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Döbeln: Feuerwehrausschuss stimmt gegen Gerätehaus in Lüttewitz

Die Stadt Döbeln will in Lüttewitz ein neues Depot für drei Feuerwehren bauen. Aber ist der Standort der richtige?

Die Feuerwehren Lüttewitz/Theeschütz, Mochau und Choren sollen in einigen Jahren aus einem neuen Gerätehaus in Lüttewitz ausrücken.
Die Feuerwehren Lüttewitz/Theeschütz, Mochau und Choren sollen in einigen Jahren aus einem neuen Gerätehaus in Lüttewitz ausrücken. © André Braun (Symbolbild)

Döbeln. Dass es ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus für die Wehren Mochau, Lüttewitz/Theeschütz und Choren geben soll, ist schon lange vorgesehen. Jetzt will der Stadtrat auch Nägel mit Köpfen machen: In seiner nächsten Sitzung steht ein Grundsatzbeschluss zum Bau des Gerätehauses in Lüttewitz auf der Tagesordnung.

Klar ist jetzt schon: Der Bau wird deutlich teurer als bisher veranschlagt. Und: Der Döbelner Feuerwehrausschuss hat seine Zustimmung verweigert.

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Am Donnerstag hatte der Hauptausschuss der Stadt dazu beraten. Der Beschluss des Feuerwehrausschusses ist jünger. Wie Gemeindewehrleiter Steffen Janasek sagte, habe dieser sich ganz knapp mit acht zu sieben Stimmen gegen den Bau des Gerätehauses in Lüttewitz ausgesprochen. Nicht, weil der Ausschuss generell gegen den Neubau für die drei Wehren ist. Im Gegenteil. „Die Kameraden brauchen dort etwas neues“, so der Gemeindewehrleiter.

Analyse zu Standort und Personal fehlt

Aber er ist sich nicht sicher, ob der Standort wirklich der beste ist. „Wir sind nicht die Experten, um das einschätzen zu können.“ Deshalb sei eigentlich mit Oberbürgermeister Sven Liebhauser vereinbart worden, dass ein externes Büro eine Standort- und Personalanalyse als Grundlage für die Entscheidung erstellt. Das sei aber nicht geschehen, so Janasek.

Die drei Ortswehren haben zusammen mehr als 30 Einsatzkräfte. Wenn diese am Tage arbeiten, gibt es aber akuten Personalmangel. Praktisch ist keine einsatzbereit, so Janasek. „In den drei Ortwehren in Lüttewitz/Theeschütz, Mochau und Choren sind tagsüber acht Mann da.“ Nur einige von ihnen würden im Einsatzfall auch ausrücken. Normalerweise sei ein Löschfahrzeug mit neun Einsatzkräften besetzt.

Kosten steigen deutlich

Der Döbelner Gemeindewehrleiter ist sich auch nicht sicher, ob am Standort Lüttewitz die geforderten Einsatzzeiten eingehalten werden können. Eine Lösung für das Problem, so gibt Janasek zu, habe er auch nicht.

Die Stadt will das Gerätehaus in Lüttewitz auf ein Grundstück zwischen dem Bauhof und der Hauptstraße errichten. Das bietet sich an, denn die Fläche befindet sich in ihrem Besitz.

Und auf die Kosten muss die Kommune bei diesem Vorhaben achten, denn der Bau wird deutlich teurer, als er bisher veranschlagt war. Statt der ursprünglichen rund 1,2 Millionen Euro werden es wohl reichlich 2,1 Millionen Euro werden, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). „Damals haben wir gedacht, dass die niedrigere Summe realistisch ist.“

Realisierung bis 2024

Die Stadt hat dafür 650.000 Euro Fördermittel zu erwarten. Was aber immer noch einen Eigenanteil von rund 1,5 Millionen Euro erfordert. „Die Summe ist sehr hoch. Aber wir wollen das Projekt gern weiter unterstützen“, sagte Liebhauser. Die Realisierung sei über drei Jahre bis 2024 vorgesehen.

Das Gerätehaus soll drei Stellplätze für Feuerwehrfahrzeuge haben. Einer ist für die Jugendfeuerwehr vorgesehen, denn das Gewinnen von Nachwuchs ist ein Motiv für den Neubau. „Wir wollen die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sicherstellen und gute Bedingungen für die Feuerwehrleute schaffen“, sagte Liebhauser. Bisher sind die Feuerwehren in engen Altbaugaragen untergebracht.

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