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Döbeln: Blaues Gebäude steht zum Verkauf

Als Kaufpreis für die verwahrloste Immobilie werden 1,3 Millionen Euro aufgerufen. Nebenan bei Autoliv wachsen auch schon Bäume.

Blaues Gebäude, Döbeln, Burgstraße
Foto: Jens Hoyer
Blaues Gebäude, Döbeln, Burgstraße Foto: Jens Hoyer © Jens Hoyer

Döbeln. Die alten Fenster sind blind und von der namensgebenden Farbe des „Blauen Gebäudes“ an der Burgstraße ist nach mehr als vier Jahrzehnten nicht mehr viel übrig. Nur an der sonnengeschützten Rückseite lässt sich die markante Farbgebung des einstigen Döbelner Vorzeigebetriebs noch erahnen. Jetzt steht das Gebäude zum Verkauf.

1,3 Millionen Euro Kaufpreis ruft ein Dresdner Immobilienmakler für das Objekt auf. Das bekommt der Käufer dafür: Ein reichlich 5.000 Quadratmeter großes Grundstück mit dem 43 Jahre alten viergeschossigen Industriebau mit 7.500 Quadratmetern Nutzfläche, Keller, Lastenaufzug, Verladerampe, verblendeter und gedämmter Fassade. Wahlweise kann man sich auch für 1,90 Euro pro Quadratmeter einmieten.

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Kein Wasser und Strom

Nutzer der Immobilie ist derzeit Kami Siahpoush mit seinem Autohandel Nick. Er stellt im Außengelände Autos ab. Der Besitzer der Immobilie habe in den vergangenen Jahren mehrfach gewechselt, erzählte er. Erst vor einigen Monaten habe es ein Türke erworben. „Der Besitzer hat mich gefragt: Was kann man hier machen. Ich habe geantwortet: Da muss man erst mal Millionen hineinstecken“, erzählte er. Wasser und Strom gibt es derzeit in dem Gebäude nicht. Das Dach sei desolat. „Es läuft überall Wasser rein.“

Ursprünglich war in dem Gebäude der Werkzeugbau und Druckguss des VEB Döbelner Beschläge und Metallwerk, kurz DBM, untergebracht. Mit damals teilweise hochmodernen Werkzeugmaschinen. Nach der Wende produzierte die Süßwarenmanufaktur eine zeitlang in dem Gebäude, bis sie 2004 pleite ging. Seitdem ist das Haus mehr oder weniger ungenutzt.

Autoliv verwahrlost

Der angrenzende Teil des ursprünglichen Betriebsgeländes des DBM war in den 1990er-Jahren vom Autozulieferer Autoliv gekauft und ausgebaut worden. Autoliv-Gelände und das „Blaue Gebäude“ sind seitdem getrennte Objekte.

Aber auch die ehemalige Autoliv-Immobilie verwahrlost zusehends. Nachdem die Produktion Ende 2014 eingestellt wurde, hatte der Freistaat Sachsen sehr schnell die Immobilie gekauft, um dort eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge einzurichten.

Der Freistaat ist immer noch im Besitz des Industriegeländes. Vor vier Jahren hatte er schon einmal den Versuch gestartet, das Objekt wieder loszuwerden. 1,5 Millionen Euro rief er damals als Kaufpreis auf. Dafür sollte es fünf teilweise mehrgeschossige Gebäude geben, vier davon Werkhallen, die als Produktionsstätten und Lager nutzbar sind. Dazu ein Verwaltungsgebäude mit Büroräumen. Auf dem Parkplatz mit etwa 80 Pkw-Stellplätzen, der dazugehört, wächst mittlerweile ein respektabler Wald aus den den Pflasterfugen.

Verkauf kein Thema

Vom Verkauf der ehemaligen Autoliv-Immobilie ist derzeit keine Rede mehr. „Die Prüfung einer zukünftigen Nutzung der Immobilie dauert an. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine abschließende Entscheidung noch nicht gefallen“, teilt Alwin-Rainer Zipfl, Pressesprecher des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, auf Anfrage mit. Zwei Hallen werden als Lager genutzt.

Auf dem Grundstück der früheren Firma Autoliv wachsen bereits beachtliche Bäume aus den Fugen.
Auf dem Grundstück der früheren Firma Autoliv wachsen bereits beachtliche Bäume aus den Fugen. © Jens Hoyer

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