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Döbeln: EU gibt Geld für Flutschutz

Voraussichtlich kann es weitergehen mit dem Bau der Hochwasserschutzanlagen. Allerdings nicht so bald.

An der Flutmulde laufen die letzten Pflasterarbeiten. Sie werden im August beendet. Dann ist dieser Teil der Hochwasserschutzanlagen fertiggestellt.
An der Flutmulde laufen die letzten Pflasterarbeiten. Sie werden im August beendet. Dann ist dieser Teil der Hochwasserschutzanlagen fertiggestellt. © Jens Hoyer

Döbeln. Es sieht gut aus mit der Finanzierung der weiteren Flutschutzmaßnahmen in Döbeln. Die EU hat die EFRE-Fördermittel, die der Freistaat Sachsen dafür in Anspruch nehmen will, freigegeben. Trotzdem ist es sehr wahrscheinlich, dass im kommenden Jahr erst einmal eine längere Pause beim Bau der Flutschutzanlagen in Döbeln eintritt.

Im Büro des Europa-Abgeordneten Peter Jahr (CDU) kann man diese Verzögerung nicht nachvollziehen. „Die Höhe der Mittel war im Februar bereits bekannt. Sie hätten schon beantragt werden können“, sagte Mitarbeiterin Kathrin Vogler. Auch ein vorzeitiger Maßnahmebeginn wäre nach ihrer Darstellung möglich gewesen.

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An der Wappenhenschanlage in Döbeln werden Bäume fürs Umpflanzen vorbereitet. Sie weichen der hier geplanten Hochwassermauer.
An der Wappenhenschanlage in Döbeln werden Bäume fürs Umpflanzen vorbereitet. Sie weichen der hier geplanten Hochwassermauer. © Jens Hoyer

Nach Aussage des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, das die Baumaßnahme verantwortet, ist aber noch ein umfangreiches Prozedere nötig, um an die Mittel zu kommen. Es sei zwar geklärt, dass der Hochwasserschutz in der Förderperiode bis 2027 unterstützt wird, so Burkhard Beyer, Referent in der Pressestelle des Ministeriums.

Allerdings bedürfe es für die Inanspruchnahme der Finanzmittel der Bestätigung des sogenannten Operationellen Programms (EFRE-OP) für den Freistaat Sachsen durch die Europäische Kommission.

Genehmigung erst 2022

„Der Vollzug des Programmes darf frühestens dann beginnen, wenn es der Europäischen Kommission zugeleitet worden ist. Zusätzlich bedarf es der Zustimmung des Finanzministeriums, dass die Ressorts auf eigenes Risiko mit dem Vollzug beginnen dürfen“, so Beyer. „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand als Umweltressort ist die Einreichung des EFRE-OP für Ende 2021, die Genehmigung für das zweite Quartal 2022 geplant.“

Der Ausbau der Flutmulde ist mittlerweile fast abgeschlossen. Der nächste Bauabschnitt von der Oberbrücke bis Sörmitz ist zwar geplant, allerdings kann der Auftrag erst ausgeschrieben werden, wenn die Finanzierung geklärt ist. „So eine europaweite Ausschreibung geht nicht so schnell“, sagte Thomas Zechendorf, Projektleiter bei der Landestalsperrenverwaltung. Zudem müssten dabei auch solche Dinge wie Fischschonzeiten beachtet werden.

Noch 29 Millionen Euro nötig

Der Finanzbedarf für die kommenden Bauabschnitte oberhalb und später auch unterhalb der Oberbrücke ist gewaltig. Nach Angaben des Umweltministeriums werden dafür noch etwa 29 Millionen Euro benötigt, ein Teil davon über die EU-Mittel finanziert.

Bisher hat der Freistaat knapp 60 Millionen Euro in den Hochwasserschutz in Döbeln investiert. Der Ausbau der Flutmulde einschließlich Verteilerwehr war besonders kostenintensiv. Dort werden im August noch Restarbeiten erledigt. Dann ist der Ausbau abgeschlossen, sagte Zechendorf.

Das Wasser fließt wieder

Die Flutmulde ist mittlerweile wieder zum Fließgewässer geworden, auch wenn man ihr das kaum ansieht. Durch die Mittelrinne laufen etwa 200 Liter Wasser pro Sekunde. Dafür gibt es einen Durchlass im neuen Verteilerwehr, sagte Zechendorf.

Der nächste Abschnitt heißt „Wappenhenschanlage“. Dort haben schon vorbereitende Arbeiten stattgefunden. Anfang des Jahres wurden eine Reihe von Bäumen gefällt. Aktuell werden acht größere Bäume zum Umpflanzen vorbereitet. Die Stämme sind weiß angestrichen, um sie vor Austrocknung zu schützen.

Die Bäume werden durch Holzkonstruktionen abgestützt, damit sie nicht umfallen. Die Wurzelballen waren im Durchmesser gekappt worden, sagte Zechendorf. Unter den Bäumen ist versteckt eine Pflasterung gefunden worden. Die Wurzeln hatten sich deshalb nicht in die Tiefe, sondern in die Breite entwickelt. Mit Dünger und bei Bedarf mit Wasser werden die Bäume jetzt fit gemacht für das Umsetzen an andere Stellen in der Wappenhenschanlage. Das soll im August oder September passieren, so Zechendorf.

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