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Döbeln: 50 Parkbäume müssen weg

Die Trockenheit und der Borkenkäfer haben auf dem Oberfriedhof großen Schaden angerichtet. Jetzt hilft nur noch die Kettensäge.

Baum fällt! Diese Fichte ist vom Borkenkäfer befallen und total vertrocknet. Etwa 50 Bäume, darunter auch viele Birken, müssen auf dem Oberfriedhof gefällt werden.
Baum fällt! Diese Fichte ist vom Borkenkäfer befallen und total vertrocknet. Etwa 50 Bäume, darunter auch viele Birken, müssen auf dem Oberfriedhof gefällt werden. © Jens Hoyer

Döbeln. Seit Montag kreischen auf dem Oberfriedhof die Kettensägen. Gösta Kiesling und Florian Tesch, Mitarbeiter des Döbelner Bauhofs, fällen Bäume. Gerade haben sie ein Stahlseil an einer Fichte festgemacht. Tesch, wie Kiesling ausgebildeter Forstwirt, schneidet einen Keil aus dem Stamm. Noch ein paar Schnitte und der Baum kracht, vom Radlager gezogen, auf den Boden der Parkanlage.

Trockenheit setzt Parkbäumen zu

60, 70 Jahre hatte der Nadelbaum im Park gestanden. Jetzt ist die Krone kahl. Der Borkenkäfer hat die Fichten im Baumbestand zum Absterben gebracht. Etwa 30 Stück müssen gefällt werden. Dazu kommen noch einmal 20 Birken, die abgestorben sind. Fichten wie Birken leiden unter dem Wassermangel der vergangenen Sommer. „Was noch grün ist, das bleibt stehen“, sagte Kiesling. Manche der Birken sind schon sehr morsch. Als Kiesling eine an der Mauer umsägt, zerbricht sie im Fallen in Stücke.

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Das Holz der Bäume ist noch maximal zum Heizen zu verwenden. Kiesling zeigt auf die blauen Verfärbungen an den Schnittstellen der Fichte, die vom Befall mit dem Borkenkäfer herrühren. Sie machen das Holz unverkäuflich. Was nicht für den Ofen zu gebrauchen ist, das kommt in den Schredder. Der Bauhof hat für Mittwoch eine mächtige Maschine bestellt, in der Stämme bis 50 Zentimeter Durchmesser in Späne verwandelt werden können.

Bäume werden nachgepflanzt

Im Park sollen auf jeden Fall ab dem Herbst neue Bäume nachgepflanzt werden, sagte Döbelns Stadtgärtner René Kordos. Welche Baumarten das sein werden, das ist noch nicht klar. „Wir werden erst einmal sehen, wie der Park nach der Fällaktion aussieht, und uns danach zusammensetzen“, sagte er. „Man kann wegen der Trockenheit auch nicht alle Baumarten nehmen.“

Nur noch bis Ende des Monats sind Baumfällungen möglich. Bis dahin gibt es für den Bauhof noch eine Menge Arbeit. Wegen des Schnees hatte einiges liegenbleiben müssen, sagte Kordos. So seien an der Waldheimer Straße an einem Hang Bäume zu fällen, die schief stehen. Auch im Bürgergarten sind Baumfällarbeiten geplant. Dort hat die Stadtverwaltung ein Konzept zur Aufwertung der Parkanlage. Im Laufe der Jahre waren einige Bäume an Stellen gewachsen, wo sie diese Pläne stören. Nicht zuletzt seien auch Pflegearbeiten an der Ritterstraße am Muldenufer gegenüber des Parkplatzes geplant.

Wald kann sich selbst verjüngen

Auch auf der Schillerhöhe hatte der Borkenkäfer die Fichten in einem städtischen Waldstück zum Absterben gebracht. Eigentlich sollten diese mit einer Holzerntemaschine, umgangssprachlich Harvester, entfernt werden, sagte Kordos. Jetzt legt der Bauhof aber selbst die Kettensäge an. Weil für Waldgebiete andere Regeln gelten, hat es damit nicht so große Eile. Etwa 20 abgestorbene Bäume seien dort zu fällen. Verwerten lassen sich auch diese Bäume kaum. „Die stehen dort schon zwei Jahre herum, da ist nicht mehr viel da“, meint Kordos. Nachgepflanzt wird in diesem Waldstück nicht. In Abstimmung mit dem Förster soll es dort eine „Naturverjüngung“ geben, sagte Kordos. Dabei dürfen die Bäume wachsen, die dort von selbst ausgekeimt sind.

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