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Döbeln: Ein Bummel durch 1040 Jahre

Die Festwoche war ein kleiner Ersatz für das ausgefallene Heimatfest. Am Sonntag endete sie mit einem Stadtbummel mit Musik durch die Geschichte.

Mit der Pferdebahn durch die Innenstadt – dieses besondere Erlebnis hat lange auf sich warten lassen. Am Sonntag zum musikalisch-historischen Stadtbummel wurde aber endlich wieder angespannt. Für die Einheimischen ein gewohntes Bild, die Touristen züc
Mit der Pferdebahn durch die Innenstadt – dieses besondere Erlebnis hat lange auf sich warten lassen. Am Sonntag zum musikalisch-historischen Stadtbummel wurde aber endlich wieder angespannt. Für die Einheimischen ein gewohntes Bild, die Touristen züc © Lars Halbauer

Von Jens Hoyer und Lars Halbauer

Ein Blick in die Vergangenheit der Stadt, untermalt mit Musik – das wurde den Döbelnern und ihren Gästen beim musikalisch-historischen Stadtrundgang am Sonntag geboten. An einer ganzen Reihe von Stationen gab es Informationen zur Stadtgeschichte, dazu handgemachte Musik. Die Laiendarstelle Doblins Mimen und von der Gruppe Loge Nr. 5 waren am Start, Hobbyhistoriker erklärten die Geschichte von Burg, Rathaus und Nicolaikirche.

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Der Bummel, den viele Geschichtsinteressierte nutzten, war der Abschluss einer Festwoche zum 1040. Bestehen der Stadt. Das Heimatfest im Juni hatte wegen der Corona-Beschränkungen abgesagt werden müssen. Die Festwoche war die verkleinerte Version mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen.


