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Döbeln: Ausbau der Flutmulde ist abgeschlossen

Die Arbeiten an der Flutmulde sind abgeschlossen. Dabei ist auch ein neues Freizeitareal für die Döbelner entstanden.

Michael und Ulrika Nitsche sind schon mal an der Flutmulde entlanggeschlendert.
Michael und Ulrika Nitsche sind schon mal an der Flutmulde entlanggeschlendert. © Dietmar Thomas

Döbeln. Still und leise wird in dieser Woche ein wichtiger Abschnitt für den Flutschutz der Stadt Döbeln beendet. Die Firma Swietelsky wird die Arbeiten an der Flutmulde abschließen. „Bis Freitag sollen die kleinen Restarbeiten erledigt sein“, sagte John-Philipp Müller, Projektleiter für diesen Bauabschnitt bei der Landestalsperrenverwaltung. Die Abnahme der Baustelle wird allerdings erst Ende des Monats erfolgen.

Seit 2014 hat das Land Sachsen an der Flutmulde gearbeitet. Am Schloßberg wurde ein neues Verteilerwehr gebaut, das Flussbett in vier Bauabschnitten verbreitert und eine neue Brücke an der Straße des Friedens errichtet. Bei Hochwasser soll ein großer Teil der Wassermassen über diesen Kanal abfließen.

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Neue Freifläche am Fluss

Die Absperrungen in der Überfahrt vom Steigerhausplatz zur Flutmulde waren schon Mitte der Woche weggeräumt worden. Das hat für die Döbelner Bedeutung, denn am Steigerhausplatz ist mit dem Ausbau eine öffentliche Freifläche direkt am Muldenufer entstanden.

Das hatte die Stadt mit der Landestalsperrenverwaltung ausgemacht. Die Mulde sollte „erlebbar“ werden. Dafür hatte die Stadt 2008 sogar einen Beitrag beim Wettbewerb „Ab in die Mitte“ abgegeben, dafür einen zweiten Platz belegt und 20.000 Euro gewonnen.

Am Steigerhausplatz ist eine Freifläche für die Döbelner an der Mulde entstanden. An einigen Stellen muss der Rasen noch wachsen.
Am Steigerhausplatz ist eine Freifläche für die Döbelner an der Mulde entstanden. An einigen Stellen muss der Rasen noch wachsen. © Jens Hoyer

Die Hauptidee, nämlich das Anstauen der Flutmulde über ein Klappenwehr, stellte sich allerdings als nicht finanzierbar heraus. Im Zuge des Ausbaus waren aber zumindest ein Spazierweg zwischen Niederwerder und Tümmlersteg angelegt worden und die „Spielwiese“ am Zusammenfluss der beiden Muldenarme entstanden.

Zu Fuß durch die Flutmulde

Am Mittwoch hatten die ersten Döbelner die zur Mulde sacht abfallende Fläche schon in Besitz genommen. Obwohl das derzeit noch suboptimal ist. An manchen Stellen muss erst noch das Gras wachsen, sagte Müller. Langfristig sei geplant, dass die Stadt die Pflege der Wiesenflächen an der Mulde übernimmt.

Theoretisch kann man jetzt in der Flutmulde vom Busbahnhof bis zum Steigerhausplatz zu Fuß laufen, wenn man denn die Flutrinne überwindet, die vom Verteilerwehr jetzt ständig mit Wasser befüllt wird. „Ich habe dort schon Leute mit dem Hund spazieren gehen sehen“, sagte Müller.

Gewünscht sei das nicht, aber auch nicht ausdrücklich verboten. Müller rät davon ab, schon deshalb, weil in seltenen Fällen, nämlich nach größeren Niederschlägen, auch mal Abwasser aus Überlaufbauwerken in der Flutmulde ankommen kann. „Ich habe dort auch schon Toilettenpapier gesehen“, sagte Müller.

Warnsignal von der Brücke

Ab und an wird die Flutmulde auch ihrem Namen gerecht und geflutet, um nach größeren Niederschlägen den nördlichen Muldenarm zu entlasten. Erst vor zwei Wochen war das nach Regenfällen geschehen.

Die Klappen des Wehrs öffnen automatisch, sobald die Wassermenge der Mulde die Grenze von etwa 33 Kubikmeter pro Sekunde erreicht. Allerdings passiert das nicht plötzlich. Einige Zeit vorher ertönt ein Warnsignal. Eventuelle Spaziergänger haben dann Zeit, die Flutmulde zu verlassen.

Die Signalanlage für den jetzt fertiggestellten Abschnitt am Steigerhausplatz befinde sich an der Brücke Bahnhofstraße, sagte Müller. „Es dauert aber eine Weile, bis die Flutmulde gefüllt ist, wenn sich das Wehr öffnet. Es wird nie eine Flutwelle wie beim Surfen geben“, sagte Müller.

Sedimente beräumt

Schon vor einigen Wochen war der sogenannte Fangedamm, der die Flutmulde vom anderen Muldenarm abschirmte, vollständig entfernt worden. Und damit auch großzügig Sedimente, die sich am Zusammenfluss der beiden Muldenarme angesammelt hatten.

Das war immer ein Kritikpunkt von Stadtrat Sven Weißflog (FW) gewesen, der anmahnte, das Muldenbett von den Sedimenten zu räumen, die sich dort im Laufe der jahrelangen Bautätigkeit abgelagert hatten.

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Weitergehen soll es mit dem Bau der Hochwasserschutzanlagen oberhalb der Oberbrücke bis zum Krankenhaus. Die Mittel der EU dafür stehen jetzt zur Verfügung. Müller hofft, dass es im Laufe des kommenden Jahres damit weitergehen kann. Die Bauleistungen seien bisher noch nicht ausgeschrieben. „So eine Ausschreibung dauert auch noch mal drei bis vier Monate.“

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