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Genetischer Zwilling für Familienvater gefunden

Der 24-jährige Mario Dederichs aus Mügeln erkrankt das zweite Mal an Blutkrebs. Ein Spender ist gefunden. Trotzdem geht das Bangen weiter.

Von Sylvia Jentzsch
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Janet Hopsch ist die Mutter des zum zweiten Mal an Blutkrebs erkrankten Mügelners Mario Dederichs. Für ihn wurde jetzt ein Spender gefunden.
Janet Hopsch ist die Mutter des zum zweiten Mal an Blutkrebs erkrankten Mügelners Mario Dederichs. Für ihn wurde jetzt ein Spender gefunden. © privat

Mügeln. Die Familie von Mario Dederichs aus Mügeln, der an Blutkrebs erkrankt ist, ist total aus dem Häuschen. Für den 24-jährigen Familienvater wurde ein genetischer Zwilling gefunden. Damit ist eine Stammzell-Transplantation möglich.

Der Weihnachtswunsch der ganzen Familie geht in Erfüllung, den Mutter Janet Hopsch gegenüber sächsische.de im Dezember äußerte: „Marios Herz soll weiterschlagen. Ein Leben ohne ihn können wir uns nicht vorstellen. Deshalb bitten wir alle: Lasst euch registrieren. Damit schenkt ihr Mario das Größte, was es gibt – einfach nur leben zu dürfen.“ Mario will seinen Sohn Jack, der ein Jahr und drei Monate alt ist, aufwachsen sehen.

Ende vergangenen Jahres organisierte die Familie zusammen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine große Online-Registrierungsaktion. Denn nur eine passende Stammzellspende kann das Leben des jungen Vaters retten.

Mario und seine Frau Sahsa mit ihrem Sohn Jack in guten Zeiten.
Mario und seine Frau Sahsa mit ihrem Sohn Jack in guten Zeiten. © privat

Harte Wochen für Mario und die ganze Familie

Nun wird es ernst. „Wir hoffen, dass bei der Transplantation alles gut geht“, sagte Mutter Janet Hopsch. Mario habe noch sehr viele Termine bis zur Transplantation vor sich. Er müsse erst noch durch eine harte Chemotherapie durch und eine starke Ganzkörper-Bestrahlung. „Uns ist bewusst, dass das seinem Körper sehr zusetzen wird“, sagte seine Mutter.

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Am kommenden Dienstag, 18. Januar, muss Mario ins Krankenhaus. „Dann bekommt er eine ganze Woche täglich zweimal Bestrahlung in Halle. Anschließend ist die Chemotherapie in der Uniklinik in Leipzig geplant“, so Janet Hopsch. Erst wenn diese Therapien abgeschlossen seien, könne transplantiert werden. „Die gesamte Behandlung dauert bis zu sieben Wochen. In dieser Zeit kann Mario nicht nach Hause und wir können ihn nicht besuchen“, so die Mutter.

Das werde für beide Seiten eine schlimme Zeit des Wartens, Bangens und Hoffens. „Ob wir täglich Kontakt haben können, bleibt abzuwarten. Für mich als Mutter ist es echt sehr schlimm, dass mein Sohn der alles für mich ist, das alles durchmachen muss. Wenn ich könnte, würde ich ihm alles abnehmen“, so die Mügelnerin.

Hochzeit noch vor Weihnachten

Freude und Traurigkeit würden im Fall von Mario eng beieinanderliegen. Die Familie und auch Mario hoffen, dass er Ende Februar oder Anfang März gesund nach Hause kommen kann, um von seinen Lieben in den Arm genommen zu werden.

Am 21. Dezember haben Mario und Sasha, die Mutter von Jack, geheiratet. „Die Trauung war echt sehr schön und sehr emotional“, so Janet Hopsch.

Anfang November vergangenen Jahres erreichte Mario den 24-jährigen Mügelner die schockierende Nachricht. Seine behandelnde Ärztin teilte ihm mit: „Der Blutkrebs ist zurück“.

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Weder er noch seine Familie hatten damit gerechnet, dass diese Krankheit so schnell wieder da sein könnte. Doch den Kopf in den Sand stecken wollte und will weder die Familie noch Mario. „Es tut einem schon weh, sein Kind leiden zu sehen. Es ist auch ein furchtbares Gefühl, mit dem Gedanken zu leben, seinen Sohn verlieren zu können“, sagte Janet Hopsch sächsische.de. Das dürfe einfach nicht passieren.

Am 21. Dezember haben Mario und Sasha geheiratet.
Am 21. Dezember haben Mario und Sasha geheiratet. © privat

Freude über schöne Nachricht

„Als DKMS freuen wir uns sehr über solche schönen Nachrichten, dafür arbeiten wir täglich. Wir drücken Mario und seiner Familie die Daumen, dass die Transplantation und die Zeit danach gut verlaufen“, sagte Christian Werheid von der DKMS.

Leider gebe es trotz solcher Erfolgsnachrichten immer noch viele Blutkrebspatienten, die auf der Suche nach ihrem genetischen Zwilling sind. „Allein in Deutschland erhält alle zwölf Minuten ein Mensch die Diagnose Blutkrebs.

Daher ist und bleibt die Registrierung von potenziellen Stammzellspendern unsere wichtigste Aufgabe“, sagte Christian Werheid.