Döbelns Geschichte begann vor 1040 Jahren auf dem Schlossberg. Dort stand die Burg, die der Hobbyhistoriker Ralph Gundram im historischen Kostüm erklärte. Von der Wehranlage ist nichts übrig geblieben. Sie war lange Ruine, nach dem Stadtbrand 1730 gab sie August der Starke auf Bitten der Döbelner zum Abriss frei. Die letzten Reste wurden 1869 beim Bau der Schlossbergschule abgerissen und planiert.
Döbelns Geschichte begann vor 1040 Jahren auf dem Schlossberg. Dort stand die Burg, die der Hobbyhistoriker Ralph Gundram im historischen Kostüm erklärte. Von der Wehranlage ist nichts übrig geblieben. Sie war lange Ruine, nach dem Stadtbrand 1730 gab sie August der Starke auf Bitten der Döbelner zum Abriss frei. Die letzten Reste wurden 1869 beim Bau der Schlossbergschule abgerissen und planiert. © Jens Hoyer
Markus Stirner-Schilling (v.l.), Ekkehard Landgraf und Andreas Langner vom Posaunenchor bliesen alle viertel Stunde vom Kirchturm in jede Himmelsrichtung. Das war bis 1912 die Aufgabe des Türmers, der darüber wachte, dass kein Feuer ausbrach. Zuletzt wohnte ab 1926 der Schuhmacher Benno Große in der Türmerwohnung. Am Sonntag war seine kleine Schumacherwerkstatt nachgebaut.
Markus Stirner-Schilling (v.l.), Ekkehard Landgraf und Andreas Langner vom Posaunenchor bliesen alle viertel Stunde vom Kirchturm in jede Himmelsrichtung. Das war bis 1912 die Aufgabe des Türmers, der darüber wachte, dass kein Feuer ausbrach. Zuletzt wohnte ab 1926 der Schuhmacher Benno Große in der Türmerwohnung. Am Sonntag war seine kleine Schumacherwerkstatt nachgebaut. © Jens Hoyer
Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, wandelten die Schauspieler von Loge Nr.5 im Döbelner Stadttheater. Charmantes Laientheater der Garderobenfrau Charlotte Menzel brachte das Publikum zum Lachen. Danach gab es Musikhits auf die Ohren: Lisbeth Parker und Isabell Otto spielten Deutsch-Pop und sangen neben Songs von Juli und Silbermond auch ein wunderbares Duett von Ina Müller und Johannes Oerding.
Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, wandelten die Schauspieler von Loge Nr.5 im Döbelner Stadttheater. Charmantes Laientheater der Garderobenfrau Charlotte Menzel brachte das Publikum zum Lachen. Danach gab es Musikhits auf die Ohren: Lisbeth Parker und Isabell Otto spielten Deutsch-Pop und sangen neben Songs von Juli und Silbermond auch ein wunderbares Duett von Ina Müller und Johannes Oerding. © Lars Halbauer
Brot und Gebäck waren seit je her Grundnahrungs- und auch Genussmittel. Kai Körner (Hintergrund) und Patrick Seyffahrth von der Konditorei & Bäckerei Körner am Niedermarkt zeigten in historischem Gewand, mit wie viel Mühe und Aufwand damals wie heute gutes Brot gebacken wird. Zutaten, Ruhezeit und die Temperatur des Backofens sind dabei für die Qualität des Backwerks von größter Wichtigkeit.
Brot und Gebäck waren seit je her Grundnahrungs- und auch Genussmittel. Kai Körner (Hintergrund) und Patrick Seyffahrth von der Konditorei & Bäckerei Körner am Niedermarkt zeigten in historischem Gewand, mit wie viel Mühe und Aufwand damals wie heute gutes Brot gebacken wird. Zutaten, Ruhezeit und die Temperatur des Backofens sind dabei für die Qualität des Backwerks von größter Wichtigkeit. © Lars Halbauer
Das Bier ist allseits beliebt, schon 1834 gab es dazu das erste Reinheitsgebot. Damit nicht geschummelt werden konnte, gab es die Bierprüfer, die die Qualität des Bieres schon im Mittelalter sicherstellten. Diese Prüfung erfolgte in der Passage am Döbelner Hof. Theo der Texter und die Biermaid Andrea kontrollierten mit viel Humor jedes einzelne Hopfenkaltgetränk. Doblins Mimen standen ihnen dabei zur Seite.
Das Bier ist allseits beliebt, schon 1834 gab es dazu das erste Reinheitsgebot. Damit nicht geschummelt werden konnte, gab es die Bierprüfer, die die Qualität des Bieres schon im Mittelalter sicherstellten. Diese Prüfung erfolgte in der Passage am Döbelner Hof. Theo der Texter und die Biermaid Andrea kontrollierten mit viel Humor jedes einzelne Hopfenkaltgetränk. Doblins Mimen standen ihnen dabei zur Seite. © Lars Halbauer
Der Döbelner Anzeiger zeigte seinen Weg vom Wochenblatt zur Tageszeitung. Ein „historischer Bilderautomat“, Porträtzeichner Harald Nickoleit, Musikus Steffen Bräuer und der Zeitungsjunge Zipano sorgten mit Zeitungsverleger Poch für Kurzweil. Der „Anzeiger für Döbeln, Lommatzsch und die angrenzende Landschaft“ war 1838 zum ersten Mal erschienen und 1945 eingestellt worden. 1990 erfolgte die Neugründung.
Der Döbelner Anzeiger zeigte seinen Weg vom Wochenblatt zur Tageszeitung. Ein „historischer Bilderautomat“, Porträtzeichner Harald Nickoleit, Musikus Steffen Bräuer und der Zeitungsjunge Zipano sorgten mit Zeitungsverleger Poch für Kurzweil. Der „Anzeiger für Döbeln, Lommatzsch und die angrenzende Landschaft“ war 1838 zum ersten Mal erschienen und 1945 eingestellt worden. 1990 erfolgte die Neugründung. © Lars Halbauer
Carl Gotthelf Schlegel, hier dargestellt von Lothar Schmidt, hatte Geld. Bekannt ist er durch den von ihm 1912 gestifteten Schlegelbrunnen vor dem Rathaus. Von seiner Stiftung zum Wohle der Stadt, 425.000 Goldmark, sei schon nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr viel übrig gewesen, so Schmidt. Informiert wurde auch über die Geschichte des Rathauses. Jürgen Dettmer erklärte die vielen Reliefs an der Fassade.
Carl Gotthelf Schlegel, hier dargestellt von Lothar Schmidt, hatte Geld. Bekannt ist er durch den von ihm 1912 gestifteten Schlegelbrunnen vor dem Rathaus. Von seiner Stiftung zum Wohle der Stadt, 425.000 Goldmark, sei schon nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr viel übrig gewesen, so Schmidt. Informiert wurde auch über die Geschichte des Rathauses. Jürgen Dettmer erklärte die vielen Reliefs an der Fassade. © Jens Hoyer
Ursula Plate (links) und Judith Fulmer führten durch die Heckel-Ausstellung im Sparkassenhaus. Sie war 2012 eröffnet worden. Heckel wurde 1883 im Vorderhaus Niedermarkt 15 geboren. Im Hinterhaus befand sich die Silberbesteckfirma Köberlin. Christian Günther, ein Nachfahre von Richard Köberlin, führte durch die kleine Ausstellung. Ihm zur Seite stand Rudolf Lehle, der auch von Silberbesteckfabrikanten abstammt.
Ursula Plate (links) und Judith Fulmer führten durch die Heckel-Ausstellung im Sparkassenhaus. Sie war 2012 eröffnet worden. Heckel wurde 1883 im Vorderhaus Niedermarkt 15 geboren. Im Hinterhaus befand sich die Silberbesteckfirma Köberlin. Christian Günther, ein Nachfahre von Richard Köberlin, führte durch die kleine Ausstellung. Ihm zur Seite stand Rudolf Lehle, der auch von Silberbesteckfabrikanten abstammt. © Jens Hoyer

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