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Döbeln: Neue Tagespflege geht in Betrieb

Die Volkssolidarität hat 2,5 Millionen Euro in das Haus gesteckt. Es können jetzt mehr Menschen unter besseren Bedingungen betreut werden.

Antje Klotsch, Geschäftsführerin der Volkssolidarität in Döbeln, und Bauleiter Thomas Weiß stehen in einem der Aufenthaltsräume, der aus dem großen Fenster einen schönen Blick über Döbeln bietet.
Antje Klotsch, Geschäftsführerin der Volkssolidarität in Döbeln, und Bauleiter Thomas Weiß stehen in einem der Aufenthaltsräume, der aus dem großen Fenster einen schönen Blick über Döbeln bietet. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Handwerker haben ihre Arbeit im Haus weitgehend getan. Die Möbel stehen schon drin, aber die Fußböden sind noch mit langen Papierbahnen ausgelegt. In einigen Räumen hängen riesige Monitore an den Wänden. Überall stehen grüne bequeme Sessel. Ein Bad mit Lift, behindertengerechte Toiletten, Räume mit Betten. Die neue Tagespflegeeinrichtung der Volkssolidarität an der Württembergischen Straße wartet nur darauf, in Betrieb genommen zu werden. Und der Baubetrieb auf besseres Wetter, um auch im Außenbereich die Arbeiten abschließen zu können, die wegen des Wintereinbruchs zum Erliegen gekommen sind.

Vor allem Firmen aus der Region waren zum Zuge gekommen. Das ging nicht ohne Probleme. „Den Rohbau haben wir zweimal ausgeschrieben. Die ersten Angebote waren jenseits von gut und böse“, sagte Antje Klotsch, Geschäftsführerin der Volkssolidarität.

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Das Pflegebad gehört dazu. Die Tagespflegeeinrichtung will den Patienten nicht nur entspannende Bäder, sondern auch Wohlfühlmassagen anbieten.
Das Pflegebad gehört dazu. Die Tagespflegeeinrichtung will den Patienten nicht nur entspannende Bäder, sondern auch Wohlfühlmassagen anbieten. © Dietmar Thomas
Das Außengelände muss noch fertiggestellt werden. Die Tagespflege ist in zwei getrennte Bereiche unterteilt, von dem jeder eine Terrasse bekommt, auf dem sich die Patienten bei schönem Wetter aufhalten können.
Das Außengelände muss noch fertiggestellt werden. Die Tagespflege ist in zwei getrennte Bereiche unterteilt, von dem jeder eine Terrasse bekommt, auf dem sich die Patienten bei schönem Wetter aufhalten können. © Dietmar Thomas

Rund 2,5 Millionen Euro hat die Volkssolidarität in ihr neues Haus investiert. Die Arbeiten liegen gut im Zeitplan, sagte Antje Kotsch. „Wir wollten am 31. März fertig sein und hatten zeitweise einen Vorsprung von drei Monaten, der durch den Winter wieder zusammengeschrumpft ist.“ Zuerst wird Mitte März die Verwaltung der Volkssolidarität in die Büros im Obergeschoss umziehen. Im Mai soll dann auch die Tagespflege nachkommen, die im Untergeschoss untergebracht ist. Verwaltung und Tagespflege haben verschiedene Eingänge.

Die Volkssolidarität betreibt schon seit vielen Jahren eine Tagespflegeeinrichtung mit 20 Plätzen in ihrem Haus an der Dresdner Straße. Im neuen Haus können 38 Menschen betreut werden. Ob die kleinere Einrichtung danach geschlossen wird, sei noch nicht entschieden, sagte Antje Klotsch. „Das hängt davon ab, wie groß der Bedarf ist.“ Die Tagespflege sei immer komplett belegt. Der Bedarf an dieser Betreuungsform sei größer geworden. „Wir haben gutes Personal und eine familiäre Atmosphäre. Der menschliche Faktor ist wichtig“, sagte die Geschäftsführerin.

Räume sind klimatisiert

Die Bedingungen in der neuen Pflegeeinrichtung werden sich noch einmal verbessern. Die Räume sind jetzt auch klimatisiert. „Das ist super, die Hitze im Sommer war manchmal Wahnsinn“, so die Geschäftsführerin. Die Volkssolidarität will es den Patienten so angenehm wie möglich machen. Ein bisschen Wellness ist auch dabei. Das Wohlfühlbad ist jetzt illuminiert. Geplant sei auch, in den Tagesablauf physiotherapeutische Anwendungen und Entspannungsmassagen für die Gäste einzubauen, sagte die Geschäftsführerin. Entsprechend geschultes Personal soll eingestellt werden.

Nach dem richtigen Standort für das Haus habe man eine Weile gesucht, sagte Antje Klotsch. Fündig wurde die Volkssolidarität schließlich im neuen Wohngebiet Sonnenterrassen in Döbeln Nord. Aus den Panoramafenstern gibt es einen tollen Ausblick über Döbeln. Der Preis sei vernünftig gewesen. Außerdem sei es verkehrsgünstig gelegen. „Wir sind in der gesamten Region aktiv“, sagte Antje Klotsch. Die Menschen, die die Tagespflege betreut, werden mit Kleinbussen in die Einrichtung und wieder nach Hause gebracht.

160 Mitarbeiter

Mit rund 160 Mitarbeitern gehört die Volkssolidarität zu den großen Trägern im sozialen Bereich. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter sind im Pflegebereich beschäftigt, die anderen in der Kinder- und Jugendhilfe. Neben der Tagespflegeeinrichtung betreibt die Volkssolidarität die ambulante Pflege mit der Sozialstation im Wappenhenschstift. Außerdem hat sie sechs Kindergärten in der Region in Trägerschaft und bietet sozialpädagogische Familienhilfe und Erziehungs- und Familienberatung an. Die Verwaltung umfasse nur fünf Mitarbeiter, so Antje Klotsch.

Die Arbeit sei im vergangenen Corona-Jahr nicht einfach gewesen, so Antje Klotsch. Vor allem mit Beginn der Pandemie habe es große Ängste unter den Patienten und ihren Angehörigen gegeben. Es habe deutliche Rückgänge in der Ambulanten wie der Tagespflege gegeben. Auch die Organisation der Kitas sei schwierig gewesen. „Auch Kurzarbeit in den Kitas war ein Thema, das aber dann nicht zum Tragen gekommen ist“, so die Geschäftsführerin Antje Klotsch. Die Arbeit im Beratungsbereich musste auf die absolut notwendigen Kontakte beschränkt werden.

Was wird aus altem Domizil?

In das neue Haus an der Württembergischen Straße in Döbeln Nord sollen neben der Verwaltung auch die Mitarbeiter der ambulanten Erziehungshilfe mit einziehen. Wenn auch noch die bisherige Tagespflegeeinrichtung geschlossen wird – diese Entscheidung steht noch aus – würde das Haus Dresdner Straße 10 nicht mehr benötigt. Das hat die Volkssolidarität in Erbpacht von der Stadt. „Es wird Gespräche mit der Stadt geben. Wir versuchen, das Haus zurückzugeben“, sagte Antje Klotsch. In dem Haus bestehe ein hoher Sanierungsbedarf. Deshalb sei die Entscheidung zu einem Neubau gefallen.

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