Folie besteht eine Garantie von zehn Jahren“, erklärt der Niederlassungsleiter.

Sensor prüft den Wasserstand

Die Kameraden der Ostrauer Feuerwehr haben die Handhabung der Zisterne bereits ausprobiert und sie sind zufrieden. Die Verbindung zum Tanklöschfahrzeug (TLF) war schnell hergestellt. Aus dem Strahlrohr schossen anschließend 2.500 Liter Wasser pro Minute.

Das kam ausschließlich aus der Zisterne und kein Tropfen aus dem TLF. Ein Sensor prüft den Wasserstand in der Zisterne und meldet diesen an die Feuerwehrleute, sodass sie gegebenenfalls Wasser nachfüllen können.

Die Veolia bietet drei Varianten für die Anschaffung einer Zisterne an. Zum einen können Interessierte das Löschwasserkissen mit allem Zubehör kaufen und sich selbst um den Aufbau kümmern. Zum anderen gibt es das Komplettpaket. „Das kann sofort bezahlt oder über zehn Jahre finanziert werden“, so Marcus Riemer.

  • Nachrichten aus der Region Döbeln von Sächsische.de gibt es auch bei Facebook und Instagram

Die Gemeinde Ostrau hat sich bereits zum Kauf einer solchen Zisterne für die Löschwasserversorgung in Töllschütz entschlossen. „Dort ist der Löschwasserteich versiegt“, begründet Dirk Schilling. In die Kosten in Höhe von 34.000 Euro teilt sich die Gemeinde mit einer im Ort ansässigen Firma.

Interessierte Kommunen oder Feuerwehren, die sich die eingezäunte Demonstrationsanlage in Schmorren näher ansehen wollen, können sich mit dem Niederlassungsleiter in Döbeln in Verbindung setzen. Um die Kommunen zu unterstützen, die zum Wasserverband gehören, wolle die Veolia eine Förderung für die Anschaffung solcher Zisternen beantragen, so Riemer.

Kontakt: Marcus Riemer, Tel. 0151 61670932, Mail: [email protected]

Mehr zum Thema Döbeln